Tolles Buch: Friedrich Ani “Die Tat” Kriminalroman, München (dtv) 2010. 188 Seiten, € 7,95.

Man möchte zwar zwischendurch den blinden ehemaligen Kriminalkommissar erwürgen (wie es der Mörder tut), weil er so blind immer ins Verderben rennt, als wäre eben immer alles egal, aber dann ist die Story der beteiligten Personen so bedrückend und tragisch, dass man den “Seher” wieder fast verstehen kann.

Muss man lesen.

Bitteschön.
Ich bin jetzt schon 16 Jahre in FFM, aber erst jetzt habe ich gelesen: Martin Mosebach “Mein Frankfurt”. Frankfurt (Insel) 2002. 164 Seiten, € 8.50.

Die größeren Abschnitte aus “Westend” hätte es nicht gebraucht, weil “Westend” steht bei mir noch als “zu lesen” im Regal.
Aber die anderen Aufsätze und Kapitel über die Frankfurter und die Stadt sind schon sehr schön.

Ich habe es lustigerweise in Paris helf fertig gelesen und im Hotel-Badezimmer liegen lassen. (Das Behinderten-Badezimmer von Marceau Intercontinental an der Av. Marceau, in dem eine behindertengerechte, barrierefreie Dusche, ebenerdig, aber eben nicht vertieft oder abschüssig, dafür gesorgt hat, dass es eine schöne Überschwemmung gab… Die Franzosen,wollen mal was richtig machen und dann sowas…). Dann wollte ich es zurückhaben, per e-Mail angefordert und musste dann einen ausführlichen Verwaltungsakt durchlaufen mit Antrag und Bestellung und Blanko-Kreditkarten-Beleg, damit das Hotel für seine Mühen belohnt wird. Ich weiß bis heute nicht, wieviel ich dafür bezahlt habe, um das kleine Büchelein wieder zurück zu bekommen.

Und jetzt kommt es wieder ab ins Regal.




(Das war der Diesel Laden in der 5th Avn.)
Im Verlag der Weltreligionen ist ein Band erschienen unter dem Titel “Religion und Gesellschaft. Zur Aktualität einer unbequemen Beziehung”. Herausgegeben von V. Bernius, K. Hofmeister und P. Kemper. Frankfurt (VdWR), 300 Seiten TB, € 14,00.

Es handelt sich um eine Aufsatzsammlung bzw. den Dokumentationsband des Funkkollegs “Religion und Gesellschaft” des Hessischen Rundfunks (hr2 kultur).

“Am Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Religion zu einer neuen Herausforderung geworden – für Gläubige wie für Atheisten. Die globalisierte Welt schafft mehr denn je Reibungsflächen zwischen unterschiedlichen religiösen Vorstellungen und Werten, sowohl zwischen den Staaten wie auch in den durchlässiger gewordenen Gesellschaften selbst. In der Form von militantem Fundamentalismus kann Religion Angst erzeugen, während zugleich Angebote einer lebenshilflichen Spiritualität boomen wie nie zuvor. Der Band “Religion und Gesellschaft” widmet sich zahlreichen Fragen: Ist Gott mehr als ein Hirngespinst, das die Neurowissenschaft enträtseln wird? Kann man die Existenz Gottes wissenschaftlich beweisen? Welche Bedeutung haben religiös fundierte Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben? Sind Bibel und Evolutionslehre miteinander vereinbar? Wie steht es um die heilende Kraft des Glaubens? Wie christlich ist die kapitalistische Wirtschaftsordnung? Welche Ersatzreligionen antworten auf die unbefriedigten Sinnbedürfnisse der Moderne? Wie reformfähig sind die Großkirchen? Auch wer die Bedeutung der Religion für überschätzt hält, muß sich mit den Fragen, die die Religionen aufwerfen, wie auch mit ihren Antworten auseinandersetzen. Von der Wissenschaft bis zur Kunst, von der Soziallehre bis zur Cyberchurch, von der Neurotheologie bis zur Populärkultur werden zentrale Aspekte diskutiert. Mit den Beiträgen, die auf den 24 Sendungen des Funkkollegs „Religion und Gesellschaft“ im Hessischen Rundfunk basieren, bietet dieser Band zugleich einen erzählenden und analysierenden Einblick in das Thema Religion. Ergebnisband zum Funkkolleg „Religion und Gesellschaft“ des Hessischen Rundfunks (hr2 Kultur)”

Ist nicht weltbewegend, aber trotzdem ein gutes Buch. Gibt gute Denkanstöße.