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Archive für März 2010

Wassermann - Maurizius

Ein Kriminalroman aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts: Jakob Wassermann “Der Fall Maurizius”. Frankfurt (Insel TB) 2005. 654 Seiten. Mit einem Nachwort von MRR; € 14,–

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Ich fand es nicht spannend. Kann das Werk nicht wirkling würdigen. Vielleicht weil über 600 Seiten zuviel sind für einen Krimi-Plot? Oder zuviel für meine Aufmerksamkeit?

Eine Zusammenfassung:

“Ein Mann wird in einem spektakulären Indizienprozeß des Mordes an seiner Ehefrau für schuldig gesprochen und zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Immer wieder beteuert der Angeklagte seine Unschuld. Ein Justizirrtum? Achtzehn Jahre später entdeckt der sechzehnjährige Sohn des Staatsanwaltes, der damals die Anklage vertreten hatte und mit diesem Fall seine Karriere begründete, die Prozeßakten und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Der Fall Maurizius ist ein spannender Kriminalroman aus dem Deutschland der 1920er Jahre, erschienen 1928 und Wassermanns bekanntestes Werk.”

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Na seis drum.

Palmengarten 3

Der Schnupfen war wie weggeblasen:

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Fortsetzung folgt.

Zoo 1

Winter bei den Tieren:

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Fortsetzung folgt.

Palmengarten 2

Raus aus dem Winter:

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Fortsetzung folgt.

Walser - Kristlein 1

Damit konnte ich leider gar nichts anfangen: Martin Walser “Die Anselm Kristlein Trilogie” erster Band “Halbzeit”. Frankfurt (Suhrkamp) TB 1960 / 1981, 890 Seiten. Für wenig Geld noch antiquarisch zu bekommen.

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Ich lasse mal die Fachleute sprechen:

Harenberg:

“Der rund 900 Seiten lange Roman Halbzeit ist der erste Teil der sog. Anselm-Kristlein-Trilogie von Martin Walser (Das Einhorn, 1966; Der Sturz, 1973).

In der Geschichte um den gesellschaftlichen Auf- und Abstieg des Ich-Erzählers Anselm Kristlein spiegelt sich die Entwicklung der Bundesrepublik in den 1950er und 1960er Jahren. Halbzeit konzentriert sich auf die Zeit des Wirtschaftswunders und bietet ein kritisches Panorama der Konsumgesellschaft.
Inhalt: Der 35-jährige Anselm Kristlein, verheiratet und Vater dreier Kinder, versucht sich seit dem Abbruch seines Studiums als Vertreter. Als ihm ein Bekannter das Abgebot unterbreitet, als Werbetexter zu arbeiten, steigt er innerhalb eines Jahres zum gefragten Experten auf. Diesen Karrieresprung verdankt Anselm seiner ausgeprägten Fähigkeit zur Anpassung. Er ist ein virtuoser Rollenspieler, dem es allerdings aufgrund der beständigen Ausrichtung an gesellschaftlichen Vorgaben an einer fest umrissenen Identität mangelt.
Doch obwohl Anselm unter dieser steten Außenorientierung leidet, ist er ein ausgesprochenes Gesellschaftstier. Da er seine Familie als Einschränkung seiner Freiheit erfährt, verbringt er die meiste Zeit im Kreis seiner Freunde oder bei einer seiner Geliebten. Mit dem Einstieg in die Werbeindustrie erhält er überdies Zugang zur höheren Gesellschaft, in der er mittels seines Talents zur »Mimikry« ebenfalls brillieren kann. Diese Fähigkeit erweist sich als unerlässlich, denn ob im privaten oder öffentlichen Bereich – überall stellt sich das Leben als Konkurrenzkampf dar. Auch die Gesetze der Konsumwelt, mit der Anselm in seinem neuen Beruf intensiv konfrontiert wird, beanspruchen universelle Geltung.

Als Anselm die Verlobte eines Freundes für sich zu gewinnen versucht, arbeitet er mit den Mitteln des Werbefachmanns, der sich selbst als Produkt anpreist. Die deformierenden Auswirkungen der dauerhaften Konfrontation einer auf Konkurrenz und Konsum abgestellten Gesellschaft werden offenbar, als Anselm von einem Seminar in den USA krank zurückkehrt und sich einer Operation unterziehen muss. Ob er, wie am Ende des Romans angedeutet, seine Familie als Alternative zum gesellschaftlichen Treiben verstehen kann, bleibt offen.
Aufbau: Der Roman ist nicht nach traditionellem Handlungsmuster aufgebaut; Wirklichkeit wird hier durch das Bewusstsein des Ich-Erzählers konstruiert, der seine eigene Geschichte aus der Rückschau berichtet. Darstellungen des äußeren Geschehens, Reflexionen und Rückblenden fließen ineinander; assoziative Sprünge treten an die Stelle einer linearen Abfolge.
Der erste Teil des Romans beschreibt auf 366 Seiten einen einzigen Tag im Leben Kristleins. Hier wird der Leser mit dessen engerem Lebensumfeld – Familie, Freunde, Geliebte – sowie seinem bisherigen Werdegang vertraut gemacht. Die folgenden zwei Teile zeichnen den beruflichen Aufstieg des Protagonisten nach. Dem privaten Umfeld Kristleins im ersten Teil korrespondiert hier die berufliche Welt und die höhere Gesellschaft um den Fabrikanten Frantzke. Sowohl der Erzähler als auch das entworfene Panorama der Wirtschaftswunderwelt der 1950er Jahre sind als typisch gezeichnet.
Obwohl Anselm in das berichtete Geschehen involviert ist, besitzt er doch als rückschauender Erzähler eine gewisse Distanz, die einen ironischen Blick auf das Erzählte ermöglicht und dem Leser so ein kritisches Bild der Konsumgesellschaft eröffnet.
Wirkung: Die Meinungen zu diesem umfangreichen Werk waren direkt nach seinem Erscheinen geteilt. Viele Kritiker vermissten eine traditionelle Handlungsfolge und bemängelten die ungebremste Redewut des Ich-Erzählers sowie den Detailreichtum. Positiv vermerkt wurde hingegen die hohe Sprachvirtuosität des Autors. Mit zunehmender Distanz erfuhr Halbzeit eine freundlichere Bewertung. Der Roman gilt heute als eines der wichtigsten Werke von Walser und bedeutendes Zeugnis der Zeit des Wirtschaftswunders. S. D.

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Na also. Jetzt weiß ich auch, was in dem Roman vorkommt. Beim Lesen war mir das nicht so deutlich.

Palmengarten 1

Da war wenigstens das Klima angenehm:

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Fortsetzung folgt.

Dobel 3

Kalt:

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Fertig.

Friedhof Süd 2

Im Schnee:

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Ende.

Walser - Jenseits

Großartig: Martin Walser “Mein Jenseits”. Eine Novelle. Berlin University Press 2010. 119 Seiten, € 19,90.

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So einfache Sätze gefallen mir: “Glauben heißt, die Welt so schön machen, wie sie nicht ist.”

“Glauben lernt man nur, wenn einem nichts anderes übrig bleibt. Aber dann schon.”

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Man muss das Buch sich von Walser vorgelesen vorstellen. In der langsamen Art, im Versuch, hochdeutsche Wörter zu finden, dann wird das erst richtig klar. (”Mädle, horch doch!” zu Thea Dorn im Interview nach wieviel Gläsern Weißwein?)

Noch so was: “Das Jenseits muss schön sein. Sonst kannst Du es gleich vergessen.” (S.32).

Es geht viel um Reliquien in diesem Buch und darum, was sie mit dem Glauben zu tun haben. Sehr schöne Gedanken. Und eine sehr schöne Geschichte. Wie man hört Teil eines neuen upcoming Roman Walsers.

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Man sollte gespannt sein.

Amazons Kurzbeschreibung dazu:

“Augustin Finli, Chef des Psychiatrischen Landeskrankenhauses Scherblingen, weiß, was Älterwerden bedeutet. Ab dreiundsechzig hat er mit dem Zählen der Geburtstage aufgehört und sein Lebenscredo gefunden: »Glauben heißt lieben.« Scherblingen war bis 1803 ein Kloster. Der letzte Abt war ein Vorfahr von Augustin Finli. Der hat, als er noch ein junger Arzt war, ein Seminar besucht, um sein Latein zu verbessern. Im Seminar unangefochtene Beste war Eva Maria Gansloser. Die beiden sind dann so gut wie verlobt. Aber Eva Maria heiratet den Grafen Wigolfing, der an der Eiger Nordwand erfriert. Darauf heiratet sie den 18 Jahre jüngeren Dr. Bruderhofer. Das erregende Moment: Dr. Bruderhofer ist Oberarzt unter Augustin Finli. Eva Maria schickt gelegentlich Postkarten, die Finli sagen sollen, sie könne ihn so wenig vergessen wie er sie. Kann er das glauben? Er glaubt es. »Eine Sekunde Glauben ist mit tausend Stunden Zweifel und Verzweiflung nicht zu hoch bezahlt.« So Finli. Und: »Glauben lernt man nur, wenn einem nichts anderes übrig bleibt.« Das wird zu Finlis Daseinsgefühl.

Der Vorfahr hat geschrieben, es sei nicht wichtig, ob die Reliquien, an die die Menschen glauben, echt sind. Augustin Finlis Jenseits entsteht durch Glaubensleistungen. Und vom Vorfahr hat er gelernt: »Wir glauben mehr als wir wissen.« Das ist der Kernsatz dieser Lebensgeschichte. Kant hat eingesehen, dass die Vernunft nur begreife, was sie selber hervorgebracht hat. Das gewaltige Andere schaffen wir dadurch, dass wir glauben. Es ist ein heftiges Credo, das aus dieser Lebensgeschichte tönt. In der Musik, in der Malerei, überhaupt in der Kunst ist dieses Credo die Voraussetzung der Kreativität.

Kaufen und Lesen.

Friedhof Süd 1

Friedhof im Schnee:

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Fortsetzung folgt.