Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Edith Hübsch.

Calendar
September 2010
M D M D F S S
« Aug    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv der Kategorie Edith Hübsch

Gehscha 22 / Akte

“Und, was sagst du dazu?”

l1040729-cranach-1-20.jpg

Lully hatte es endlich geschafft, Gehscha dazu zu bringen, seine Bilder anzusehen. Und Gehscha war völlig sprachlos. So etwas hatte sie nicht in ihren wildesten Träumen erwartet.

l1040730-cranach-2-15.jpg

“Lully, mein zutiefst Geliebter, das ist ja ganz phantastisch. Du bist ein richtig großer Künstler. Warum habe ich das nicht früher gewusst? Wie fein das alles gemalt ist…!”

“Ja, und weißt du, wer mir dafür Modell gestanden hat? Edith Hübsch!” lachte er gelöst.

l1040731-cranach-3-20.jpg

“Nein, das darf nicht sein!” Undine war bleich geworden. “Du hast es noch nicht gehört: Edith ist tot. Ermordet offensichtlich.”

Jetzt war Lully sprachlos. “Edith! Gott, nein! Gerade jetzt! Sie hat einen großen Betrag in einer Lotterie gewonnen, das hat sie zumindest überall herumerzählt, und alle haben sich für sie gefreut…, na vielleicht doch nicht alle…!?”

l1040735-cranach-4-15.jpg

“Ja, und jetzt hat man einen von den Marquardts im Verdacht, weil der sich wohl an sie rangemacht hat in den letzten Wochen und nur auf ihr Geld scharf war. So heißt es zumindest.”

l1040734-cranach-5-20.jpg

“Ich kann das nicht glauben. So ein Marquardt bringt nicht so einfach eine alte wehrlose Frau um. Die Marquardts haben doch noch sowas wie Ehrgefühl!”

“Sag mal”, meinte Undine zaghaft.

“Was?”

“War sie ganz nackt, die Edith, als sie Dir da gegenüber stand?

“Ja, schon !?”

l1040736-cranach-6-20.jpg

“Und… wie war das für Dich?”

“Schön. Sehr schön…”, meinte er und schien gedanklich plötzlich ganz weit weg zu sein.

l1040737-cfranach-7-20.jpg

Und er sann darüber nach, was das für ihn zu bedeuten haben konnte, dass Frau Hübsch jetzt plötzlich tot war…?

Edith / Ende 4

l1040482-hubschtot-28-15.jpg

„Waren Sie in den letzten Tagen schon mal hier? Haben Sie da etwas Verdächtiges oder Ungewöhnliches entdeckt?“ fragte ganz direkt Inspektor Doll.

„Ja, ich…!“ „Nein! Nein!“ Herr Marquardt (5) schnitt Frau von Tümmler, die gerade alles beichten wollte, was sie gesehen hatte, lautstark das Wort ab. „Nichts haben wir gesehen. Null. Niente. Wir kamen nur zufällig gerade hier vorbei und wollten…“

l1040483-hubschtot-29-50.jpg

„Wollten was?“ „Nur so mal ins Nachbardorf rüber laufen. Bisschen frische Luft schnappen, Sie wissen schon!“ „Ja, ist klar. Das brauchen wir doch alle mal. So ein bisschen Entspannung. Und dass hier ein Mord geschehen ist, davon wissen Sie nichts, hä?“ Marco, kannst Du bitte die Personalien aufnehmen? Und dann lass uns gehen, ich habe die Schnauze voll.“

l1040489-hubschtot-30-15.jpg

„Was hältst du von den beiden?“ fragte er seinen jungen Kollegen. „Nichts!“ antwortete der. „Die haben auch was zu verbergen. Auch Dreck am Stecken.“ „Das denke ich auch, Marco. Das glaube ich auch. Lass uns ins Büro fahrten. Wir müssen dem Chef und dem Staatsanwalt Bericht erstatten.“

l1040487-hubschtot-31-15.jpg

Und so machten sie sich auch auf in die Stadt ins zweite Dezernat, um der Bürokratie Genüge zu tun.

l1040490-hubschtot-32-15.jpg

Herr Marquardt (5) und Frau von Tümmler waren alleine zurück geblieben. „Wie kannst Du nur!“ war Herr Marquardt (5) wütend. „Was denn?“ „Du willst doch nicht etwas in so einen Fall verwickelt werden? Was, wenn es Mord ist?“ „Also glaubst du mir jetzt endlich?“ Frau von Tümmler triumphierte ein bisschen.

l1040491-hubschtot-33-15.jpg

„Ja, ich glaube dir. Der Doll und der Grolle, die ahnen sicherlich schon was. Wir müssen jetzt ganz genau aufpassen, was wir sagen. Kannst du Dir ein Alibi beschaffen für den Tag, an dem Du die Leiche gefunden hast und für die Tage davor auch?“

l1040493-hubschtot-34-15.jpg

„Ja, Schatz, das kann ich. Sei unbesorgt!“ und damit gab sie ihm einen unbeschwerten Schmatz auf die Backe. „Was ist denn jetzt in sie gefahren,“ dachte Herr Marquardt verdutzt…

l1040492-hubschtot-35-50.jpg

„Und das mit dem Ahorn, das vergessen wir auch ganz schnell, gell?“ „Ahorn?“ „Ja, das Ding, das ich am Strand dabei hatte. Das hab ich hier liegenlassen als ich die Leiche fand. (Ich wollte das Ahorn doch zum Ahornschleifer ins Nachbardorf bringen.) Und jetzt ist es ja weg. So blöd. Aber ich habe ja auch nichts dafür bezahlt. Ist also nicht weiter schlimm. Soll jemand anderer damit glücklich werden. Komm, lass uns gehen.“

l1040494-hubschtot-36-15.jpg

Herr Marquardt (5) war völlig verwirrt. Das Ahornsurfbrett war jetzt nicht mehr da, obwohl Frau von Tümler es hier deponiert / vergessen hatte, als sie die Leiche fand. Das heißt, dass entweder die Polizei das Ding konfisziert hatte oder – Horror – der Mörder noch einmal an den Tatort zurückgekommen war und sich das Ding einfach unter denn Nagel gerissen hatte. Beides waren sehr unangenehme Vorstellungen.

(Fortsetzung folgt baldigst. Versprochen.)

Edith / Ende 3

l1040477-hubschtot-19-15.jpg

„Sehr richtig,“ fügte Edith im Verhör der Aussage von Hans hinzu. Edith war an dem Tag, als wir alle zusammen waren und Lully so glücklich war, aber völlig normal. Also ich meine, sie fühlte sich nicht irgendwie bedroht oder so. Auch Sabse, die an dem Tag uns verlassen hat, hatte sie ja eigentlich immer in Frieden gelassen.“ Adelheit begann leiser zu werden und verstummte dann völlig.

l1040475-hubschtot-20-15.jpg

„Bis auf…“ fuhr sie langsam und in Gedanken verloren fort, „bis auf die paarmal…“ „Ja?“ „Naja, Hans, du warst doch auch dabei: Sabse hat ein paarmal ganz direkt Edith so hämisch angemacht, so als ob sie irgendwas wüsste, was niemand anderer erfahren darf. Über Edith“.

l1040480-hubschtot-21-15.jpg

Marco Grolle, der aufstrebende Kommissar, hatte die Vernehmung mit Manfred fortgesetzt, aber nichts Neues von ihm herausbekommen. Manfred war auf Montage gewesen und hatte mit niemandem Kontakt gehabt.

„Kannte Edith Ihren Schwager im Nachbardorf?“ fragte Marco Grolle Hans direkt. „Ja, das schon, den kennt sie. Aber nicht näher. Nicht dass ich wüsste. Sie müssen sich 2, 3 mal begegnet sein, das war alles. Sie wusste aber, dass er bettlägerig ist und wahrscheinlich auch nicht mehr gesund werden wird.“ „Ahja. Ahja. Das ist doch schon mal interessant. Danke für diese ersten Informationen.“ Grolle war sich sicher, dass das noch nicht das Ende war. Ein Darmvirus, von dem man sich nicht mehr erholen sollte, das hatte er noch nicht gehört. Da gab es Widersprüche. Ernsthafte!

l1040478-hubschtot-22-50.jpg

„Herr Doll, Herr Doll!“ Adelheit musste noch etwas loswerden: „Ich weiß zwar nicht alles, aber die Frau Schabulsky, ja? Also die ist böse. Von Grund auf. Und sie hat es auf Edith abgesehen. Da bin ich mir sicher.“

l1040479-hubschtot-23-15.jpg

„Warum glauben Sie das, Frau Tybbke? „Weil ich weiß, dass die Sabse, also die Frau Schabulsky, eine stadtbekannte Zuhälterin ist und vor nichts zurückschreckt!“ „Adelheit! Komm jetzt!“ rief Hans „Wir müssen zum Schwager, bevor es zu spät ist. Dringend. Jetzt gleich!“

l1040486-hubschtot-24-15.jpg

Frank Doll und Marco Grolle waren etwas erschüttert: „Es scheint, als lägen da noch ein paar ganz andere Leichen im Keller begraben,“ meinte Doll metaphorisch. „Und so ganz zurechnungsfähig sind die ja alle nicht,“ fügte Grolle hinzu. „Das wird ein großes Stück Arbeit werden.“ Guck mal, da kommen ja noch so zwei Hübsche. Ist der Tatort schon zur bekannten Attraktion geworden oder was?“

l1040484-hubschtot-25-15.jpg

Tatsächlich: Herr Marquardt (5) und Frau von Tümler waren aufgetaucht und in heftigen Disput eingetaucht.

l1040485-hubschtot-26-15.jpg

„Doch! Ich sage dir doch, hier war es. Das hier sind die „sterblichen Überreste“ von Frau Hübsch!“ „Nein, nein, das glaub ich nicht. Frau Hübsch kann doch nicht einfach so sterben und dann verschwinden!“

„Aber wenn ich es dir sage! Ich habe sie doch gesehen!“

l1040481-hubschtot-27-15.jpg

„Können wir Ihnen helfen?“ Marco Grolle war zu ihnen rüber gegangen und hatte ihren Streit unterbrochen. „Nein nein, alles in Ordnung!“ versuchte Herr Marquardt (5) natürlich zu klingen und wackelte etwas an seiner roten Mütze.

(Fortsetzung folgt baldigst.)

Edith / Ende 2

l1040465-hubschtot-10-20.jpg

Hilmar Stampf hielt  den Tatort und die Leiche und vor allem die Lache von Blut und Gedärmen der Frau Hübsch, die da so schrecklich herum lagen und schon leicht angetrocknet waren, auf Film fest. Für die Zeitung und für die Öffentlichkeit sollte kein Detail ausgelassen werden. Alle hatten ein Recht, davon zu erfahren und alles zu wissen. Das war sein Leitspruch.

l1040466-hubschtot-11-20.jpg

„Der Inspektor Doll wird gleich hier sein,“ meinte Manfred. Es roch in der Zwischenzeit wirklich schon ziemlich süßlich. Ein Geschmack wie Erdbeermarmelade lag in der Luft. „Verwesungsgeruch“  analysierte Hilmar Stampf.
„Er hat gesagt, er schickt jemanden vorbei, der Edith ins Labor fährt. Sie soll obduziert werden.“ „Ach Gott, meinte Adelheit realistisch, „Was ist denn da noch obzuduzieren? Hier liegt doch alles offen rum!“

l1040467-hubshtot-12-15.jpg

Und dennoch: Joe war mit seinem Quad zur Stelle, gemeinsam hievten sie die Leiche von Frau Hübsch auf die Ladefläche. „Pass auf, mach Dich nicht blutig!“ warnte Adelheit ihren Mann und los fuhr Joe zum Institut.

l1040468-hubschtot-13-15.jpg

„Das wird was geben!“ Darüber war sich Adelheit mehr als klar. Das war Mord. Eindeutig. Und die Frage war nur: Wer war der Mörder?“

l1040470-hubschtot-14-20.jpg

Wenig später waren sie am Tatort eingetroffen: Frank Doll, verdienter Inspektor des zweiten Dezernats, frisch aus dem Skiurlaub zurück, an Krücken und in Gips, sowie sein ambitionierter, ehrgeiziger Jungkommissar Marco Grolle.

l1040469-hubschtot-15-15.jpg

„Das ist ja eine stinkende Sauerei,“ grummelte Frank Doll in seinen Bart. „So etwas ist mir ja noch nie untergekommen!“ Manfred war zur Stelle: „Wir haben die Leiche ins kriminaltechnische Institut fahren lassen, wie von Ihnen angeordnet, Herr Oberinspektor!“ „Jaja, schon gut, lassen Sie den Ober weg. Inspektor reicht.“ Pause. „Ich muss auch gleich mal einen fahren lassen, das Mittagessen hätte nicht so schwer sein müssen heute. Traurig traurig, das alles.“ Er schien an etwas völlig anderem zu kauen und war fast ganz abwesend.

l1040472-hubschtot-16-20.jpg

„Kannten Sie sie? Gut?“ „Ja, schon. Sie gehörte zum Bekanntenkreis, sang auch im Chor mit all den anderen, aber näher gekannt habe ich sie nicht.“

l1040471-hubschtot-17-20.jpg

„Was meinen Sie, was wollte sie an diesem verlassenen Ort?“ „Naja, der Weg führt in den Nachbarort, da wohnt der Schwager von Tybbkes, womöglich wollte sie auch da hin. Oder sie wollte Hans und Adelheit treffen, auf ihrem Weg zum Schwager… Die nehmen ja häufig diesen Weg.“

l1040474-hubschtot-18-50.jpg

„Herr Tybbke, Sie haben sie zuerst gesehen und gefunden, richtig?“ „Ja, so war’s!“ „Wann haben Sie sie lebend zum letzten Mal gesehen?“ „Lassen Sie mich mal nachdenken: Am 2. Februar war das, da war die Versöhnung von Lully und Gehscha und der grandiose Abgang von Sabse. Da waren wir alle zusammen.“

(Fortsetzung folgt baldmöglichst. Der Fall muss aufgeklärt werden.)

Edith / Ende 1

Hans und Adelheit waren auf dem Weg zum Schwager (von Hans, der krank das Bett hüten musste und dringend Besuch nachgefragt hatte (ein Darmvirus)).

l1040455-hubschtot-1-15.jpg

Der Weg führte sie durch ziemlich schwammiges Gelände.

l1040456-hubschtot-2-15.jpg

Es ging aufwärts und dann wieder abwärts, was weder Hansens Knie, noch Adelheits Rücken gut tat.

l1040457-hubschtot-3-15.jpg

„Schwimmen gehen, soll ich,“ sagte sie zu Hans, „hat mir jetzt mein Arzt empfohlen. Wann soll ich das denn bitteschön machen?! Wie stellt er sich das bloß vor,“ jammerte sie. Doch Hans hörte nicht zu.

l1040458-hubschtot-4-15.jpg

„Mein Gott!“ rief er bestürzt. „Schau doch mal! Da!“ Und was er sah und was Adelheit auch gleich sehen sollte, nahm ihnen beiden den Atem.

l1040459-hubschtot-5-15.jpg

„Edith!“ schrie Adelheit voller Entsetzen. „Es ist Edith!“ „Halt, geh nicht näher ran!“ befahl ihr ihr Gatte aus Vorsicht und Voraussicht.

l1040460-hubschtot-6-15.jpg

„Sie ist tot, das sieht man!“ „Schau Dir das Blut an und die ganze S…!“ „Furchtbar! Ogott! Ogott! Wie ist denn das bloß passiert? Wer macht denn so was?“

l1040461-hubschtot-7-50.jpg

„Weißt Du, was ich glaube? Hans dämmerte so langsam etwas: „Sie ist umgebracht worden. Ermordet! Und dann hat man sie einfach so liegen lassen…!“

l1040462-hubschtot-8-15.jpg

„Aber warum denn? Das arme Ding!? Sie hat doch niemandem etwas getan! “
Aber sie konnten ihr jetzt definitiv nicht mehr helfen. Hans hatte das Handy eingesteckt, mit dem er Manfred herbei rief und auch gleich die Polizei.

l1040464-hubschtot-9-20.jpg

Manfred kam und brachte gleich Hilmar Stampf mit, seinen alten Freund von den Lokalnachrichten, der sich über den neuen „Fall“ freute wie ein kleines Kind („Nach den verlorenen Armen von Olaf schon wieder so ein Knaller und schon wieder exklusiv, ich habe wirklich ein Schweineglück zur Zeit.“)

(Fortsetzung folgt so bald wie möglich.)

Gehscha 21 / Schluss des Dramas 2

Sie hatten sich alle zusammengefunden, um die falschen Geschichten endlich aus der Welt zu schaffen.

l1040376-dramaschluss-9-50.jpg

Gehscha und Lully waren offensichtlich wieder ein Herz und eine Seele.

“Liebe Freunde”, begann Gehscha ihre Rede. Und dann erzählte sie alles, was sie von Lully erfahren hatte: Von seiner Leidenschaft, der Malerei, seiner “Suche nach wahrer Schönheit”, seinem Talent, im Stil alter Meister zu malen, seiner Vorliebe für Frauen mittleren Alters und molliger Fülle, die er so graziös darstellen konnte wie kaum ein anderer.

l1040377-dramaschluss-10-15.jpg

Sie hatte sich alles zeigen lassen, was von den Kunstwerken Lullys noch da war. Vieles hatte er verkauft oder verschenkt und den Erlös, wenn es denn einen gab, in die Kirchenrenovierung gesteckt. Gehscha hatte die Leinwände gesehen, die Farbtöpfe, die halbfertigen Akte, die Zeichnungen und die Sammlung wertvoller Pinsel, die Lully schön säuberlich im Keller versteckt hatte. Sie war in Tränen ausgebrochen über so viel Anmut seiner Figuren und gleichzeitig soviel Niedertracht der Menschen, die nicht das Gute sehen wollten.

l1040379-dramaschluss-11-50.jpg

Und gerade, als sie anfangen wollte, Sabse und die anderen Gerüchteverbreiter zu beschimpfen, stapfte Sabse Schabulsky auf die Szene.

l1040380-dramaschluss-12-15.jpg

“Lully, wir sind geschiedene Leute! So kannst Du mit mir nicht umgehen. Das lasse ich mir nicht gefallen!”

l1040381-dramaschluss-13-15.jpg

“Ich weiß ganz genau, was gelaufen ist. Die Story mit Deinen Gemälden kannst Du gottweißwem erzählen, aber doch mir nicht! Ich war doch dabei!”

“Sabse…!” wollte Lully sie bremsen und unterbrechen, doch er hatte keine Chance. Sabse war völlig wahnsinnig und in Rage.

l1040382-dramaschluss-14-15.jpg

Keiner konnte sie jetzt aufhalten. “Ich wünsche Euch einen schönen Tag miteinander. Ich ziehe mich aus Eurer Gesellschaft zurück, will nichts mehr mit Euch zu tun haben. Ihr wollt die Wahrheit ja einfach nicht wahrhaben, scheint mir. Ich sage nur: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es kommt alles an den Tag. Irgendwann einmal, da könnt Ihr Gift darauf nehmen. Nicht wahr, Frau Hübsch?”

l1040383-dramaschluss-15-50.jpg

Und damit rauschte sie hinweg und ließ eine Gruppe ratloser Menschen zurück. Soviel undurchsichtige Andeutungen und Drohungen hatten sie noch nicht auf einem Haufen gesehen. Sie waren fassungslos.

Aber erstmal waren sie alle froh, dass bei Lully und Gehscha wieder häuslicher Friede eingekehrt war. Und dass sich alle Verdächtigungen in Luft aufgelöst hatten.

Obwohl Edith und Adelheit die Geschichte vom Malen ziemlich unspannend und unbefriedigend fanden - sie mussten sich bald mal die “Nacktbilder” (Akte!) aus Lullys Pinsel und Feder zeigen lassen.

l1040384-dramaschluss-16-15.jpg

Sie schauten Sabse lange nach und dachten: Was für ein Mensch! Wie kann man so boshaft sein?

Und was war das schon wieder mit dem Hinweis auf Frau Hübsch? Nur eine weitere Verläumdung?

Gehscha 20 / Schluss des Dramas 1

Adelheit und Hans Tybbke waren sich nicht sicher, ob das der richtige Ort war, um eine so delikate Angelegenheit aus der Welt zu schaffen.

l1040366-dramaschluss-1-15.jpg

“Sie wird die Wahrheit schon ertragen”, meinte Adelheit.

“Lully ist doch gar nicht so, das kann doch keiner ernst nehmen, diese Geschichten glaubt doch keiner. Das löst sich doch alles in Luft auf!” brummte Hans, der völlig auf der Seite seines alten Skatbruders stand.

l1040369-dramaschluss-2-15.jpg

Undine näherte sich langsam. Sie hatte alle zusammengerufen um ihnen zu sagen, wie sie sich entschlossen hatte, was sie herausgefunden hatte und wie das jetzt weitergehen sollte. Damit das öffentliche Gerede über sie und ihren “Gefährten” endlich aufhörte.

l1040367-dramaschluss-3-15.jpg

Hans versuchte, Lully noch einmal Mut zuzusprechen. “Du brauchst keine Sorgen haben, Lully, wir halten alle zu Dir!”

l1040370-dramaschluss-4-50.jpg

“Ich mache mir keine Sorgen, Hans. Für mich ist alles geklärt.”

“Wirklich? Was hast Du denn geklärt? Hast Du die Sabse endlich mal zusammengestaucht? Das hatte sie ja wirklich mal verdient, das Stück!”

l1040374-dramaschluss-5-15.jpg

Edith Hübsch war mittlerweile ebenfalls eingetroffen und versuchte, aus Adelheit die letzten Neuigkeiten herauszuholen.

Lully antwortete: “Nein, mein lieber Hans, mit Sabse habe ich gottseidank nicht gesprochen und ich werde auch vorziehen, das weiterhin nicht zu tun.”

l1040375-dramaschluss-6-15.jpg

“Mir geht es um Undine, glaub mir das bitte. Für sie tue ich alles. Sabse ist mir schnurzegal.”

“Weisst Du, wo Manfred geblieben ist?” erkundigte sich Adelheit bei Edith.

“Manfred? Nein, warum?”

“Weil der heute morgen wieder mit Sabse zusammen gesehen worden ist. Ich will bloß wissen, was die beiden miteinander aushecken…”

l1040371-dramaschluss-7-15.jpg

Edith ahnte, dass Manfred noch ein anderes Süppchen am Kochen hatte, das womöglich noch schwerer wog als die Frauengeschichten des Bruders Lully.

l1040373-dramaschluss-8-15.jpg

Fortsetzung folgt in 2 Tagen.

Gehscha 17 / Aufklärung 2

Gehscha hatte in verzweifelter Ruhe die Anschuldigungen von Adelheit und Edit angehört. So sehr sie innerlich brodelte, wollte sie darüber sachlich mit Lully reden. Sie vertraute ihm immer noch mehr als den beiden Damen.

l1040347-orange-8-15.jpg

Der Verdacht - die Frauen, die bei Lully ein- und ausgingen und Frau Schabulsky als damals quasi von ihm bezahlte “Beschafferin” - war so ungeheuerlich, dass sie ihn erstmal nicht akzeptieren wollte.

l1040341-orange-9-15.jpg

“Hallo, Frau Gehscha!” Sie drehte sich um und sah Manfred auf sie zukommen. “Bitte, falls Sie jetzt etwas von Adelheit und Edith gehört haben, verstehen Sie das bitte richtig. Es ist nicht alles so, wie Sie annehmen!” “Na das ist ja prima”, dachte Gehscha. “Die ganze Stadt weiß wohl schon über den Fall Bescheid und alle wollen mir jetzt ihre Version der Geschichte erzählen. Lach!”

l1040342-orange-10-15.jpg

“Oooooh, doch, das war alles genau so schlimm, wie Sie sich das jetzt vorstellen, Frau Gehscha!” Und das war eindeutig Sabses Stimme, die da von hinter Manfred hervordröhnte.

l1040344-orange-11-15.jpg

“Ich habe das ja damals alles gemanagt. Ich weiß doch, was für ein Loddel der Lully war und immer noch ist. Ich meine, jetzt natürlich nicht mehr so aktiv, aber damals, aber hallooo!”

l1040343-orange-12-50.jpg

Sabse war nichts peinlich. Sie genoss ihren Triumph gnadenlos. Ein Glück zu zerstören, das fand sie prima. “Aber glauben Sie nur nicht, dass alle, die jetzt plötzlich ihre Freundinnen sind, damals so ganz unschuldig waren. Die beiden Damen hier waren ja auch mal jung und schnuckelig. Und “hübsch” sage ich nur!” polterte Sabse und lachte heißer.

“Ich möchte jetzt nicht mit Ihen reden. Bitte gehen Sie weg!” brachte Undine Gehscha zitternd hervor. “Bitte lassen Sie mich jetzt in Frieden!” “Gut, wenn Sie unbedingt wollen, dann lasse ich Sie. Ich wollte Ihnen ja nur helfen. Wissen Sie, in Japan könnte sowas ja nicht passieren. Ich bin gespannt was Lully Ihnen dazu sagen wird.”

l1040345-orange-13-15.jpg

Undine wandt sich an Edith Hübsch: “Was war das für eine Anspielung eben von Sabse? Betraf die Sie, Frau Hübsch?” “Ich habe keine Ahnung”, wimmelte Edith ab. “Aber die Frau ist so niederträchtig, die geht ja über Leichen! Der würde ich kein Wort glauben. ” Adelheit kam auch dazu.

l1040346-orange-14-15.jpg

“Ich muss jetzt gehen. Für Hans was kochen, der kommt bald nach Hause. Bin jetzt völlig geschafft. Wo kamen denn Manfred und Sabse jetzt so plötzlich her? Woher kennen die sich eigentlich? Und woher weiß denn Manfred, was bei Lully und den Damenkränzchen damals geschehen ist?” Aber weder Edith noch Gehscha hatten darauf eine Antwort.

Gehscha 16 / Aufklärung 1

Adelheit Tybbke und Edith Hübsch hatten sich mit Undine Gehscha auf der orangeroten Sitzecke zu ihrem Geheimtreffen verabredet.

l1040331-orange-1-15.jpg

Undine kam und war sichtlich erwartungsvoll nervös.

l1040332-orange-2-15.jpg

“Können Sie mir bitte ganz ohne Umschweife sagen, worum es geht?” brach Undine sofort los. Sie wollte keinen Small Talk, sie wollte Fakten.

l1040333-orange-3-15.jpg

“Also gut”, begann Adelheit etwas erschrocken, aber sie wollte ihr bestes tun, um in einfachen Worten die komplizierte Lage der Dinge zu beschreiben. “Wir wollen Sie nicht weiter im Dunkeln lassen, sondern Ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, Undine. Sie wissen vielleicht, dass Frau Sabine Schabulsky, Ihre Nachbarin, die ehemalige Haushälterin von Pater Lully ist?”

l1040334-orange-4-15.jpg

“Ja, darüber haben wir uns schon auseinandergesetzt”, seufzte Undine. “Ich weiß auch, was in diesem Zusammenhang eine “Haushälterin” ist und macht. ” “Dann ist das ja schon einmal erledigt”, machte Edith Hübsch weiter. “Sabse hatte aber noch eine andere Aufgabe. Denn außer ihr gab es noch andere weibliche Personen, die bei Lully ein- und ausgingen.” Sie wartete kurz auf eine Reaktion von Undine, die kam aber nicht.

“Ja”, machte Adelheit weiter, “Sabse war das Organisationsbüro von Lullys Hobbykeller sozusagen. Sie stellte die Kontakte her, auf Basis von Lullys Wunschliste und wählte entsprechende Personen für ihn aus. Und er scheint sich auf ihre Dienste und ihren Geschmack verlassen zu haben. Denn er hat sie gut dafür bezahlt. Und…”

l1040335-orange-5-15.jpg

“Hören Sie auf! Ich kann es nicht mehr hören!” Undine war den Tränen nahe. “Nur das noch, liebes Fräulein Gehscha: Sabse bekommt wohl heute noch monatliche Beträge für ihre Dienste von damals…” “Oder”, fiel Edith ihr ins Wort, “dafür, dass sie nichts darüber erzählt…?!”

“Das ist ganz und gar widerlich, was Sie mir da erzählen, und es verletzt mich tief. Ich möchte Ihnen nicht glauben, aber ich muss es wohl tun. Was treibt Sie dazu, mir das zu sagen? Ihre Abneigung gegen Frau Schabulsky? Denken Sie, ich sollte etwas gegen diese Person unternehmen? Ich denke, das hat noch Zeit. Ich will jetzt sofort und zuerst mit Lully reden, das ist mir wichtiger. Deshalb möchte ich Sie auch jetzt verlassen. Und keine weiteren Details von Ihnen hören. Ich kann kein Wort mehr verdauen.”

l1040337-orange-6-15.jpg

Sprach’s und wandte sich um und ging. “Aber warten Sie doch”, rief Adelheit ihr nach. “Wir müssen doch eine gemeinsame Strategie aushecken!” Aber Undine drehte sich nicht mehr um.

l1040340-orange-7-15.jpg

“Strategie? Gegen wen? Nein, das müssen wir überhaupt nicht. Ich muss mit Lully reden, sonst nichts.!”

Edith / und Adelheit am Telefon

Sie hatten vereinbart, dass sie Gehscha zum Tee einladen wollten, aber wer das jetzt konkret machen sollte, war nicht ganz klar. Adelheit hatte etwas Angst, so ganz alleine zu telefonieren. Also taten sie es zusammen.

l1040348-telefon-1-15.jpg

Gottseidank war Manfred, der Arbeitskollege von Adelheits Hans um den Weg, der ihnen helfen konnte, das Telefon zu bedienen. Adelheit hatte ja immer so große Probleme mit den vielen Knöpfen und der ganzen neumodischen Gerätschaft.

l1040354-telefon-2-15.jpg

Entweder sie verstand nicht recht (akustisch), was auf der anderen Seite der Leitung gesagt wurde oder man verstand sie nicht. Oder sie verwählte sich, weil sie die richtigen Zahlen nicht traf. Irgendwas ging immer schief, weshalb sie das sonst lieber Hans überließ.

l1040349-telefon-3-50.jpg

Aber heute war ja gottseidank Edith  mit dabei, die richtig „technik-affin“ war, wie das neuerdings hieß. Immer auf der Höhe der Zeit. „Edith goes digital“ war ihr Leitspruch seit einigen Monaten.

Sie hörten es bei Undine im Apparat schellen und dann ein zurückhaltendes „Hallo?“
„Ja?“ rief Adelheit aufgeregt in das Gerät. „Hallo? Undine? Frau Gehscha? Hallo? Hier sind Adelheit Tybbke und Edith… Hübsch, wie geht es Ihnen?“
„Haaallooooo!?“ kam es leicht ungeduldig aus der Muschel. „Wer ist denn da? Halloooo!?“
„Frau Gehscha! Wir sind es: Frau Tybbke und Frau Hübsch. Hören Sie uns nicht?“

l1040353-telefon-4-15.jpg

Manfred bemerkte, dass es hier offensichtlich ein Problem gab und schritt ein. Und brachte die Konfusion in Ordnung. Adelheit übernahm einfach die Sprechmuschel und Edith das Hörteil.

l1040350-telefon-5-15.jpg

Und dann klappte es.
„Wir möchten Sie bitte zu einer Tasse Tee einladen, Frau Gehscha. Wir denken, es müsste auch in Ihrem Interesse liegen, wenn wir uns mal ganz ausführlich und vertraulich über unsere gemeinsame Bekannte, Frau Schabulsky, unterhalten.“
„Mit der will ich absolut und überhaupt nichts mehr zu tun haben!“ polterte unerwartet schroff Undine aus dem Empfänger und fluchte: „Diese…..Person!“

l1040351-telefon-6-15.jpg

„Aber genau darum geht es ja. Wir bekommen wir Ruhe vor Ihr? Wir können wir sie aufhalten und ihr mal endlich Manieren beibringen? Seit sie hier aufgetaucht ist, macht sie doch nur jedem Ärger und spielt sich als großer Macker auf. Das kann doch nicht so weitergehen, oder?“
„Da haben Sie völlig recht:“ Undine war vorläufig einverstanden. Ein Termin wurde gefunden. In ein paar Tagen, nachmittags in der orangenen Sitzecke, an einem Ort, and dem man in der Regel ungestört sein konnte.

Allerdings: Was sie nicht wissen konnten: Manfred hatte der Unterhaltung aus einiger Entfernung zugehört und alles mitbekommen. Sollte da eine Verschwörung am Werk sein? Gegen seine alte Freundin Sabse?

Da musste er was unternehmen. Dringend.