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Archive für 7.2.2010

Gunnar Heinsohn - Söhne

Ein schwieriges Buch: Gunnar Heinsohn “Söhne und Weltmacht - Terror im Aufstieg und Fall der Nationen” Piper 2003 / TB 2008, 189 Seiten, € 8,95.

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Worum geht es?

Die männliche Nachkommenschaft vieler weniger entwickelter Länder des Südens und Ostens drängt in bedeutende Positionen, die in ihrem Land nicht zu erreichen sind. Mit purer Statistik versucht Heinsohn nachzuweisen, dass diese Situation schon immer zu bewaffneten Konflikten geführt hat und auch in Zukunft wieder führen wird.

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Ein Amazon Leser schreibt:

“Gunnar Heinsohn, Leiter des Instituts für Völkermordforschung an der Universität Bremen, vertritt mit seinem vorliegenden Buch im Bereich der Terrorismusforschung eine neuartige und zugleich frappierende These: Nicht religiöser Fanatismus oder steigende Armut seien die eigentlichen Ursachen für den wachsenden internationalen Terrorismus, sondern der Überschuss an Jugendlichen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.
Seiner Untersuchung nach steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewaltausbrüchen, wenn die so genannten „youth bulges” - eine überproportionale Ausbuchtung von Jugendlichen an der Bevölkerungspyramide - mehr als 30 Prozent erreichen!

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So einfach diese These auch klingen mag, Heinsohn unterlegt sie mit historischem Faktenmaterial: Von der Hexen- sprich Hebammenverfolgung in der Frühen Neuzeit, um den Feudalherrschern nach der Pest wieder eine hohe Untertanenanzahl zu sichern, über die „Secundones” - die zweitgeborenen spanischen Söhne des 15. und 16. Jahrhunderts - die in der Neuen Welt ihr Glück suchten und zu blutigen Kolonialisten wurden, bis hin zu den amerikanischen und europäischen „youth bulges” im 19. Jahrhundert, mit denen der Westen damals ein Viertel der Weltbevölkerung stellte und die von einer gewaltigen islamischen Geburtenrate in den letzten 50 Jahren abgelöst wurde. Derzeit leben in den islamischen und afrikanischen Staaten rund 300 Millionen junger Männer im Alter von 15 und 30 Jahren bei einer Gesamtzahl von rund zwei Milliarden Menschen. Dies sei nach Heinsohn ein idealer Nährboden für die Rekrutierung von Kämpfern und Terroristen, da nicht auf Grund von „Armut und Mangelernährung” Terroristen rekrutiert werden. „Um Brot wird gebettelt. Getötet wird für Status und Macht. Die zukünftigen youth bulges werden von den Strategen gerade deshalb als internationale Bedrohung gefürchtet, weil die große Mehrheit von ihnen nicht um das nackte Überleben kämpfen muß, sondern Kraft, Zeit und Freiheit … für mehr hat.”

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Deshalb interessieren sich Strategen vorrangig erst nach einer eventuellen Hungerbeseitigung für das immer wahrscheinlicher werdende Konflikt- und Kriegsszenario: „So kalt das anmutet, vor den Hungernden haben sie keine Angst. Je erfolgreicher jedoch der Kampf gegen Hunger und Analphabetentum verläuft, desto kampfeslustiger werden die nach oben strebenden jungen Männer. Die allgemeine Hoffnung auf das Ende der Kriege durch den Endsieg im Krieg gegen den Hunger gilt den Strategen als liebenswerteste und zugleich naivste der Illusion. Wohl nirgendwo liegen Kriegs- und Friedensforscher weiter auseinander.”
Abgeschlossen wird Heinsohn`s Untersuchung mit einem nüchternen Plädoyer für eine stabilisierende europäische Einwanderungspolitik.”

Ist schon mal ein Lesen wert.

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