Brücke am Main
Heute ein paar Zugbilder.
Von der Brückenüberquerung an der ehemaligen Großmarkthalle.
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Da sieht man noch die alte Großmarkthalle, der Bau der neuen Europäischen Zentralbank beginnt demnächst.
Heute ein paar Zugbilder.
Von der Brückenüberquerung an der ehemaligen Großmarkthalle.
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Da sieht man noch die alte Großmarkthalle, der Bau der neuen Europäischen Zentralbank beginnt demnächst.
Wenn das Rad in Schwung gebracht werden musste, musste Herr Hölzgen mühsam die Radnabe nach oben steigen und das Ding mit all seiner Kraft anstoßen, das war sehr anstrengend.

Aber dann ging der Riesenspaß wieder von vorne los. Das Abbremsen…

…hatte er so langsam…

…perfektioniert.
Er hielt vor großem Publikum lange Vorträge über das unterschiedliche Schwungverhalten.

Und man spürte, er war sehr stolz auf sein wertvolles Spielzeug.
Ich habe etwas ratlos gelesen:
Agneta Svensson und Jan Morgensen (Bilder): “Bertil fährt los”, Carlsen (Pixi Bücher) 2006, 28 Seiten € 0,95

Bertil, der fürs Kuchenbacken keine Eier hat, leiht sich einen kleinen roten Traktor von seinem Nachbarn Nisse, der ist Bauer, und fährt damit in die Stadt.

Bertil rammt dabei erstmal ein Loch in die Wand von Nisses Scheune, dann hält er den Verkehr auf der Straße auf, bringt aber die Eier heil nach Hause.

Und zum Schluss bekommt er vom Nachbarn Nisse sogar den roten Traktor geschenkt.
Irgendwie nicht ganz schlüssig, die Geschichte, aber auf alle Fälle schön gemalt.
Muss man aber nicht gelesen haben. Nicht unbedingt.
Manfred war ganz schwindelig.

“Was ist denn mit Dir los?” fragte Adelheit Tybbke.
“Ach lass mich!” stöhnte Manfred. “Mir ist ganz übel.”

“Die ganze Welt ist mir derzeit ein Rätsel.”

Alles ist irgendwie krumm, schräg, verzogen, nirgends gibt es Halt.

Die Maßstäbe haben sich alle verschoben, den Boden, scheint mir, verliere ich unter den Füßen.”

“Ach komm, Manfred. Du hast wohl ein paar Biere zuviel getrunken gestern, oder?” Adelheit war einfach praktisch veranlagt. Weniger philosophisch-therapeutisch.

“Schau mal da auf den Horizont und denk Dir ein schönes Weizenfeld. Siehst Du? Schon wird alles wieder gerade und eben.”
Und tatsächlich. Der Boden bekam wieder einen Halt, eine Struktur und eine feste Zuverlässigkeit.

Manfred konnte wieder das Oben vom Unten unterscheiden. “Danke!” rief er Adelheit zu, doch sie war schon wieder weitergegangen.

“Manchmal sind Männer einfach wie kleine, verlorene Kinder”, dachte sie.
Noch ein neues Hochhaus hier im Frankfurter Osten.

Das “Main Triangel” ist schon mal fertig gebaut, man kann auch in das Atrium rein (wenn man den Bauzaun ignoriert), aber es ist noch kein Mieter drin.

Jedenfalls ist es von außen ziemlich beeindruckend.






Herr Hölzgen hatte eine neue Leidenschaft:
Schwere Metallräder in kreisende Bewegung zu versetzen und sie dann wieder langsam abzubremsen.

Im gefiel einerseits der Sound, das Sirren und Pfeifen.

Er hatte aber andererseits auch Spass am Gefühl der Vibrationen, die sich über den Metallrahmen auf seinen Körper übertrugen.

So konnte er stundenlang stehen und warten und genießen, wie das Schwungrad langsam ausschwang. Es war wie eine Meditation.

Manchmal getraute er sich sogar, ein kleines Stöckchen (Hölzchen) an das rotierende Metallteil zu halten.
Dann machte es ein eher kreischendes Geräusch, aber die Energie der Drehung übertrug sich viel direkter in seinen Arm.

Und wenn das Rad zum Stehen kam, wartete er noch lange, bis auch in ihm die letzten Schwingungen ausgeklungen waren.
Ich habe mir manchmal Bücher gekauft, weil sie spannend aussahen und womöglich noch Preisschnäppchen waren. Und als sie dann im Regal standen, wurden sie plötzlich uninteressant.

Mit diesem Buch hier ging es genauso. Doch beim “Aufräumen” habe ich mir es dann mal vorgenommen und es hat mich dann doch ziemlich gefesselt:

Carl-Johan Vallgren “Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe” Frankfurt (Insel) 2004, aus dem Schwedischen von Angelika Gundlach. 378 Seiten, zur Zeit als Sonderausgabe (sieht völlig anders aus!) bei Suhrkamp als Taschenbuch, € 8,90.

Es ist schon in der Art von “Die Schöne und das Biest”. Ein völlig missgestaltetes Kind, bei der Geburt kaum überlebensfähig, “verwachsen”, genannt Hercule Barfuss, und seine Geliebte, Henriette Vogel, die sich trennen müssen, nachdem das Bordell, in dem sie gemeinsam aufgewachsen waren, geschlossen wird. Von einem “Bösen”, der ihnen durch die Geschichte immer wieder begegnen wird. Der ständige Feind.

Der “taubstumme Zwerg” Hercule hat telepathische Fähigkeiten, kann mit anderen Menschen durch ihre Gedanken Kontakt aufnehmen, was ihn aus dem einen oder anderen Schlamassel heraushilft.
Aber letztlich ist das Buch auch eine farbenprächtige und blutige Ansammlung von spannenden Szenen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Da geht es um Folter, die neue katholische Inquisition, Erlebnisse im Wanderzirkus, in Klöstern und Irrenanstalten, bis auf dem absoluten Tiefpunkt,… ja bis seine immer noch geliebte Henriette…

Also bitte, ich verrate doch nicht alles: Ein Schmöker und ein guter Zeitvertreib. Kann man lesen.
Und so richteten sie den vermeintlichen Segler auf…

…und warteten, was passieren würde.

Die Sonne schien an diesem Spätnachmittag schon ziemlich stark, obwohl es erst Anfang Mai war.
Doch es tat sich nichts.

“Da, jetzt, spüren Sie es?” Katja Wüst war aufgeregt. Und tatsächlich. Auch Marco Grolle spürte, wie der Segler sanft unter seinen Füßen vibrierte.
Doch dabei blieb es. Er hob nicht ab. Dieses mal nicht. “Vielleicht müssen wir in ein paar Wochen noch einmal vorbeikommen und den Segler länger aufheizen, am besten, wenn die Sonne höher steht. Was meinen Sie?”

Katja Wüst war sehr enttäuscht. “Ja, da haben Sie vielleicht recht. Das ist jetzt wirklich schade, Ich hätte mich so gefreut.”
“Ach, kommen Sie, liebe Katja!” Matthieu war ganz freundlich, plötzlich: “Ich lade Sie zu einem Kaffe ein, was halten Sie davon?”
Marco Grolle blieb erstaunt zurück. Was hatte denn das jetzt wieder zu bedeuten?
Es wird seit Jahren hier an der Straße, wenn man richtung Offenbach rausfährt, an etwas gebaut, das mal “Frankfurt Loop” heißen soll. Von der Tom Bock Group.

Vor kurzem bin ich mal daran vorbeispaziert.

Es ist schon lang nichts mehr hinter dem Bauzaun passiert.

Aber die Website dazu hat schöne Texte.

“Nichts entwerfen, was man nicht baut. Nichts bauen, was man nicht entworfen hat. Ob alleine oder im Netzwerk, bestimmt einzig die Komplexität der Aufgabe - nicht die Eitelkeit. Sich und die Herausforderung richtig einzuschätzen, ist die notwendige Bedingung, Offenheit, Lernfähigkeit, Neugier und Beharrlichkeit die hinreichende.”
“Bauen als schöpferischer Prozess, der Visionen in einer sich stetig verändernden Welt in (nachgefragte) Realität transformiert, ist weit komplexer als die Summe einzelner Teile wie (nur) Entwerfen, (nur) Konstruieren, (nur) Rechnen, (nur) Managen etc…”
“Grand Parc, East Plaza und West Square, Durchwegungen und Durchgänge öffnen den Loop auch im Innern mit seinen Art-Pavillons und Patio-Pavillon. Zusammen mit dem Solitär 6 und weiteren, davor liegenden Solitären kann der Loop, wie das Ensemble um den Walther-von-Cronberg-Platz, ein ausdrucksstarkes Gravitationsfeld bilden.”

Da sind wir mal gespannt, wie es weitergeht.
Marco Grolle war sich nicht wirklich sicher.

“Damit soll man fliegen können?” Katja Wüst war ganz fest überzeugt: “Wenn ich es doch sage. Das Ding ist ein Wärmesegler. Wenn die Sonne draufscheint, dann wird es so leicht, dass es abhebt und davonfliegt.”
Matthieu von Rohr hatte noch nie etwas von einem “Wärmesegler” gehört.

“Erlauben Sie mir eine Frage: Wo sind der Antrieb, das Höhenruder, das Seitenruder? Das Fahrgestell, die Landeklappen? Das kann doch nicht funktionieren!?”

“Ich wäre auch äußerst vorsichtig!” raunte Marco Grolle, ohne dass Katja Wüst etwas hören konnte. Er wollte sie nicht vor den Kopf stoßen.

“Ich sag Ihnen jetzt mal was.” machte Katja ganz aufgeregt. “Wenn man dieses Ding richtig aufstellt, dann muss man nur lange genug warten und schon hebt es ab. Vor allem im Hochsommer. Das haben wir bei uns zuhause früher auch immer so gemacht. Und es hat Riesenspass gemacht. Wir probiern es einfach mal aus, oder?”

“Ich denke, wir sollten das mal machen. Wir lassen ihr mal ihren Willen. Schaden kann es ja nicht. ” Marco und Herr von Rohr waren noch skeptsich, aber sie wollten auch nicht einfach nein sagen.
(Fortsetzung folgt.)
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