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Archiv der Kategorie Bruder Lully

Die Versammlung 1

An diesem speziellen Tag sollten alle zusammenkommen.

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Lully und Katja 4

Es werden die Lakaien auf deine Schleppe speien.

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Statt Bückling und Scherwenzen gibt’s nur Impertinenzen.

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Die cara mia bekreuzt sich, und der Kronprinz ruft und schneuzt sich:

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Nach Knoblauch riecht die Gudelfeld.

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(Schluss.  H. Heine “Hoffart”)

Lully und Katja 3

Die Junker und die Schranzen, die wollen mit Dir tanzen.

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Und der Krone witziger Erbe ruft laut im Saal: Süperbe…

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…schwingt sie den Steiß, die Gudelfeld! Doch Ärmste, hast du einst kein Geld,…

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…dreht Dir den Rücken die ganze Welt.

(Fortsetzung folgt.)

Lully und Katja 2

Stolz in der Hand den Fächer, wandelst Du durch die Gemächer.

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Belastet mit Diamanten und Perlen und Brüsseler Kanten,

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Dein weißer Busen schwellet und freudig überquellet.

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Das ist ein Lächeln und Nicken und Knixen und tiefes Bücken!

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Die Herzogin von Pavia, die nennnt Dich: cara mia.

(Fortsetzung folgt.)

Lully und Katja 1

O Gräfin Gundel von Gudelfeld, Dir huldigt die Menschheit, denn Du hast Geld!

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Du wirst mit Vieren kutschieren, man wird dich bei Hof präsentieren. Es trägt dich die goldene Karosse zum kerzenschimmernden Schlosse.

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Es rauschet Deine Schleppe hinauf die Marmortreppe. Dort oben in bunten Reihen, da stehen die Diener und schreien:

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Madame la comtesse de Gudelfeld.

(Fortsetzung folgt.)

Lullys Radiergummi

Lully hatte einen neuen Radiergummi bestellt.

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Und der war jetzt angeliefert worden.

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Er war wirklich genau so, wie Lully ihn im Prospekt gesehen hatte.

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Die Bestell- und Codenummern waren alle korrekt.

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Aber er war viel zu groß.

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Was sollte er denn jetzt mir so einem Riesengummi anfangen? Von dem konnte man ja fast erschlagen werden!

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Als Statue im Pfarrgarten könnte man ihn noch verwenden, als Symbol der “unbeherrschbaren Vergänglichkeit” vielleicht.

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Aber sonst? Lully war ratlos. Ob man ihn umtauschen konnte?

Jan Hölzgen und Lully

“Bruder Lully!” rief Jan Hölzgen dem Pastor zu, als der sich vorsichtig dem vereinbarten Treffpunkt näherte.

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“Gut, dass wir uns treffen. Ich habe Interesse an Ihren Gemälden.”

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“Ich habe davon gehört, dass Sie malen wie ein junger Cranach, vor allem auch erotische Sachen und so. Kurz: Ich möchte Ihnen ein Bild abkaufen.”

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“Meine Bilder sind sehr privat, Herr Hölzgen, das könne Sie sich vorstellen, oder? Ich male nicht für die Öffentlichkeit oder wegen des Geldes.”

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“Aber hören Sie, ich habe doch gehört, welche Motive Sie am liebsten auf die Leinwand gebracht haben. Das ist es ja, was mich gerade so reizt.”

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“Na schön. Dann beantworten Sie mir wenigstens eine Frage:…

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…Kennen Sie Sabine Schabulsky oder ihren Mann zufällig?”

“Sabine? Klar, das ist meine Cousine! Was haben Sie denn mit Sabine zu tun? Woher kennen Sie denn meine Cousine?”

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“Damit wäre das dann wohl erledigt, denke ich.” stellt Lully fest und verabschiedete sich leise.

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“Ja was ist denn jetzt? Herr Pastor? Bruder Lully! Warten Sie doch! Was haben Ihre Gemälde denn mit meiner Sabine zu tun?”

Aber Lully hörte nicht mehr hin. Er fragte sich, ob er aus dieser Sache jemals wieder rauskommen würde.

Frank Doll - Die Verhöre 4

“Ah, da komme ich ja genau richtig!”

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Kommissar Doll unterbrach die Unterhaltung zwischen Lully und Undine Gehscha aprupt, bevor sie zu intim werden konnten.

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“Erzählen Sie doch mal, warum glauben Sie, hat man Edith Hübsch ermordet und wer, glauben Sie, könnte es getan haben?”

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“Sabse!” war alles, was Undine sagen konnte.

“Sabse! die war hinter ihrem Geld her!”

“Hinter dem Lotteriegewinn? Wusste denn da jeder davon?”

“Einige schon. Edith konnte ja nichts für sich behalten, wissen Sie?”

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“Und wenn es Sabse nicht war, dann ihr armer, schlimmer Mann, der Schabulsky. Der braucht ja wohl auch Geld, wie soll der denn überleben im Untergrund!?” grummelte Adelheit dazwischen, die wie zufällig ebenfalls vorbeigekommen war (ohne dass ihr der Akt, Lullys Gemälde, auf dem sie standen, weiter aufgefallen wäre…)

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“Das könnte gar nicht so abwegig sein!” meinte Doll geheimnistuerisch.

“Wann haben Sie ihn denn zum letzten mal gesehen?”

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“Ogott! Das muss Monate her sein. Er wollte doch auswandern, und das klappte nicht und dann war er plötzlich verschwunden!”

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“Sie sollten vorsichtiger sein mit Ihren Verdächtigungen, liebe Frau Tybbke”, meinte Lully. “Sie bringen die Menschen da ja in eine ganz schreckliche Situation!”

“Aber ich muss der Polizei doch helfen, den Mörder zu finden, oder etwa nicht?” fing sie an, sich zu empören, kam aber nicht sehr weit.

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“Ich möchte noch etwas sagen…” zögerte Undine Gehscha.

“Ja bitte?”

“Ich weiß, wer den Surf-Ahorn entwendet hat.”

“So? Dann mal los!”

Der Surf-Ahorn war ja, wie wir wissen, von Frau von Tümmler am Tatort liegengelassen worden und die Wahrscheinlichkeit war groß, dass der Täter- denn wer sonst hätte es sein sollen, ohne dass er den Mord bei der Polizei gemeldet hätte - ihn von dort mitgenommen hat.

“Gottlob Friedrich, der Straßenkehrer!”

“So?”

Doll war nicht sonderlich begeistert.

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“Na gut, den haben wir sowieso auf unserer Liste. Was ist mit Marquardt (5)?”

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“Den kenne ich gar nicht,” sagte Lully.

“Ich auch nicht,” sagte Gehscha.

“Na dann!” verabschiedete sich Doll. “Bis demnächst. Halten Sie sich bitte in den nächsten Tagen zur Verfügung, vielleicht brauche ich Ihre Aussage noch einmal.”

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Und so blieben sie betroffen und etwas ratlos zurück und fanden auch nur sehr schwer wieder in ihre vorherige Unterhaltung hinein.

(Demnächst hat Doll den Mörder.)

Gehscha 22 / Akte

“Und, was sagst du dazu?”

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Lully hatte es endlich geschafft, Gehscha dazu zu bringen, seine Bilder anzusehen. Und Gehscha war völlig sprachlos. So etwas hatte sie nicht in ihren wildesten Träumen erwartet.

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“Lully, mein zutiefst Geliebter, das ist ja ganz phantastisch. Du bist ein richtig großer Künstler. Warum habe ich das nicht früher gewusst? Wie fein das alles gemalt ist…!”

“Ja, und weißt du, wer mir dafür Modell gestanden hat? Edith Hübsch!” lachte er gelöst.

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“Nein, das darf nicht sein!” Undine war bleich geworden. “Du hast es noch nicht gehört: Edith ist tot. Ermordet offensichtlich.”

Jetzt war Lully sprachlos. “Edith! Gott, nein! Gerade jetzt! Sie hat einen großen Betrag in einer Lotterie gewonnen, das hat sie zumindest überall herumerzählt, und alle haben sich für sie gefreut…, na vielleicht doch nicht alle…!?”

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“Ja, und jetzt hat man einen von den Marquardts im Verdacht, weil der sich wohl an sie rangemacht hat in den letzten Wochen und nur auf ihr Geld scharf war. So heißt es zumindest.”

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“Ich kann das nicht glauben. So ein Marquardt bringt nicht so einfach eine alte wehrlose Frau um. Die Marquardts haben doch noch sowas wie Ehrgefühl!”

“Sag mal”, meinte Undine zaghaft.

“Was?”

“War sie ganz nackt, die Edith, als sie Dir da gegenüber stand?

“Ja, schon !?”

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“Und… wie war das für Dich?”

“Schön. Sehr schön…”, meinte er und schien gedanklich plötzlich ganz weit weg zu sein.

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Und er sann darüber nach, was das für ihn zu bedeuten haben konnte, dass Frau Hübsch jetzt plötzlich tot war…?

Gehscha 21 / Schluss des Dramas 2

Sie hatten sich alle zusammengefunden, um die falschen Geschichten endlich aus der Welt zu schaffen.

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Gehscha und Lully waren offensichtlich wieder ein Herz und eine Seele.

“Liebe Freunde”, begann Gehscha ihre Rede. Und dann erzählte sie alles, was sie von Lully erfahren hatte: Von seiner Leidenschaft, der Malerei, seiner “Suche nach wahrer Schönheit”, seinem Talent, im Stil alter Meister zu malen, seiner Vorliebe für Frauen mittleren Alters und molliger Fülle, die er so graziös darstellen konnte wie kaum ein anderer.

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Sie hatte sich alles zeigen lassen, was von den Kunstwerken Lullys noch da war. Vieles hatte er verkauft oder verschenkt und den Erlös, wenn es denn einen gab, in die Kirchenrenovierung gesteckt. Gehscha hatte die Leinwände gesehen, die Farbtöpfe, die halbfertigen Akte, die Zeichnungen und die Sammlung wertvoller Pinsel, die Lully schön säuberlich im Keller versteckt hatte. Sie war in Tränen ausgebrochen über so viel Anmut seiner Figuren und gleichzeitig soviel Niedertracht der Menschen, die nicht das Gute sehen wollten.

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Und gerade, als sie anfangen wollte, Sabse und die anderen Gerüchteverbreiter zu beschimpfen, stapfte Sabse Schabulsky auf die Szene.

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“Lully, wir sind geschiedene Leute! So kannst Du mit mir nicht umgehen. Das lasse ich mir nicht gefallen!”

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“Ich weiß ganz genau, was gelaufen ist. Die Story mit Deinen Gemälden kannst Du gottweißwem erzählen, aber doch mir nicht! Ich war doch dabei!”

“Sabse…!” wollte Lully sie bremsen und unterbrechen, doch er hatte keine Chance. Sabse war völlig wahnsinnig und in Rage.

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Keiner konnte sie jetzt aufhalten. “Ich wünsche Euch einen schönen Tag miteinander. Ich ziehe mich aus Eurer Gesellschaft zurück, will nichts mehr mit Euch zu tun haben. Ihr wollt die Wahrheit ja einfach nicht wahrhaben, scheint mir. Ich sage nur: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es kommt alles an den Tag. Irgendwann einmal, da könnt Ihr Gift darauf nehmen. Nicht wahr, Frau Hübsch?”

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Und damit rauschte sie hinweg und ließ eine Gruppe ratloser Menschen zurück. Soviel undurchsichtige Andeutungen und Drohungen hatten sie noch nicht auf einem Haufen gesehen. Sie waren fassungslos.

Aber erstmal waren sie alle froh, dass bei Lully und Gehscha wieder häuslicher Friede eingekehrt war. Und dass sich alle Verdächtigungen in Luft aufgelöst hatten.

Obwohl Edith und Adelheit die Geschichte vom Malen ziemlich unspannend und unbefriedigend fanden - sie mussten sich bald mal die “Nacktbilder” (Akte!) aus Lullys Pinsel und Feder zeigen lassen.

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Sie schauten Sabse lange nach und dachten: Was für ein Mensch! Wie kann man so boshaft sein?

Und was war das schon wieder mit dem Hinweis auf Frau Hübsch? Nur eine weitere Verläumdung?