Gerüst 4
Letzter Teil:


Ende.
Ein tolle Buch: Frank Miller “Sin City” Band 1. übersetzt von Karlheinz Borchert. Cross-cult / Amigo Grafik Asperg 2005. Mit einem Vorwort von Andreas C. Knigge. 210 Seiten, € 19,80

Da ich den Film noch auf der Festplatte hatte, hat das besonderen Spass gemacht. Unglaublich genau folgt der Film den Bildern des Comics. Er versucht, die Kameraeinstellungen und Blickwinkel des Comics exakt nachzufahren. Sogar die Gesichter der Darsteller sind wie im Comic geschminkt.

Die Kunst von Frank Miller ist ja unbestritten und seit “The Dark Knight” allerorten bekannt. Mit Sin City hat er sich in Bereiche vorgewagt, die lange Zeit kein Verleger mit betreten wollte.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb 2005:
“„Sin City“ ist wie ein Schlachtfeld. Liebe, Hass, Action, Gewalt, Tod. In einem Wort: Emotion. So einfach ist die Formel, sie gilt fürs Kino wie für den Comic, und vor allem dann, wenn beide fusionieren, dann kommt so etwas Elementares heraus wie Frank Millers „Sin City“, von dem der erste Band nun auf deutsch herausgekommen ist: „Stadt ohne Gnade“ […]
Sin City, das ist die ultimative Film-noir-Stadt. Etwas besseres als den Tod kann man hier nicht finden, denn alles, was davor kommt, ist scheußlich, erniedrigend, schmerzvoll, zerstörerisch: Korruption und Verbrechen, Mord und Totschlag, Besessenheit und Perversion. Frank Miller hat in „Sin City“ mit strengem Manga-Stil die Welt auf atavistische Formen reduziert. Grobe Figuren, die sich aus endlosen Schwarzfelder herausschälen. Schraffierte Schauer, die kaum erkennen lassen, was sich hinter ihnen abspielt.”

Wenn s’ bloß net so teuer wörn, die Hund!
Das musste dann auch gelsen sein: Steve Tesich “Ein letzter Sommer” Roman. Aus dem amerikanischen von Heidi Zerning. Zürich (Kein und Aber) 2005. 492 Seiten, gebunden noch als Restexemplar ganz günstig, als TB bei List für € 8,95.

Freudschaften am Ende der Collegezeit, die sich auflösen. Liebesbeziehungen, die holperig zustande kommen. Väter, die ihre Söhne und Töchter tyrannisieren. Söhne und Töchter, die davon nicht koskommen.

Familiendramen. Verständnislose Beziehungen. Nur der Hund liebt den rollstuhlfahrenden Vater. Eine erschütternde Leidens- und Sterbegeschichte des krebskranken Familienoberhauptes.

Ein Text von Amazon dazu:
Ja, es ist wahr: Daniel Price hat den Kampf seines Lebens verloren, 1960, in East-Chicago. Er hat die Zukunft seines Trainers verspielt, der eigentlich schon keine Zukunft mehr hatte. Und er hat es auf die leichtsinnigste Art und Weise getan — obwohl er seinen Gegner beim Ringen schon längst in die Knie gezwungen hatte. Er hat sich einlullen lassen von dessen Lächeln, hat die Warnungen in den Wind geschlagen, die sein Trainer ihm vom Rand her entgegen gerufen hatte. Jetzt ist er zu Hause und wird von seinem Vater mit dem selben merkwürdigen Lächeln empfangen, das ihm zeigt, dass auch er und sein Erzeuger Gegner sind. Auch wenn seine Freunde Larry und Billy die Niederlage herunterspielen, so ist doch allen klar: Jetzt muss sich Price dem Kampf des Lebens stellen und selbst eine Zukunft finden, von der er nicht einmal weiß, wo er sie suchen soll.

Kann man lesen. Ist sehr beeindruckend. Und eigentlich nicht lustig.
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