Koeppen – Der Tod in Rom

Ganz großer Roman: Wolfgang Koeppen „Der Tod in Rom“. Frankfurt (Suhrkamp, Original bei Scherz 1954) € 8,90 oder so ähnlich.

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Da gibt es Stellen, die sind einfach unglaublich: Unbedingt lesen: Die Problematik des Klatschens beim Konzert Seite 154.

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Worum geht es nun in „Der Tod in Rom“? Familientreffen in der Ewigen Stadt am Tiber. Der ehemalige Wehrmachtsgeneral Judejahn – „in Abwesenheit zum Tode verurteilt“ und jetzt als Waffenlobbyist tätig – will zurück nach Deutschland. Oder wie er es formuliert: heim ins Reich. Sein ungeliebter Schwager Pfarrath soll ihm schleunigst den Weg ebnen. Auf ihre Söhne können sie dabei nicht zählen. Der eine, Adolf, sucht Trost und Heil in der Religion. Der andere, Siegfried, ist Tonsetzer und homosexuell. Beide sind in den Augen ihrer Nazi-Väter „undeutsche“ Schandflecken für die ganze Sippe. Denn sie wollen sich nicht einfügen in die Bemühungen um eine Wiedergeburt des großdeutschen Reiches. Adolf und Siegfried leiden unter ihrer Vergangenheit im III. Reich. Und fürchten sich vor ihren Eltern. In Rom, der Stadt Cäsars und Mussolinis, aber gibt es kein Entkommen. Und Judejahn lässt bis zu seinem jämmerlichen Tod – „… der durch die Umstände zu einer Weltnachricht wurde, die aber niemand erschütterte“ – seiner unbeirrbaren Vorstellung von der „Endlösung der Judenfrage“ grausame Taten folgen. Dann macht er sich auf den Weg zu den Göttern nach Walhall, wie es seine an Führertod und verlorenen Kriege leidende Frau schon frühzeitig voraussagt. Für die Nachgeborenen des Schreckens ändert sich nichts. Aber sie wollen verzeihen. Und beten um Vergebung für die Sünden ihrer Väter.

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Alles sehr klasse.

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