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Archiv der Kategorie Bücher

Wassermann - Maurizius

Ein Kriminalroman aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts: Jakob Wassermann “Der Fall Maurizius”. Frankfurt (Insel TB) 2005. 654 Seiten. Mit einem Nachwort von MRR; € 14,–

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Ich fand es nicht spannend. Kann das Werk nicht wirkling würdigen. Vielleicht weil über 600 Seiten zuviel sind für einen Krimi-Plot? Oder zuviel für meine Aufmerksamkeit?

Eine Zusammenfassung:

“Ein Mann wird in einem spektakulären Indizienprozeß des Mordes an seiner Ehefrau für schuldig gesprochen und zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Immer wieder beteuert der Angeklagte seine Unschuld. Ein Justizirrtum? Achtzehn Jahre später entdeckt der sechzehnjährige Sohn des Staatsanwaltes, der damals die Anklage vertreten hatte und mit diesem Fall seine Karriere begründete, die Prozeßakten und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Der Fall Maurizius ist ein spannender Kriminalroman aus dem Deutschland der 1920er Jahre, erschienen 1928 und Wassermanns bekanntestes Werk.”

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Na seis drum.

Walser - Kristlein 1

Damit konnte ich leider gar nichts anfangen: Martin Walser “Die Anselm Kristlein Trilogie” erster Band “Halbzeit”. Frankfurt (Suhrkamp) TB 1960 / 1981, 890 Seiten. Für wenig Geld noch antiquarisch zu bekommen.

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Ich lasse mal die Fachleute sprechen:

Harenberg:

“Der rund 900 Seiten lange Roman Halbzeit ist der erste Teil der sog. Anselm-Kristlein-Trilogie von Martin Walser (Das Einhorn, 1966; Der Sturz, 1973).

In der Geschichte um den gesellschaftlichen Auf- und Abstieg des Ich-Erzählers Anselm Kristlein spiegelt sich die Entwicklung der Bundesrepublik in den 1950er und 1960er Jahren. Halbzeit konzentriert sich auf die Zeit des Wirtschaftswunders und bietet ein kritisches Panorama der Konsumgesellschaft.
Inhalt: Der 35-jährige Anselm Kristlein, verheiratet und Vater dreier Kinder, versucht sich seit dem Abbruch seines Studiums als Vertreter. Als ihm ein Bekannter das Abgebot unterbreitet, als Werbetexter zu arbeiten, steigt er innerhalb eines Jahres zum gefragten Experten auf. Diesen Karrieresprung verdankt Anselm seiner ausgeprägten Fähigkeit zur Anpassung. Er ist ein virtuoser Rollenspieler, dem es allerdings aufgrund der beständigen Ausrichtung an gesellschaftlichen Vorgaben an einer fest umrissenen Identität mangelt.
Doch obwohl Anselm unter dieser steten Außenorientierung leidet, ist er ein ausgesprochenes Gesellschaftstier. Da er seine Familie als Einschränkung seiner Freiheit erfährt, verbringt er die meiste Zeit im Kreis seiner Freunde oder bei einer seiner Geliebten. Mit dem Einstieg in die Werbeindustrie erhält er überdies Zugang zur höheren Gesellschaft, in der er mittels seines Talents zur »Mimikry« ebenfalls brillieren kann. Diese Fähigkeit erweist sich als unerlässlich, denn ob im privaten oder öffentlichen Bereich – überall stellt sich das Leben als Konkurrenzkampf dar. Auch die Gesetze der Konsumwelt, mit der Anselm in seinem neuen Beruf intensiv konfrontiert wird, beanspruchen universelle Geltung.

Als Anselm die Verlobte eines Freundes für sich zu gewinnen versucht, arbeitet er mit den Mitteln des Werbefachmanns, der sich selbst als Produkt anpreist. Die deformierenden Auswirkungen der dauerhaften Konfrontation einer auf Konkurrenz und Konsum abgestellten Gesellschaft werden offenbar, als Anselm von einem Seminar in den USA krank zurückkehrt und sich einer Operation unterziehen muss. Ob er, wie am Ende des Romans angedeutet, seine Familie als Alternative zum gesellschaftlichen Treiben verstehen kann, bleibt offen.
Aufbau: Der Roman ist nicht nach traditionellem Handlungsmuster aufgebaut; Wirklichkeit wird hier durch das Bewusstsein des Ich-Erzählers konstruiert, der seine eigene Geschichte aus der Rückschau berichtet. Darstellungen des äußeren Geschehens, Reflexionen und Rückblenden fließen ineinander; assoziative Sprünge treten an die Stelle einer linearen Abfolge.
Der erste Teil des Romans beschreibt auf 366 Seiten einen einzigen Tag im Leben Kristleins. Hier wird der Leser mit dessen engerem Lebensumfeld – Familie, Freunde, Geliebte – sowie seinem bisherigen Werdegang vertraut gemacht. Die folgenden zwei Teile zeichnen den beruflichen Aufstieg des Protagonisten nach. Dem privaten Umfeld Kristleins im ersten Teil korrespondiert hier die berufliche Welt und die höhere Gesellschaft um den Fabrikanten Frantzke. Sowohl der Erzähler als auch das entworfene Panorama der Wirtschaftswunderwelt der 1950er Jahre sind als typisch gezeichnet.
Obwohl Anselm in das berichtete Geschehen involviert ist, besitzt er doch als rückschauender Erzähler eine gewisse Distanz, die einen ironischen Blick auf das Erzählte ermöglicht und dem Leser so ein kritisches Bild der Konsumgesellschaft eröffnet.
Wirkung: Die Meinungen zu diesem umfangreichen Werk waren direkt nach seinem Erscheinen geteilt. Viele Kritiker vermissten eine traditionelle Handlungsfolge und bemängelten die ungebremste Redewut des Ich-Erzählers sowie den Detailreichtum. Positiv vermerkt wurde hingegen die hohe Sprachvirtuosität des Autors. Mit zunehmender Distanz erfuhr Halbzeit eine freundlichere Bewertung. Der Roman gilt heute als eines der wichtigsten Werke von Walser und bedeutendes Zeugnis der Zeit des Wirtschaftswunders. S. D.

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Na also. Jetzt weiß ich auch, was in dem Roman vorkommt. Beim Lesen war mir das nicht so deutlich.

Walser - Jenseits

Großartig: Martin Walser “Mein Jenseits”. Eine Novelle. Berlin University Press 2010. 119 Seiten, € 19,90.

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So einfache Sätze gefallen mir: “Glauben heißt, die Welt so schön machen, wie sie nicht ist.”

“Glauben lernt man nur, wenn einem nichts anderes übrig bleibt. Aber dann schon.”

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Man muss das Buch sich von Walser vorgelesen vorstellen. In der langsamen Art, im Versuch, hochdeutsche Wörter zu finden, dann wird das erst richtig klar. (”Mädle, horch doch!” zu Thea Dorn im Interview nach wieviel Gläsern Weißwein?)

Noch so was: “Das Jenseits muss schön sein. Sonst kannst Du es gleich vergessen.” (S.32).

Es geht viel um Reliquien in diesem Buch und darum, was sie mit dem Glauben zu tun haben. Sehr schöne Gedanken. Und eine sehr schöne Geschichte. Wie man hört Teil eines neuen upcoming Roman Walsers.

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Man sollte gespannt sein.

Amazons Kurzbeschreibung dazu:

“Augustin Finli, Chef des Psychiatrischen Landeskrankenhauses Scherblingen, weiß, was Älterwerden bedeutet. Ab dreiundsechzig hat er mit dem Zählen der Geburtstage aufgehört und sein Lebenscredo gefunden: »Glauben heißt lieben.« Scherblingen war bis 1803 ein Kloster. Der letzte Abt war ein Vorfahr von Augustin Finli. Der hat, als er noch ein junger Arzt war, ein Seminar besucht, um sein Latein zu verbessern. Im Seminar unangefochtene Beste war Eva Maria Gansloser. Die beiden sind dann so gut wie verlobt. Aber Eva Maria heiratet den Grafen Wigolfing, der an der Eiger Nordwand erfriert. Darauf heiratet sie den 18 Jahre jüngeren Dr. Bruderhofer. Das erregende Moment: Dr. Bruderhofer ist Oberarzt unter Augustin Finli. Eva Maria schickt gelegentlich Postkarten, die Finli sagen sollen, sie könne ihn so wenig vergessen wie er sie. Kann er das glauben? Er glaubt es. »Eine Sekunde Glauben ist mit tausend Stunden Zweifel und Verzweiflung nicht zu hoch bezahlt.« So Finli. Und: »Glauben lernt man nur, wenn einem nichts anderes übrig bleibt.« Das wird zu Finlis Daseinsgefühl.

Der Vorfahr hat geschrieben, es sei nicht wichtig, ob die Reliquien, an die die Menschen glauben, echt sind. Augustin Finlis Jenseits entsteht durch Glaubensleistungen. Und vom Vorfahr hat er gelernt: »Wir glauben mehr als wir wissen.« Das ist der Kernsatz dieser Lebensgeschichte. Kant hat eingesehen, dass die Vernunft nur begreife, was sie selber hervorgebracht hat. Das gewaltige Andere schaffen wir dadurch, dass wir glauben. Es ist ein heftiges Credo, das aus dieser Lebensgeschichte tönt. In der Musik, in der Malerei, überhaupt in der Kunst ist dieses Credo die Voraussetzung der Kreativität.

Kaufen und Lesen.

Vargas - Widder

Ein Comic-Roman. Fred Vargas “Das Zeichen des Widders”. Mit Zeichnungen von Baudoin. Aus dem Französischen von Julia Schoch. Aufbau TB 2010. 212 Seiten, € 14,95.

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Macht schon mal Spass, sowas zu lesen. Es geht aber zu schnell. Wegen der Spannung will man ja wissen, wie es weitergeht. (Die Plots von Vargas sind ja immer sehr stringent, um das mal so zu sagen.) Dann hat man aber leider nicht die Muse, die Zeichnungen zu goutieren, was man aber tun sollte, das ist schon sehr schön gemacht.

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Die übliche Pariser, etwas versponnene und liebenswerte Gesellschaft (der Vater, der den Brunnen der 4 Ströme mit Kronkorken unterschiedlicher Biersorten nachbaut….) macht die Szenerie sehr leicht und sympathisch.

Kommisar Adamsberg allerdings ist in meiner Vorstellung ein völlig anderer Kopf als ihn der Zeichner sieht. Das ist eben immer das Problem: Die Bilder passen nicht zueinander. Mein Adamsberg ist weitaus dramatischer, spektakulärer als der von Maler Baudoin.

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Egal. Die Geschichte ist toll.

Kaufen.

Steinfest - Mariaschwarz

Ein Kriminalroman, österreichisch: Heinrich Steinfest “Mariaschwarz”. München, Piper TB 2009, 312 Seiten, € 8,95.

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Tolles Buch, schöner Plot. Bis man merkt, dass man aufs Glatteis geführt worden ist.

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Und dann wird’s immer abstruser.

Man liest sich fest, weil Steinfest gut schreibt und die Figur Lukastik immer unvernünftiger wird.

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Letztlich habe ich nicht mehr durchgeblickt, wer wen warum ermordet hat und was die Löcher in den Wänden für eine Bedeutung haben. Vielleicht kann mir das mal jemand bei einem Bier erklären?

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Bin für jeden Hinweis dankbar.

Ein tolles Buch. Trotz allem.

Sloterdijk - Gottes Eifer

Peter Sloterdijk “Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen”. Frankfurt, Verlag der Weltreligionen 2007. 218 Seiten, € 17,80.

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Die Quellen (Assmann, etc.) sind lang und breit diskutiert, obwohl Bischoff Huber in dem anderen Band von Lehmann (”Weltreligionen”) immer noch das “Versöhnende” zwischen den Religionen hervorheben möchte.

Sloterdijk macht klar, dass es einen Konflikt gibt und das ist gut so. Jede Religion will einen Anspruch auf die ganze Welt haben. Kein Gott kann sich auf eine halbe Universalität zurückziehen, sonst wäre er nicht der, für den ihn alle halten. Die Herrschaft über alle und alles liegt in seinem Wesen. Daher kommen die Konflikte. Logisch.

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Was wieder ärgerlich ist, ist, dass S. wegen 1 Wort (”Weltnahme”) Carl Schmitt “bemühen” muss, (S. 77) auch noch, wie S. zugibt, aus dem Zusammenhang gerissen… Ja warum macht er es dann? Um mal wieder zu zeigen, dass er sich an was sehr Riskantes traut?

Und dann auch nochmal schnell den “subtilen Reaktionär” Davila (den ich an anderer Stelle hier schon mal weggeschoben habe), dessen kurzes Zitat aber auch nichts weiter dazu beiträgt, weil S. ihn gleich selbst korrigiern muss.

Fehlt nur noch Norbert Bolz…

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Genug des Ärgers. Es ist ja schon lesenswert.

Die Presse meint:

»Der zivilisatorische Weg läutet die Zeit des Nach-Eifers ein. Dazu müssten aber die Eiferer die apokalyptischen und weltmörderischen ebenso wie die persönlichen Selbstmord-Fantasien aufgeben und an einer gestaltbaren Welt teilhaben wollen. … In vielerlei Hinsicht bilden die drei letzten Studien Derrida ein Ägypter, Zorn und Zeit, und Gottes Eifer eine Trilogie. Sie führen psychologische, gesellschaftstheoretische und kulturwissenschaftliche Perspektiven, angesichts der im Eifern verzerrten Religionen, zusammen. Ferner rufen sie dazu auf, den zivilisatorischen Weg als letzte Option zu erkennen und umzusetzen.« Hans-Jürgen Heinrichs, Die Welt

»Peter Sloterdijks Buch markiert genau jenen Punkt, an dem der neu gegründete Verlag der Weltreligionen mit seinem allerersten Programm ansetzt: die Frontverläufe zwischen den abrahamitischen Religionen zu kennzeichnen, um anstelle von Kampf und Konflikt die friedliche Koexistenz der großen drei zu setzen.« Thomas Brose, Christ in der Gegenwart

»Sloterdijk liefert wieder einmal ein luzides Opus ab, gelehrt und geistreich, auf einem literarischen Niveau, das heute nur wenige Philosophen zu erreichen vermögen. … Sloterdijk fragt, ob es nicht in den großen monotheistischenReligionen ein Aggressionspotetial gibt, ein inhärentes Eiferertum, eine Unterwerfungslust und ob ihr ewiges Südengerede wirklich moralische Menschen produziert - oder nicht doch eher Neurotiker. Hier denkt Sloterdijk fort, was Jan Assmann provokant proklamiert hat, nämlich dass erst der Monotheismus das Kriterium wahr oder falsch in die Religionsgeschichte eingeführt hat.« Robert Misik, taz

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Also lesen.

Schalamow - Kolyma 1

Sehr bestürzend: Warlam Schalamow “Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma 1″. Aus dem Russischen von Gabriele Leupold. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Franziska Thun-Hohenstein. Berlin, Matthes und Seitz 2007. 340 Seiten, 22,80 €.

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Zur Zeit ist der 4. Band der Kolyma Erzählungen auf der SWR Bestenliste ganz oben.

Die Geschichten aus den Stalinschen Strafgefangenen Lagern in Sibirien sind erschütternd.

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Man kann nicht glauben, was Menschen einander antun können. Und fragt sich immer: Was kann ein Mensch aushalten? Und trotzdem Mensch bleiben?

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Die lakonische Erzählweise tut ihr übriges. Man fasst es nicht.

Iris Radisch ist auch betroffen: “Ein Buch, vor dem ich am Liebsten in die Knie gehen würde. […] es ergreift einen zutiefst. […] Eine der intensivsten Leseerfahrungen der letzten Jahr”

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Und die Deutsche Welle sagte: “„Dass die Erzählungen aus Kolyma nun als erster Band einer Werkausgabe auf Deutsch erscheinen, dafür muss man der Herausgeberin, der Übersetzerin und nicht zuletzt dem Verlag Respekt zollen und viele Leser wünschen. Denn Warlam Schalamow ist nicht nur ein herausragender – und für viele noch zu entdeckender – Vertreter der modernen russischen Literatur. Er reiht sich auch ein in die Reihe der großen literarischen Zeitzeugen: Primo Levi, Jorge Semprun und Imre Kertesz. Seine Texte zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass es im zwanzigsten Jahrhundert zwei Katastrophen gegeben hat: Den von den Nationalsozialisten entfachten Holocaust. Und den von den Stalinisten verübten Massenmord.”

Kaufen und Lesen.

DeWeck - Namen

Wer’s braucht: Margaux de Weck “Ich habe Dich beim Namen gerufen”. Frankfurt, Eichborn Die Andere Bibliothek (Harpprecht-Naumann-Zeitalter) 2007. Limitierte Auflage, 317 Seiten, € 28,50.

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Schon dass man den Schuber zu einem künstlerischen Bestandteil des Buches macht, hat mich geärgert. Genauso, dass das Buch als solches mit Signet und Titel versehen wurde. Das haben sie später dann wieder aufgegeben. Aber es war halt ein schlechter Start der beiden neuen Herausgeber. Ich habe dann mein Abo auch nach 2-3 Büchern in der neuen Version gekündigt. Dieses war eines der langweiligsten.

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Darin gibt es zu ganz vielen Namen ein Gedicht von ganz berühmten Menschen. Chamisso z. B. über Caroline. Wer braucht so was?

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Ich nicht.

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Ein schönes Buch. völlig sinnlos.

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Finger weg.

Lehmann - Verstehen

Aus einer Vorlesungsreihe an den Uni Mainz entstand dieses Buch: Karl Lehmann (Hrsg.) “Weltreligionen. Verstehen, Verständigung, Verantwortung”. Frankfurt, Verlag der Weltreligionen bei Insel. 320 Seiten, 2009, € 15,–.

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Schon eine gutes Buch. Es schreiben Hasn Joas über Säkularisirung, von Brück über Buddhismus natürlich, Johann Maier über das Judentum, und vor allem: Eberhard Jüngel über das Christentum. Und fast nur deshalb lohnt sich das Buch zu kaufen und zu lesen.

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So klar und deutlich wie hier beschrieben ist, was das Christentum ausmacht und wie es sich von anderen Religionen unterscheidet, habe ich es selten gelesen.  Wer Jüngel kennt (aus der Tradition Karl Barths), der weiß, dass er sich oft schwer verständlich ausdrückt. Hier ist es auch sehr dicht formuliert, aber trotzdem gut zu verstehen.

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Amazon schreibt:

“Die Rolle der Weltreligionen in der Gegenwart wird kontrovers beurteilt. Viele sprechen von der Rückkehr der Religion in unsere Gesellschaft, andere machen die Religion auch für die Anwendung von Gewalt in unserer Welt mitverantwortlich. Die Beiträge dieses Bandes geben eine Analyse der religiösen Situation unserer Zeit und zeigen, daß ein konstruktiver Dialog möglich ist, ein Dialog, der sowohl die Differenzen als auch die Übereinstimmungen zwischen den Religionen zur Sprache bringt, im Bewußtsein gemeinsamer Verantwortung für eine friedliche Zukunft der Welt. Die Essays erläutern jeweils die Entstehung und Verbreitung, die religiösen und theologischen Grundgehalte der einzelnen Weltreligionen sowie ihren Beitrag zur Bewältigung der Probleme und Aufgaben unserer Gegenwart. Zehn prominente und kompetente Verfasser erörtern die Themenstellung aus religionswissenschaftlicher, theologischer und philosophischer Perspektive. Die Publikation beruht auf der Vorlesungsreihe der 10. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur der Freunde der Universität Mainz e.V. im Sommersemester 2009, die Professor Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Karl Kardinal Lehmann innehat.”

Lesen!

Kornwachs - Zuviel

Ein ärgerliches Buch mal wieder aus der Edition Unseld (wenn er das wüsste!): Klaus Kornwachs “Zuviel des Guten. Von Boni und falschen Belohnungssystemen.” Frankfurt, Suhrkamp 2009. 218 Seiten, € 10,–.

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Die Frage des Gewinns (Profits) eines Unternehmens ist hier immer noch nicht radikal genug beschrieben, geschweige denn beantwortet (S. 22).

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Er redet von Boni, die eine Grundlage haben, die “unklar” bleibt. Was man Herrn Kornwachs ans Herz legen sollte ist, dass manchmal Recherchieren weiterhilft. Oder man lässt recherchieren, als hochbezahlter Professor für Technikphilosophie in Cottbus und Ulm.

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Amazon fasst zusammen:

“Wenn man Lohn als Tausch für das Produkt aus Arbeitszeit und Arbeitskraft ansieht, dann kann etwas mit den Managergehältern nicht stimmen - oder die Gleichung stimmt nur für niedrige Löhne. Wenn aber Lohn, Gehalt und Prämien nicht alles sind - was dann? Könnte es sein, daß Anerkennung, Selbstwert und Selbstachtung wichtiger sind? Man könnte auch einmal durchspielen, wie Belohnungen in unserer Gesellschaft aussehen, wenn man den Kompensationsgedanken aufgäbe. Die Einsicht, nicht immer erobern zu wollen, sondern zu kooperieren, wird durch Erkenntnisse aus zwei ziemlich unterschiedlichen Bereichen unterstützt: Sowohl die mathematische Spieltheorie als auch die politische Philosophie haben gezeigt, daß Kooperieren sich auf längere Sicht immer lohnt. Dazu müssen wir jedoch nicht nur die Zeithorizonte unserer Belohnungssysteme verlängern, sondern auch die Abhängigkeit ganz unterschiedlicher Subsysteme voneinander reduzieren. Wenn Politik die Wissenschaft zu usurpieren versucht, diese ihre zum Teil dann falsch verstandenen Maßstäbe in die Medien transportiert, Bildung ökonomisiert und die Wirtschaft von technischer Entwicklung und die Technik von einer finanziellen Investition abhängig wird, dann läuft etwas falsch. Individuum und Menschenbild, Technik, Wirtschaft und Gesellschaft sind in neuer Weise aufeinander zu beziehen.”