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Archiv der Kategorie Joe

Eichendorff - Ahnung und Gegenwart

Heute wird ein Klassiker gelobt:

Joseph von Eichendorff  “Ahnung und Gegenwart. Sämtliche Erzählungen 1″ Herausgegeben von Wolfgang Frühwald und Brigitte Schillbach. Frankfurt, Deutscher Klassikerverlag im Taschenbuch (Suhrkamp) Band 18. 2007, 840 Seiten, davon 560 Seiten Text und 180 Seiten Anmerkungen und Kommentar, € 15.- (viel gutes Buch fürs Geld).

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Da ist drin: “Die Zauberei im Herbste”, “Märchen”, Das Marmorbild”, “Das Wiedersehen”, “Aus dem Leben eines Taugenichts” und “Ahnung und Gegenwart.”

In der Erzählung  “Ahnung und Gegenwart” sind alle ständig am Aufbrechen, Reisen und beim Betrachten der Natur aus Fenstern von Burgen auf Bergen heraus. Und es passiert allerhand:

Graf Friedrich, ein entlassener Student, wird überfallen, entkommt einigen Räubern, wird im Wald niedergeschlagen, von einem Kind gerettet, auf das Schloss des Herrn Leontin gebracht, in dessen Schwester er sich zunächst schnell verliebt. Auf einem Jagdausflug verlieren sie die Schwester, die in die “Residenz” entführt wird, bei der halbherzigen Verfolgung bleiben sie jedoch in einem Dorf hängen, wo sie sich in eine schöne Frau verlieben, ihr in ihr Schloss folgen und dort monatelang bleiben, ihre Schwester und Geliebte Rosa haben sie in der Zwischenzeit völlig vergessen.

Mit der Familie des Schlossherren ziehen sie fort zur nahen Verwandschaft des Grafen A und gehen gemeinsam auf die Jagd. Das Anwesen des Grafen A brennt plötzlich. Eine Frau in weiß erscheint, der sie ohne Erfolg nachgehen.

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Zurück beim Grafen A  halten sie es nicht lange aus. Sie ziehen weiter in die “Residenz”, wo sie von Leontins Schwester Rosa erwartet werden.  Ihr ist es nicht gar so schlecht ergangen, sie wurde von “Bekannten” entführt und gut versorgt. Friedrich fühlt sich aber jetzt zu Frau Romana hingezogen, was Rosa schwer erzürnt. Er folgt Romana auf deren Landgut. Auf dem Weg dahin verirrt er sich im Gebirge, trifft aber glücklicherweise dort wieder auf Leontin und eine Schauspielertruppe, die ihm weiterhelfen. Das Schloss der Gräfin Romana hat eine beeindruckende Dachterasse, keine Türen an den Zimmern und nachts kommt es schließlich zum Äußersten. Friedrich flieht am nächsten Morgen. Romana lädt alle zur Jagd in die Alpen ein. Dort gesteht sie Friedrich verzweifelt ihre Liebe.

Rosa wird in der Zwischenzeit vom “Erbprinz” auf dessen Jagdschloss entführt und er gesteht ihr ebenfalls seine Liebe.

Weil Friederich die Liebesbezeugung Romanas allerdings nicht erwidern kann, erschießt sie sich vor seinen Augen und brennt dabei noch das Schloss nieder.

Friedrich trifft am Ende der Kriegswirren Leontin, Juliane und den Knaben Erwin wieder, der sich als das “Mädchen” entpuppt, das ihn am Anfang der Geschichte vor den Räubern gerettet hatte.

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Leontin und Friedrich gehen auf die Suche nach dem Einsiedler, den Erwin erwähnt hatte, lassen Juliane und Erwin auf das Schloss des Grafen A zurückreiten. Die beiden machen dabei einen Abstecher in die “Residenz”, wo sie miterleben, wie der Erbprinz endliche Leontins Schwester Rosa heiratet und unter anderem Friedrich als “tot” bezeichnet wird.

Leontin und Friedrich finden den alten Einsiedler zunächst nicht, stattdessen einen griechisch-chinesischen Tempel auf einem Berg und dahinter das väterliche Schloss von Friedrich, als Ruine mit einem Grabmal darinnen.

Nach einiger Zeit treffen sie den “alten Mann” dann doch. Er stellt sich als der verlorene Bruder von Friedrich heraus und als eine Person, die Leontin schon mehrfach zuvor begegnet war. Dieser Rudolph hat als klassischer Aussteiger hier in der Bergnatur, seine eigene Kommune gegründet, in heiliger Anarchie und mit vielen Spinnern und Verrückten.

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Rudolphs Vergangenheit ist ein Roman für sich: Eine Wahrsagerin hatte ihm schon eine mörderische Geschichte als Zukunft vorausgesagt, und er war stets bemüht, diese Zukunft zu verhindern. Mit Angelina, seiner Freundin und Geliebten, war er geflohen (Erwin hatte Angelinas Portrait als Medaillon um den Hals getragen…). Rudolph wurde Soldat und Maler. Angelina ging ins Kloster. Sie treffen sich und fliehen zusammen. Angelina bekommt ein Kind, geht verloren, verschwindet mit dem geheimnisvollen “Fremden”, der schon vor langer Zeit eine Bedrohung für die Liebe Rudolphens gewesen war.

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Rudolph schließt sich irgendwann Zigeunern an, die ein Kind aufgezogen haben, das sich selbstverständlich als Rudolphs Tochter herausstellt. Mit den Zigeunern spürt er Angelina auf, es beginnt eine Verwechlungsgeschichte auf einem Ball: Angelina meint, ihr Gatte sei unter der Maske verborgen, der “Fremde” bemerkt den Schwindel, fordert Rudoph zum Duell und stirbt natürlich, wie das die Weissagung vorhergesagt hat, aus Rudolphs Hand.

Rudoph flieht sofort in voller Verzweiflung in die Berge, zu dem Einsiedler, dessen Schloss und Geld er nach dessen Tod erbt. Dann gründet er die Kommune, die eigentlich ein Sanatorium ist, wo die “Narren” aus der Stadt therapiert werden und danach wieder als gesund in die Zivilisation entlassen werden.

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Friedrich trägt sich schließlich mit dem Gedanken, ins Kloster zu gehen.

Zum Schluss ist Hochzeit. Leontin vertritt noch einmal seinen Standpunkt der “Freiheit” der Menschen. Friedrich den der “Religion” als die Basis von überhaupt allem. Faber hält die “Poesie” hoch, die zwecklos sein müsse und Rudolph, der sein Geld wegwirft, ohne “Glauben”, sucht die “Magie” und zieht nach Ägypten.

Es wird noch viel gesungen und dann ist Schluss. Langweilig war es jedenfalls nie.

Frank Doll - Die Verhöre 1

Der erste, mit dem Doll über Ediths Ermordung sprach, war Cable Joe.

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Joe war zwar sehr auskunftsfreudig und kooperativ, konnte aber nichts zum Tathergang beitragen.

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Er gab an, an dieser Stelle sowieso noch nie gewesen und nur zum Wegtransport von Ediths Leiche zum Tatort gerufen worden zu sein.

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Inspektor Doll glaubte ihm. Auch die Tatsache, dass Joe Frau Hübsch offensichtlich nicht gekannt hatte, sprach zu seinen Gunsten.

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Ganz anders sah es mit Frau Schabulsky aus. “Was soll ich denn Frau Hübsch, also der Edith, getan haben? Ich bin doch wohl nicht verdächtig!?” empörte sie sich auf die ersten Fragen von Inspektor Doll.

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“Verdächtigt wird bei mir zunächst mal jeder, damit müssen Sie leben!” konterte der ziemlich kühl. “Wissen Sie Dinge über die Tote, die Sie besser nicht wissen sollten?”

“Ich weiß nicht, was Sie meinen, Herr Inspektor”, versuchte Edith, sich herauszureden. “Aber fragen Sie doch mal die brave Frau Tybbke, die hat doch in letzter Zeit mit ihr unter einer Decke gesteckt!”

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“Jetzt mal konkret gefragt: Haben Sie für andere Personen hier im Ort sagen wir mal “erotische Freizeitvergnügen” organisiert? Und gab es dazu nicht auch einen heftigen Streit in den letzten Wochen zwischen Ihnen und Frau Hübsch?”

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“Jetzt ist aber Schluss! Was soll denn das heißen? Wessen werde ich denn hier plötzlich beschuldigt? Habe ich irgend jemand umgebracht? Warum soll ich denn das getan haben? Das ist ja ungeheuert, was man mir hier vorwirft! Ich bin eine unschuldige Frau mit gutem polizeilichen Führungszeugnis, das können Sie gerne nachprüfen, Herr Inspektor.”

Und sie fing wieder das Jammern an: “Ich versuche, ein anständiges Leben zu führen, aber offensichtlich finden die Verleumder und Unruhestifter hier mehr Gehör als unbescholtene Leute wie wir!”

Sabse rauschte empört von der Stelle. Marco Grolle und Frank Doll blieben konsterniert und sprachlos zurück.

(Fortsetzung folgt bald.)

Ellen Rimbauer - Tagebuch

Ganz schnell zu diesem Buch hier, damit wir es hinter uns bringen:

“Das Tagebuch der Ellen Rimbauer - Mein Leben auf Rose Red”, herausgegeben von Dr. Joyce Reardon, mit einem Nachwort von Steven Rimbauer, aus dem Amerikanischen von Antje Görnig. Köln (vgs) 2002, 340 Seiten, gibt’s für € 9,95 mittlerweile als Taschenbuch (und Gerüchte besagen, dass Steven King himself das Buch geschrieben hätte…)

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Das ist eine “gothic novel” wie man sie sich wünscht, sie verfügt über all die üblichen Klischees: Es geht im wesentlichen um ein Haus, dessen Bauplan und Zimmeranordnung sowohl abgebildet sind, als auch immer wieder in die Geschichte eingreifen.

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Sogar ein paar weiterführende Links gibt es unter www.beaumontuniversity.net, wenn man sich die Mühe machen will… Aber die Informationen dort tragen nicht wesentlich zur Geschichte bei.

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Also es kommt schon so, wie man sich das vorstellt: Es passieren ganz grausame Sachen, schon beim Bau des Hauses und auch danach (das Haus selber wird nie wirklich fertig!)

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Es spielt eine afrikanische “Hohepriesterin” eine wichtige Hauptrolle, die schnell die Vertraute von Ellen Rimbauer und später auch ihre Geliebte wird. Es begegnet uns eine Mrs Lu, eine Wahrsagerin im Seattleschen Chinatown, und das dämonische Haus ist natürlich auch auf einem alten Indianerfriedhof errichtet. (Ist das jetzt als Zitat gemeint?)

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Das Haus agiert allmählich wie eine handelnde Person, die sich hin und wieder ein Opfer holt. Ellen Rimbauer identifiziert sich selbst mehr und mehr mit dem Haus. Der Grund für sie: Rache an ihrem geschäftlich überaus erfolgreichen, aber ansonsten brutalen und unnahbaren Ehemann. Sie versucht, ihm durch das Haus Schaden zuzufügen.

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Um ihm zu schaden leidet sie selbst und versagt sich ihre Wünsche.

Auch schön: Ihr Gatte, wie gesagt eine sehr undurchsichtige Figur und auch nicht unbedingt der treueste Ehemann (der seiner Frau aber alles verbietet), hat im Haus Geheimgänge einbauen lassen, wie Ellen (zu spät) herausfindet, um den weiblichen Bewohnern und Besuchern beim Baden und so weiter zuzugucken. Der schlimme Finger.

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Das Haus hält das alles nicht mehr aus und spielt irgendwann verrückt, benimmt sich wie eine eifersüchtige Hexe, eifersüchtig auf Ellens Tochter (S. 289). Räume verschwinden, das Haus verändert seine Gestalt eigenmächtig und andere seltsame Dinge passieren.

Steven King drehte 2002 eine Mini TV Serie aus diesem Stoff, das Buch erschien wohl erst nachträglich. Aber das Anwesen in Seattle erlebte eine enorme Aufmerksamkeit während dieser Zeit.

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Wie immer bei Büchern (oder Filmen), die von Zauberei oder paranormalen Sachen handeln: Entweder es ist alles denkbar, dann ist auch alles machbar. Zum Beispiel, dass auf Befehl Sukeenas, der Hohepriesterin, Polizisten von Ästen eines Baumes erwürgt werden, also dass Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden.

Oder eben nicht. Dann muss Sukeena also wehr- und hilflos sich vergewaltigen lassen. Warum? Wo bleibt hier die Zauberkraft? Warum lässt der (die) Autor(in) sie da leiden?

Solche Fragen kann mir nie jemand beantworten….

Weyh - Die letzte Wahl

Dieses Buch hat auch Spaß gemacht: Es war ja auch die Zeit rund um die hessische Landtagswahl…

Florian Felix Weyh: “Die letzte Wahl - Therapie für die leidende Demokratie” Frankfurt am Main (Eichborn - Die Andere Bibliothek) 2007. 320 Seiten, € 27,50.

Das Buch ist voller spannender Überlegungen und neuer Ansätze. Die Rahmenhandlung ist einfach und klar. Eine Beamtin aus Berlin leidet an Angstzuständen, weil sie nicht weiß, wie es mit der demokratischen Verfasstheit in unserem Land weitergehen soll, sieht panischerweise keine Zukunftsaussichten mehr und wird an den penisionierten Therapeuten Dr. Mencken überwiesen, der ihr in 18 Sitzungen versucht, diese Ängste zu nehmen.

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Im Stil medizinischer Protokolle oder Sitzungsberichte (”Pat. hält kurz inne, als laufe ihr ein Schauer über den Rücken. Fährt dann stockend fort…” oder: “Hochbegabt. Kein besonderes Vergnügen! Verwandelt die Therapie in ein Duell. Einmal erlebt - Kernphysiker mit Waschzwang - , enerviert nach 8 Monaten von meiner Seite abgebrochen.”) trocken und amüsant.

Ihre Angstzustände betreffen die Situation der Demokratie in unserem Land angesichts zurückgehender Wahl-Lust und Entscheidungsunfähigkeit der Politiker und dem Unvermögen, Alterativen zu entdecken, die der Republik wieder mehr Engagement zurückgeben könnten. “Epochenbruch-Angst” diagnositiziert der Therapeut.

Das Ziel der Überlegungen: Dem Wähler, dem Souverän, wieder mehr Macht zurückzugeben, die er zu lange den Parteien und den festsitzenden Parlamentariern überlassen hat.

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Und während der Sitzungen macht sich der Therapeut also daran, unterschiedlichste Alternativen als “Heilungsversuche” mit der hochbegabten Patientin zu besprechen. Und das ergibt sehr unterhaltsame, witzige und lehreiche Dialoge, die so Schritt für Schritt zustande kommen. Sie machen Lust, über so “gesetzte” Dinge wie unser Wahlrecht völlig neu nachzudenken.

“Gewohnte” Abläufe und Bestimmungen versteht man plötzlich als eigentliche Hindernisse und Fehlleitungen: Nur als ein Beispiel: die Ortsgebundenheit eines Abgeordneten, die ja eigentlich immer schon fragwürdig ist, weil sie dem landesweiten Gemeinwohl nicht förderlich ist. (S. 88)

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Auf Seite 115 diskutieren die beiden die schöne Idee der “Nein”-Stimmen auf einem Wahlzettel, die GEGEN eine Partei oder einen Politiker eingestezt werden kann und die damit einhergehenden Konsequenzen.

Auf Seite 151 findet sich - ebenfalls sehr anregend - eine Diskussion über “Stimmrechtserwerb”, bei dem politisch Interessierte das Recht, die Stimme abzugeben, “kaufen” (auch immateriell) können. Auch das ist bei näherem Hinsehen nicht ganz so abwegig, wie es sich anhört. Auch das “Verkaufen” von Stimmrechten fällt in diesen Zusammenhang.

Natürlich werden auch die Vorteile (und Nachteile) der direkten Demokratie (Schweiz etc.) behandelt und eine ganze Reihe merkwürdiger Dinge mehr:

Eventualstimmen, Bezugsmengengerechtigkeit, Wahlbeteiligungsmalus, Bildungszensus, Altersabschlag, Transfergeldzensus, Venzianische Stabilität, E-Voting und noch vieles anderes.

Auch wenn man von diesen Sachen bislang noch nie etwas gehört hat: Es macht Spaß, sich mal damit zu beschäftigen. Es ist nicht alles ganz abwegig.

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Der Klappentext sagt dazu:

Mit der Demokratie kommen alle guten Dinge: Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Wohlstand. Eine gute Sache, meinen Präsidenten, Kanzler und Parteileute. Nur die Wähler finden das immer weniger und verlieren ihr Interesse. Denn vieles in unserem demokratischen Gemeinwesen funktioniert einfach nicht so, wie es sich seine Erfinder vorgestellt haben. Und warum tut niemand was dagegen? In einem zugleich beunruhigenden wie inspirierenden Dialog machen sich eine verängstigte und frustrierte Bürgerin sowie ein couragierter und erfahrener Analytiker auf die Suche nach Heilmöglichkeiten für unsere kränkelnde Demokratie. Was ihre Diagnose zutage fördert, bestätigt schlimmste Befürchtungen. Aber ihre Therapievorschläge haben es in sich. Eine erhellende und vergnügliche Reise auf der Spur einer zeitgemäßen Form der »besten aller schlechten Staatsformen«.

Edith / Ende 2

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Hilmar Stampf hielt  den Tatort und die Leiche und vor allem die Lache von Blut und Gedärmen der Frau Hübsch, die da so schrecklich herum lagen und schon leicht angetrocknet waren, auf Film fest. Für die Zeitung und für die Öffentlichkeit sollte kein Detail ausgelassen werden. Alle hatten ein Recht, davon zu erfahren und alles zu wissen. Das war sein Leitspruch.

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„Der Inspektor Doll wird gleich hier sein,“ meinte Manfred. Es roch in der Zwischenzeit wirklich schon ziemlich süßlich. Ein Geschmack wie Erdbeermarmelade lag in der Luft. „Verwesungsgeruch“  analysierte Hilmar Stampf.
„Er hat gesagt, er schickt jemanden vorbei, der Edith ins Labor fährt. Sie soll obduziert werden.“ „Ach Gott, meinte Adelheit realistisch, „Was ist denn da noch obzuduzieren? Hier liegt doch alles offen rum!“

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Und dennoch: Joe war mit seinem Quad zur Stelle, gemeinsam hievten sie die Leiche von Frau Hübsch auf die Ladefläche. „Pass auf, mach Dich nicht blutig!“ warnte Adelheit ihren Mann und los fuhr Joe zum Institut.

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„Das wird was geben!“ Darüber war sich Adelheit mehr als klar. Das war Mord. Eindeutig. Und die Frage war nur: Wer war der Mörder?“

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Wenig später waren sie am Tatort eingetroffen: Frank Doll, verdienter Inspektor des zweiten Dezernats, frisch aus dem Skiurlaub zurück, an Krücken und in Gips, sowie sein ambitionierter, ehrgeiziger Jungkommissar Marco Grolle.

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„Das ist ja eine stinkende Sauerei,“ grummelte Frank Doll in seinen Bart. „So etwas ist mir ja noch nie untergekommen!“ Manfred war zur Stelle: „Wir haben die Leiche ins kriminaltechnische Institut fahren lassen, wie von Ihnen angeordnet, Herr Oberinspektor!“ „Jaja, schon gut, lassen Sie den Ober weg. Inspektor reicht.“ Pause. „Ich muss auch gleich mal einen fahren lassen, das Mittagessen hätte nicht so schwer sein müssen heute. Traurig traurig, das alles.“ Er schien an etwas völlig anderem zu kauen und war fast ganz abwesend.

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„Kannten Sie sie? Gut?“ „Ja, schon. Sie gehörte zum Bekanntenkreis, sang auch im Chor mit all den anderen, aber näher gekannt habe ich sie nicht.“

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„Was meinen Sie, was wollte sie an diesem verlassenen Ort?“ „Naja, der Weg führt in den Nachbarort, da wohnt der Schwager von Tybbkes, womöglich wollte sie auch da hin. Oder sie wollte Hans und Adelheit treffen, auf ihrem Weg zum Schwager… Die nehmen ja häufig diesen Weg.“

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„Herr Tybbke, Sie haben sie zuerst gesehen und gefunden, richtig?“ „Ja, so war’s!“ „Wann haben Sie sie lebend zum letzten Mal gesehen?“ „Lassen Sie mich mal nachdenken: Am 2. Februar war das, da war die Versöhnung von Lully und Gehscha und der grandiose Abgang von Sabse. Da waren wir alle zusammen.“

(Fortsetzung folgt baldmöglichst. Der Fall muss aufgeklärt werden.)

Frau W. und Herr B. / Abschied 1

Das achtzehnte Törchen.

Der große Tag war gekommen. Das Schiff sollte in wenigen Stunden auslaufen. Die letzten Vorbereitungen waren getroffen worden. Alle Gläser, Klamotten und Möbel waren verpackt und der Spedition übergeben worden. Frau Weichbrodt hatte noch mal lange über den Orakelspruch nachgedacht und immer noch keinerlei negative Warnzeichen darin entdecken können. Sie war vollkommen entspannt. Eigentlich sehr ungewöhnlich.

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Undine Gehscha war die erste, die vorbei kam und tschüss sagte. Sie waren sich durch Lully oft begegnet und Gehscha war eine richtige Freundin von Frau Weichbrodt geworden. Von Herrn Bongartz allerdings gar nicht. Der war ihr einfach Wurst.

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Lully und Hans kamen natürlich auch zur Verabschiedung und wünschten alles Gute. Frau Weichbrodt war etwas den Tränen nahe, als Lully und die alten Freunde von früher erzählten „Weißt du noch…?“ und ihr den Abschied schwer machten. Aber sie wollte nach vorne gucken.

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Manfred hatte ihr ein texanisch-deutsches Wörterbuch mitgebracht, mit genauen Angaben, wie welche Worte in Texas auszusprechen seien und welche Satzmelodie man dafür einsetzen müsste (damit sie ganz schnell von der einheimischen Bevölkerung akzeptiert werden würde).

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Und schließlich fand sich Mähchen ein, die in der Zwischenzeit auf die Universität ging und Ökotrophologie studierte.

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Joe war da natürlich nicht weit. Er hatte den Abschiedstag von Prof. Bongartz und Frau Weichbrodt genutzt, um Mähchen einmal wiederzusehen. Sie hatten anschließend noch etwas vor. Aber natürlich galt seine ganze Aufmerksamkeit Frau Weichbrodt und ihrem geliebten Professor Bongartz, der ja jetzt sein Schwager werden sollte.

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Es war ihm schon seltsam zumute, vor gar nicht langer Zeit in Sesimi Weichbrodt seine unbekannte, verschollene Schwester gefunden zu haben und sie jetzt auf diese Art an diesen Menschen wieder zu verlieren.

(Der Schluss folgt in 2 Tagen.)

Goldt - Ä

Das dritte Türchen vom Adventskalender:

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Infolge meiner Abarbeitung von „früheren Werken“ ist mir noch ein Buch von Max Goldt in die Hände gefallen, das ich ebenfalls empfehlen muss:

Max Goldt „Ä“, Titanic-Kolumnen Teil 3 (nach Teil 1: „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“ und Teil 2: „Die Kugeln in unseren Köpfen“). Zürich (Haffmans) 1997, mit 2 schönen Milchglasbildern von (wem wohl?) Michael Sowa. 201 Seiten, jetzt irgendwo als Taschenbuch erhältlich. Rororo wahrscheinlich.

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Und weil ich über den Autor und seine Texte in der letzten Goldt-Besprechung ( am 21.11.07) schon alles gesagt habe, was ich weiß, schreibe ich einfach ein paar Highlights aus dem Inhaltsverzeichnis ab, die Lust machen sollen:

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Folge 78: Lockende Wucherungen, schäbige Irrtümer
Folge 86: Knallfluchttourismus in Magnifik-Montanös-Privatknallfaule
Folge 91: In der Kindermähne sitzen und breite Bauernschnitten rösten

(Albern, ich weiß.)

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Zitat aus Kolumne Nr. 78, Seite 68: „Ein Besucher erzählte mir, dass er noch nie in einer Wohnung ohne Allibert-Schrank gewohnt hat. Das ist auch ein aufwühlendes Schicksal. Was Ratten für den Keller sind, sind Allibert-Schränke fürs Badezimmer. Entweder die Türen gehen immer von alleine auf, oder sie lassen sich so schwer öffnen, dass man Angst haben muss, das instabile Plastikgetüm aus der Wand zu reißen.

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Oft hängen sie so schief, dass bei jedem Öffnen ein Schwung zehn Jahre alter Parfümproben ins Waschbecken kracht. Die innere Beleuchtung ist auf Wackelkontakt abonniert, weshalb man immerzu am Gegenklopfen ist.“

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Und dann bekommt er sofort Schwung für das nächste Thema:

„A propos Abonnieren: Interessant ist auch das Thema Abo-Prämien. An der Art der Prämien kann man erkennen, wie die Verlage den Lebensstil der Leser einschätzen. Der „Spiegel“ lockte vor kurzem mit einem Tischstaubsauger.“

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Die Kunst Goldts zeigt sich eben auch darin, wie er Beobachtungen miteinander verbindet und aufeinander bezieht. Sie stehen nicht nur neben- oder nacheinander, sondern beziehen sich manchmal wieder auf frühere Stellen, schaffen oft sowas wie eine Einheit der Geschichten. Sodass man sich wieder wie geborgen und zuhause fühlt. Und das Milchglas wieder nachfüllen möchte.

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Timm - Currywurst

Ich habe mit hohem Vergnügen gelesen:

Uwe Timm „Die Entdeckung der Currywurst“ (das steht auch schon ewig bei mir herum.) Novelle, Köln (Kiepenheuer und Witsch) 1993. Jetzt sicherlich bei dtv als Taschenbuch, 200 Seiten, sicherlich auch unter € 10,–. (Ich empfehle nur billige Bücher… Seltsam.)

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Uwe Timm, in Hamburg 1940 geboren, lese ich gerade im Klappentext, erhielt den Deutschen Kinderbuchpreis 1990 für das „Rennschwein Rudi Rüssel“ und „promovierte über das Absurditätenproblem“. Na, das ist doch was.

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Wirklich ein Prima Buch: Eine alte Dame im Pflegeheim erzählt dem Erzähler, wie sie nach dem Krieg die Currywurst erfunden hat. Aber (Klappentextzitat, weil das alles stimmt) „sie rückt auf seine Fragen nicht so schnell mit einer Antwort heraus. Vielmehr erzählt sie eine ganz andere Geschichte (…).

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Im April 1945, kurz vor Kriegsende, hat sie einen Marinesoldaten in ihrer Wohnung versteckt und mit ihm ein Liebesverhältnis angefangen. Dann aber kapituliert Hamburg. Die Frau Lena Brückner will den Deserteur noch nicht heim zu Frau und Kind lassen. Sie verschweigt ihm, dass der Krieg zu ende ist.

So sitzt er in der Wohnung fest und wird mit Ersatzgenüssen umsorgt, mit Gerichten und Geschichten: Wildgemüse, Eichelkaffee und falscher Krebssuppe. Bis er eines Tages den Geschmackssinn verliert.“

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Wie man sich mit kleinen (oder großen) Lügen oder dem Verschweigen von Wahrheiten (was auch immer das ist) etwas Geborgenheit und Lust sichert. Das Glück der beiden funktioniert nur, weil beide sich gegenseitig ganz Wesentliches nicht sagen. Darum geht es unter anderen in der Geschichte.

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Und natürlich um die Wurst. Um die exotische Gewürzmischung. Wie Frau Brückner da letzten Endes dran kommt, um das Rezept und die Zubereitung und um den Ketchup. Aber erst ganz zum Schluss. (Wirklich erst zum  Schluss, Steffen!)

Macht Spaß zu lesen.

Alle zusammen

Noch einmal Dankeschön für alle Glückwünsche und Geschenke.

Weil einige der Geschenke mich für die nächsten Jahre blogtechnisch auslasten werden, muss ich jetzt mal anfangen, alles zu sortieren und Inventur zu machen.

Ich habe die schöne Waldarbeiterszene hier nicht mitgebracht, auch die Bäume, die Vespa und die John Deere Traktoren nicht.

Aber ich habe mal alle Personen, die in diesen Bloggeschichten eine Rolle gespielt haben oder noch eine Rolle spielen können, zusammengestellt.

Damit man sie besser erkennen kann, sind sie als „Thumbnails“ hier drin. Also die kleinen Bilder bitte anklicken, dann werden sie größer. (Die großen werden beim Anklicken nicht noch größer. Aber auch nicht kleiner.)

Bekannt sind natürlich diese: Ex-Cable Joe und Mähchen. Mit ihnen fing ja alles an. Damals.

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Auch mit denen hier gab es schon Beziehungs- und andere Dramen: Frau Weichbrodt (Sesemi), jetzt ohne den verflossenen Herrn Mindernickel, dafür mit ihrem neuen Schwarm, Herrn Bongartz aus Texas, Bruder Lully und seine verehrte Geliebte Undine Gehscha. Und auch Frau von Tümmler, die von ihrem Herrn Marquardt mal wieder sitzen gelassen wurde.

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Die Marquardts (1) bis (5) kennen wir mittlerweile auch schon ganz gut, vor allem ihre Spezialaufträge.

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Und bei denen hier, die schon mal bei der verblichenen Fliege aufgetaucht sind, handelt es sich um alte Arbeitskollegen von Hans aus der Fabrik. Bisher noch namenlos. Francesco, der Brückenarbeiter, der Lieblingskollege von Hans, stürzte ja in Ausübung seiner Berufspflichten im Sommer diesen Jahres ab und gilt seit dem als verschollen.

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Und hier betreten die noch nicht erweckten Figuren die Bühne: Sogenannte “Passanten”, die einfach nur herumgehen oder stehen und eine Szene dekorieren. Jede einzelne Figur hat natürlich und braucht natürlich erstmal eine Geschichte.

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Hier sind noch weitere 6 „Passanten“, aus denen sich schon mal locker 3 Pärchen ergeben würden, wenn man sie ließe.

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Diese Gruppe wird als „Stadtbesichtigung“ bezeichnet. Die Figur rechts ist wohl die Haupt-Agitatorin der Gruppe, mit Mikrophon (?).

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Und das ist eine Sammlung von „Berufen“. Was wohl die Berufe der beiden Faruenfiguren sind? Irgendwie undurchsichtig.

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Daneben bin ich jetzt auch stolzer Besitzer einiger Kloszenen. Hier ist der Flegel, der Stehendpinkler, der nicht einmal das Häuschen benutzt:

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Die anderen sind schamloserweise nur zu erkennen, wenn sie die Tür nicht zu machen. Scheint aber niemand hier zu stören. Der Zeitungsleser:

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Eine weibliche Person, die ich – glaube ich –  Frau Kuttner taufen werde:

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Und ein verliebtes Paar, das es sich hier trotz viel Gestank gemütlich gemacht hat.

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Zur Weihnachtszeit wird es verstärkt Bewegungen und Austausch mit den himmlischen Heerscharen geben, deshalb zeige ich hier schon die Jahresendfiguren, die demnächst den Blog bevölkern werden. Ihre Namen muss ich noch herausbekommen. Eine/r der Engel wird sicherlich Sophia heißen. Vielleicht die kleine putzige Figur ganz links.

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Wie gesagt: Die anderen Sachen, aus denen man Bilder und Geschichten machen kann, sind heute nicht dabei. Nur die Straßenwalze musste ich unbedingt unter die Lupe nehmen, deshalb also: Der Henschel.

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Wem zu irgendeiner der neuen Figuren etwas einfällt, wer eine Idee hat, ein Erlebnis aus ihrer Vergangenheit kennt oder eine Geschichte, die sich zwischen zwei Figuren abspielen könnte, bzw abgespielt hat, wie eine Figur mit einer anderen bekannt oder verwandt sein könnte, wo sie sich einmal begegnet sind usw. usw., oder auch nur einfach weiß, wie sie heißen, der möge doch bitte einen Kommentar hinterlassen.

Ich werde mein möglichstes tun, die Vorschläge einzubauen, oder sie mit meinem Wissen und meinen Vorstellungen kombinieren, wenn das geht. Und es winken natürlich für die Ideen, die dann in den Blog Eingang finden werden, „wertvolle Sachpreise“. Versprochen.

Ansonsten werden die Figuren Schritt für Schritt die Geschichte selber weiterspinnen. Mal sehen, was da noch rauskommt.

Gehscha 5 / Lavendel

Bruder Lully wusste, dass Undine Gehscha Levendel so gerne mochte. Deshalb hatte er Joe gebeten, einen guten dicken Zweig zu beschaffen. Den wollte er Undinen zum Geschenk geben.

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Joe hatte einige Mühe, das Ding zu transportieren und es abzuladen.

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Aber schließlich lag es da und Lully betrachtete es sorgenvoll.

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Wie sollte er es ihr sagen? Dass so betörend und lieblich der Duft des Lavendels war, er ihr Gemüt und ihren Charakter fand? Dass, so zärtlich die weichen Blättchen des Lavendels, seine Gefühle Undinen gegenüber waren? Konnte er so etwas sagen? Würde ihr das gefallen? Oder würde sie ihn auslachen?

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Sie standen neben einander. Reglos. In stiller Bewunderung und sagten kein Wort. Dann kam es aus ihm heraus: „Für Dich!“ sagte er. „Du bist das Schönste…“ sagte er dann.

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Und dann sagte er noch viel mehr. Dinge, die er zuvor noch nie gesagt hatte. Die er vielleicht auch nie mehr sagen würde. Sätze, die er sich auch nicht überlegt hatte. Von denen er inständig hoffte, dass sie nicht falsch verstanden werden würden…

Aber das taten sie natürlich nicht. Undine verstand das alles schon sehr richtig. Und war von den Socken.