Komarek – Die Schattenuhr

Ich habe gelesen: Alfred Komarek „Die Schattenuhr“; Roman. Zürich (Diogenes) 2005, TB, 273 Seiten, € 9,90.

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Der ehemalige Redakteur Käfer und seine Ente, die man schon aus einem anderen Komarek Krimi kennt, treiben sich immer noch im Salzkammergut herum.

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Durch einen Zufall wird er immer weiter in eine tragische Geschichte in der Stadt Hallstadt hineingezogen, in der es um alte Schätze, eine geheimnisvolle Vergangenheit in Salz und Eis geht, auch um ein paar Fragen des Daseins und um sonstige Eigenheiten des Ausseerlandes.

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Aber so ganz glücklich bin ich mit dem Buch nicht gewesen.

Manchmal stolpert man darin über seltsam bedeutungsschwere Gespräche (z.B. auf S. 63, mit der Mutter des Verunglückten, Frau Gamsjäger), mit denen man gar nichts wirklich anfangen kann.

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Im Juli letzten Jahres war ich in der Gegend. Die Landschaften und die Stadt Hallstadt sind natürlich um so lebendiger, wenn man sie aus eigenem Erleben kennt. Auch der Grundelsee, der Töplitzsee, der Attersee, der Offenseee usw usw. Das macht die Story etwas weniger fremdartig.

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Aber z.B.: der lächerliche Großmotz Marc Moser erscheint hier völlig fehl am Platz, er ist eine moderne Marketing / PR Figur, eine völlig an den Haaren herbeigezogene Karikatur, ein einziges übetriebenes Klischee. Keineswegs komisch, nur nervtötend.

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Die Leute schweigen sich oft an, reden dann Sachen, die irgendwie peripher etwas mit der Geschichte zu tun haben, vermeintlich symbolträchtig, tief, unscharf, „wahr“. Keiner stellt die klärenden Fragen.

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Hin und wieder hat man das Gefühl, Komarek war sich selber nicht ganz klar, worauf er hinauswollte.

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Ich sage: Alle frühereren Komarek Bücher, die mit Kommisaar Polt im Weinviertel spielen, sind besser. Diesen hier kann man sich gerne sparen.

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