Müller – Herztier

Ja, das musste mal sein: Herta Müller „Herztier“. Roman, München (Hanser) und Fankfurt (Fischer TB) 2007, 251 Seiten, € 9,95.

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Die gute Frau Müller hat den Nobelpreis für Literatur bekommen. Deshalb musste ich dringend mal was von ihr lesen. Und es hat sich gelohnt.

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Die Sprache ist so einfach und stellt die Verhältnisse in Rumänien, die so bedrückend sind, so deutlich dar, dass man selbst ganz bedrückt wird und nachfühlt.

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Eine Rezension von amazon, die ganz richtig ist:

„Erzählt wird die Geschichte einiger junger Menschen im vorrevolutionären Rumänien (Temeschwar in den 80ern). Die kunstvolle Verschlingung der poetischen Sprachbilder mit der erschütternden Geschichte erzeugen eine ungeheuere Dichte, die den Leser von Beginn an in ihren Bann zu schlagen vermag.

Nach dem Selbstmord Lolas, einer Kommilitonin der Erzählerin, lernt diese drei Männer kennen: Edgar, Kurt und Georg. Die jungen Leute verbindet eine Art Seelenverwandtschaft und sie bleiben auch nach dem Studium in Kontakt. In der Maschinenfabrik, in welcher die Protagonistin eine Arbeit als Übersetzerin antritt, lernt sie die junge Rumänin Tereza kennen und freundet sich auch mit ihr an. All dies geschieht vor dem Hintergrund des Ceausescu-Regimes. Die Beschreibung der Lebensumstände, die ständigen Schikanen durch den rumänischen Geheimdienst Securitate und die daraus resultierende Unmöglichkeit ein normales Leben führen zu können, liefern ein bedrückendes Zeugnis vom Nicht-leben-Können in einer menschenverachtenden Diktatur. Verrat und die ständige Angst davor, Beschattung und Verhöre führen zur vollkommenen Zerrüttung der Charaktere. Auch die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland lässt die Gehetzten keine Ruhe finden. Das Auge der Macht sieht überall hin.

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Die beklemmende Atmosphäre wird zusätzlich durch die vielfältige Krankheits- und Todesmotivik (rätselhafte „Selbstmorde“, Krebs, Wahnsinn…) getragen, die das Buch wie ein roter Faden durchzieht. Wo ein normales Leben nicht möglich ist, bleibt dem Menschen nur die Flucht in den Irrsinn oder in den Tod…“

Also los geht’s: Müller lesen!

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