Tesich – Abspann

Ich habe das gelesen: Steve Tesich „Abspann“. Roman. Aus dem Amerikanischen von Heidi Zerning. Zürich (Kein und Aber) 576 Seiten, gebunden, als Restexemplar billig bei Amazon. Als TB bei List für € 9,95.

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Die Geschichte ist wirklich gut: Der Drehbuch-Besserschreiber aus Hollywood hat eine Schwäche. Er kann nicht mehr betrunken werden. Da ihm das keiner glaubt, spielt er immer den Betrunkenen. Das ist in Gesellschaften von wirklich Betrunkenen ganz schlecht.

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Er liefert sich grandiose Gefechte mit seiner Frau (Ex?), die umso grandioser angelegt werden, je öffentlicher sie stattfinden. Und beide genießen das Ansehen, das die Streitereien in Form von öffentlicher Empörung ihnen bringen. Die Lautstärke der gegeneseitigen Angriffe ist ein Stilmittel und ein Aufmerksamkeitsgewinnungsmittel. Eigentlich streiten sie als ein öffentlicher Auftritt. Eine Show. Die aber ernst ist.

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Was passiert dann? Der Scriptflicker (schwieriges Wort) muss ein nicht zu verbesserndes Script seines größten Idoles verbessern. Er streicht alles raus, was den Plot gut macht und wird dafür gelobt und geliebt. Dann lernt er die Schauspielerin kennen, deren Stellen er rausgestrichen hat und lügt sie an. Schließlich kommt der Film in die Kinos.

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So nimmt das Unglück seinen Lauf. Im letzten Teil des Romans hat man das Gefühl, Herr Tesich hätte schneller zum Ende kommen sollen. Es passiert nicht mehr allzuviel, was die Geschichte wesentlich vorantreibt. Aber er schafft es dann doch nocht.

Ein gutes Buch, etwas zu lang wie gesagt. Aber mit sehr schönen Ideen drin.

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