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Archive für Mai 2008
Simon Singh - Fermats letzter Satz
31.5.2008 von Heiner.Eberle.
Es geht um dieses Buch:
Simon Singh “Fermats letzter Satz - Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels”. Aus dem Englischen von Klaus Fritz. München (Hanser / dtv) 2000 / 2005 ; 360 Seiten, € 10,–

Aus der Amazon Redaktion:
“Wer nicht nur an den Anekdoten interessiert ist, die sich um das Fermatsche Rätsel ranken, sondern die mathematischen Ideen kennenlernen will, die schliesslich zum Beweis der Vermutung führten, dem sei das Buch «Fermats letzter Satz» von Simon Singh wärmstens empfohlen. Dem Autor gelingt das Kunststück, anhand des Fermatschen Rätsels die abstrakte Welt der Zahlen zum Leben zu erwecken.
Die abenteuerliche Geschichte dieses Rätsels beginnt genaugenommen schon mit Pythagoras, dem Begründer der Zahlentheorie, und sie endet mit Andrew Wiles, der sich bereits im Alter von zehn Jahren in den Kopf gesetzt hatte, Fermats Vermutung zu beweisen, nicht ahnend, welche Opfer ihn das kosten sollte.
Was aber wäre diese Geschichte ohne das vergebliche Ringen seiner Vorgänger, ohne die unzähligen Lösungsversuche, die für sich genommen zwar zum Scheitern verurteilt waren, in ihrer Gesamtheit aber doch einen Weg zur Lösung des Rätsels wiesen.
Mit sicherer Hand führt Simon Singh den Leser durch das Labyrinth dieser Ideen, und mit jedem Schritt wird begreiflicher, was Mathematiker meinen, wenn sie von der Schönheit und der Ästhetik der reinen Mathematik sprechen.”

Es gibt doch noch überraschende Dinge. Zum Beispiel hat man herausgefunden, dass das Verhältnis der echten Länge eines Flusses zur direkten Linie (Luftlinie) zwischen Quelle und Mündung des Flusses immer die Konstante pi (3,14) ergibt (S. 40). Ist das nicht erstaunlich?
Es ist schon ein sehr spannendes Buch, aber gegen Ende wird Mathematik so abstrakt, dass Herr Singh sich etwas schwer tut, sie einem Laien verständlich zu machen. So z.B. bei der Taniyama-Shimura-Vermutung. Da versteht man dann, dass die mathematische Welt auch etwas ganz fremdes sein kann.

Auf Seite 273 gibt es eine Stelle von Andrew Wiles, die ich mal zitiere:
“In diesem Jahr arbeitete ich hart daran, die Kolywagin-Flach-Methode zum Laufen zu bringen, doch in ihr steckte eine Vielzahl ausgeklügelter Getriebeteile, mit denen ich nicht wirklich vertraut war. Da war einiges an schwerer Algebra, weshalb ich eine Menge neuer Mathematik lernen musste.”
Nicht nur, dass das eine etwas holperige Übersetzung ist. Es ist auch schon schwer nachvollziehbar, was für Mathematiker “schwere Arbeit” bedeutet. Und auch Fagen wie “Warum?” “Hat er nichts anderes zu tun?” stellen sich hin und wieder.

Weil wir vielleicht nicht verstehen, was uns die Lösung des Problems eigentlich bringt, sagt das Buch (S. 311): “Mathematisch gesehen ist der endgültige Beweis vergleichbar mit der Atomspaltung oder der Entschlüsselung der DNS” erklärte John Coates. “Der Beweis für Fermat ist ein intellektueller Triumpf, und man darf nicht aus den Augen verlieren, dass er die Zahlentheorie mit einem Schlag revolutionierte.”

Na gut. Das kann ja sein. Lesenswert ist allemal der Weg, der dahin geführt hat.
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Lullys Radiergummi
30.5.2008 von Heiner.Eberle.
Lully hatte einen neuen Radiergummi bestellt.

Und der war jetzt angeliefert worden.

Er war wirklich genau so, wie Lully ihn im Prospekt gesehen hatte.
Die Bestell- und Codenummern waren alle korrekt.

Aber er war viel zu groß.

Was sollte er denn jetzt mir so einem Riesengummi anfangen? Von dem konnte man ja fast erschlagen werden!

Als Statue im Pfarrgarten könnte man ihn noch verwenden, als Symbol der “unbeherrschbaren Vergänglichkeit” vielleicht.

Aber sonst? Lully war ratlos. Ob man ihn umtauschen konnte?
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Weseler Werft 2
29.5.2008 von Heiner.Eberle.
Mal wieder an einem Sonntag abend an der Weseler Werft vorbeispaziert.
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Mit Blick auf die alter Großmarkthalle, die jetzt zur EZB mutieren wird.
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Im Wald
28.5.2008 von Heiner.Eberle.
“Heute Abend gewinne ich! Ich spüre es ganz genau!”

Horst hatte wieder mal Lotto gespielt. Seine alte Leidenschaft.

“Ach vergiss es!”
Walter war mal wieder anderer Meinung.
“Das klappt doch sowieso nicht. Unsereins gewinnt doch nie etwas. Wir müssen immer nur schaffen. Wir kommen nie auf einen grünen Zweig.”
So ähnlich redete er den ganzen Tag.

“Immer dieselbe Arbeit hier im Wald: Bäume fällen, Stämme sägen, saubermachen. Wie soll man denn davon reich werden? Lottospielen? Habe ich auch mal ein paar Jahre lang gemacht. Hat nur Geld gekostet. Und manchmal gab es einen Dreier!”

“Glaub mir, mit ehrlicher Arbeit und Lotto kommen wir nicht weiter. Lotto ist ja auch nur so eine Droge, ein Alibi, ein nutzloses Versprechen, das man uns hinhält, damit wir schön ruhig bleiben und brav glauben, wir hätte alle eine Chance, aus diesem Sumpf rauszukommen. Alles gelogen!”

“Na, weißt Du, so weit bin ich noch nicht, Walter. Ich habe noch Pläne. Ich habe noch was vor in meinem Leben. Das hier kann noch lange nicht alles gewesen sein.”

“Das Leben hat mehr zu bieten, als Bäume zu schleppen, da bin ich mir ganz sicher. Hast Du schon mal von den Jobangeboten in Kanada gehört? Die suchen dort “walderfahrene” Leute für die Landschaftsschutzgebiete und die Nationalparks. Stell Dir vor: Bei Bären und Elchen! Da will ich hin. Das wär was für mich.”

“Gestern habe ich meine Unterlagen hingeschickt. Warte nur mal ab, ob da nicht was draus wird.”

“Ach, vergiss es!” dröhnte es von hinten. “Das ist doch ein genauso undankbarer Job wie dieser hier. Außerdem ist es in Kanada immer saukalt.”

“Na Du hast immer was, was Dich stört…! Außerdem glaub ich das gar nicht. Ist mir aber auch egal. Hauptsache mal raus und weg und was anderes machen. Mein Bruder Manfred kommt auch mit, wenn es klappt. Der hat auch eben seinen Job an den Nagel gehängt, braucht auch einmal Luftveränderung. Das wird prima. Kanada…!”
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Komarek - Die Schattenuhr
27.5.2008 von Heiner.Eberle.
Ich habe gelesen: Alfred Komarek “Die Schattenuhr”; Roman. Zürich (Diogenes) 2005, TB, 273 Seiten, € 9,90.

Der ehemalige Redakteur Käfer und seine Ente, die man schon aus einem anderen Komarek Krimi kennt, treiben sich immer noch im Salzkammergut herum.

Durch einen Zufall wird er immer weiter in eine tragische Geschichte in der Stadt Hallstadt hineingezogen, in der es um alte Schätze, eine geheimnisvolle Vergangenheit in Salz und Eis geht, auch um ein paar Fragen des Daseins und um sonstige Eigenheiten des Ausseerlandes.

Aber so ganz glücklich bin ich mit dem Buch nicht gewesen.
Manchmal stolpert man darin über seltsam bedeutungsschwere Gespräche (z.B. auf S. 63, mit der Mutter des Verunglückten, Frau Gamsjäger), mit denen man gar nichts wirklich anfangen kann.

Im Juli letzten Jahres war ich in der Gegend. Die Landschaften und die Stadt Hallstadt sind natürlich um so lebendiger, wenn man sie aus eigenem Erleben kennt. Auch der Grundelsee, der Töplitzsee, der Attersee, der Offenseee usw usw. Das macht die Story etwas weniger fremdartig.

Aber z.B.: der lächerliche Großmotz Marc Moser erscheint hier völlig fehl am Platz, er ist eine moderne Marketing / PR Figur, eine völlig an den Haaren herbeigezogene Karikatur, ein einziges übetriebenes Klischee. Keineswegs komisch, nur nervtötend.

Die Leute schweigen sich oft an, reden dann Sachen, die irgendwie peripher etwas mit der Geschichte zu tun haben, vermeintlich symbolträchtig, tief, unscharf, “wahr”. Keiner stellt die klärenden Fragen.

Hin und wieder hat man das Gefühl, Komarek war sich selber nicht ganz klar, worauf er hinauswollte.

Ich sage: Alle frühereren Komarek Bücher, die mit Kommisaar Polt im Weinviertel spielen, sind besser. Diesen hier kann man sich gerne sparen.

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Jan Hölzgen und Adelheit
26.5.2008 von Heiner.Eberle.
A: “Guten Abend, mein Lieber.”
J: “Da bist Du also wieder.”
A: “Ja, da bin ich wieder. Erstaunt Dich das?”
J: “Ich hatte Dich kaum noch erwartet. Und wie war es dort unten?”

A: “Es war - atemberaubend.”
J: “Atemberaubend - so! Ich habe also recht gehabt.”
A: “Du? Du hast mir ja nichts erzählt. Aber vielleicht hast Du darin recht gehabt, dass es sich nicht beschreiben lässt.”
J: “Und weißt Du auch, wie lange Du fort warst?”

A: “Mir ist, als sei ich gestern erst hinabgestiegen. Aber auf Deinem Tisch stehen keine Rettiche mehr. Es muss also länger her sein.”
J: “Es sind beinahe 4 Wochen.”
A: “Vier Wochen! Das kann doch nicht sein. Es kommt mir vor, als sei ich die ganze Zeit gelaufen.”
J: “Aber es hat Dich, wie ich feststelle, nicht ermüdet.”

A: “Im großen Innenhof habe ich mich ein paar Minuten hingesetzt. Oder zumindest: es schienen mir nur ein paar Minuten zu sein. Vielleicht waren es aber auch Tage.”
J: “Wo war das?”
A: “Im großen Innenhof, im zweiten. Unter den Säulen. Erinnerst Du Dich nicht?”
J: “Die Erinnerung schwindet. An Säle erinnere ich mich. Auch an Säulen, aber nicht an Höfe.”
A: “Aber ich habe es nicht lange ausgehalten. Es war zu still.”

J: “Die Stille erschien mir eben das Wunderbare.”
A: “Wunderbar, aber unheimlich. Beim Gehen habe ich wenigstens meine Schritte gehört.”
J: “Ja, man fühlt sich einsam dort unten. Aber das ist auch wieder das Großartige daran.”
A: “Vielleicht sollten wir noch enimal zusammen hinuntergehen!”
J: “Du willst wieder hinunter?”

A: “Du nicht?”
J: “Doch - doch, ich hatte die Absicht, einmal wieder hinunterzugehen.”
A: “Ich komme mit. Wann wollen wir gehen?”
J: “Wann Du willst. Aber - würdest Du denn den zweiten Eingang finden?”
A: “Den zweiten Eingang? Woher weißt Du, dass ich…? Wir können doch durch die Höhle im Rettichbeet gehen, - oder nicht?!”
J: “Das können wir nicht.”

A: “Du meinst, Du hast…?!”
J: “Ich habe sie zugeschüttet.”
A: “Also doch! Ich habe also recht gehabt. Ich wusste, dass Deine Versperchen nicht viel wert sind!
J: “Ich habe sie länger als drei Wochen offen gehalten.”
A: “Das glaube ich Dir nicht.”
J: “Du kannst Lattmann fragen.”

A: “Du nennst Deine Zeugen zu schnell, mein Lieber! Hat er das Loch drei Wochen offen gesehen?”
J: “Ich weiß nicht, ob er es gesehen hat. Vor drei Tagen habe ich ihm gesagt, er solle es zuschütten, wenn er mit den Obstbäumen fertig sei. Gestern Abend hatte er es noch nicht zugeschüttet. Da habe ich es selber getan.”
A: “Warum?”
J: “Ich wollte Spinat säen.”
A: “Du wolltest Spinat säen!”
J: “Nach beinahe vier Wochen durfte ich gewiss sein, dass Du nicht zurückkehren würdest, zumindest nicht durch dieses Loch. Und ich habe recht gehabt.”

A: “Natürlich hast Du recht gehabt. Ich hätte ja auch gar nicht durch dieses Loch hinaufkommen können, da es zugeschüttet war.”
J: “Du hast es ja gar nicht versucht.”
A: “Woher weißt Du das?”
J: “Wenn man durch alle Räume des Palasts gegangen ist, ist man am zweiten Eingang. Hättest Du diesen Ausgang versucht, so wärest Du noch lange nicht zurück. Im übrigen bezweifle ich, ob Du überhaupt im Palast warst.”
A: “Wollen wir Erinnerungen austauschen?”
J: “Würdest du den zweiten Eingang finden?”

A: “Ich werde es versuchen. Auch als ich heraustrat, war es dunkel.”
J: “Morgen werden wir es zusammen versuchen.”
A: “Jetzt glaubst Du mir nicht, dass ich im Palast war.”
J: “Ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht glaube, sondern dass ich es bezweifle. Aber ich stelle fest dass Du inzwischen mir glaubst, dass ich im Palast war.”
A: “Ob Du wirklich unten warst, weiß ich nicht. Aber ich habe mich überzeugt, dass es ihn gibt.”

J: “Hätte ich Dir nicht davon erzählt, so hättest Du Dich nie überzeugt.
A: “”Sieh da!” sagte der Blinde zum Sehenden, “ein Löwe!” Und der Sehende sah tatsächlich einen Löwen. “Woher weißt Du, dass dort ein Löwe ist?” fragte der Sehende den Blinden. “Ich habe ihn mir erträumt” sagte der Blinde. - Vielleicht hast Du geträumt, und ich habe gesehen.”
usw usw usw (Hildesheimer, “Unter der Erde”)
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Brücke am Main 2
25.5.2008 von Heiner.Eberle.
Nochmal die Brücke an der Großmarkthalle. Ohne Zug.
1.

Diese Zeichen haben irgendwas zu bedeuten. Weiß das jemand?
2.

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Da war es schon wieder.
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Manfred 5 / Klammer
24.5.2008 von Heiner.Eberle.
“Ach Adelheit!” Manfred war mal wieder nach Jammern zumute.

“Was hast Du denn schon wieder?” Adelheit wusste nicht so recht, ob sie ihn bedauern oder sich über ihn ärgern sollte.

“Ich muss mein Leben ändern!” sagte Manfred etwas unsicher.

“Es geht so nicht weiter. Ich brauche Luftveränderung, Ortsveränderung, andere Menschen um mich rum, irgendwas. Ich bin ziemlich am Ende.”
Adelheit fühlte sich seltsam bedrängt und irgendwie war ihr die Situation peinlich. “Und was willst Du dann von mir?”
“Willst du in Urlaub fahren und brauchst eine Begleitung? Was soll denn Hans dabei denken! Das geht doch gar nicht!”

“Nein, das meine ich nicht, liebe Adelheit. Ich werde meinen Beruf in der Fabrik an den Nagel hängen und auf Wanderschaft gehen. Auf Reisen. Weißt du, ich habe mir etwas zusammengespart, das müsste ein paar Monate reichen. Und dann werde ich sehen, was mir so begegnen wird. Ich will alles hinter mir und alles auf mich zukommen lassen.”

Adelheit war erschrocken und etwas geknickt. Sie hatte das noch nicht richtig verstanden. “Und mich lässt Du dann ganz alleine mit meinem Mann zurück?”

“Ja. Nein. Also nein, ich meine: Komm doch mit?! Wir könnten doch ganz prima zusammen…”

Doch da ahnte Manfred, dass er es bereits vermasselt hatte. Aber was eigentlich? Was war denn jetzt schief gegangen? Hatte er wirklich Adelheit mitnehmen wollen? Hatte sie das erwartet? War sie ihm jetzt sauer? Warum denn?
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Delibes - “Mein vergötterter Sohn Sisi”
23.5.2008 von Heiner.Eberle.

Das ist eigentlich am Anfang ein ganz lustiges Buch, wenn es dann nicht so tragisch enden würde:

Miguel Delibes “Mein vergötterter Sohn Sisi”, Roman, Zürich (Ammann) 2003, aus dem Spanischen von Lisa Grüneisen, 390 Seiten, € 22,90 oder auch schon antiquarisch.

Die spanische Provinz 1917. Cecilio Rubes hat eine Fabrik für Badewannen, Bidets, Klosetts, er ist ein stattlicher, träger, selbstgefälliger Bürger mit ausgeprägtem Standesdünkel, der aus Langeweile ein Kind möchte. Einen Sohn.

Den bekommt er dann auch, ohne Rücksicht auf seine Frau, verzärtelt und liebt ihn abgöttisch, verhindert erfolgreich jede Form der “guten” Erziehung oder Bildung und es entsteht “ein lasziver, ekelhafter, launischer Kotzbrocken von einem Bengel.” Mit 17 Jahren spannt er dann dem Vater die Geliebte aus.

Als der Bürgerkrieg in Spanien ausbricht, wird aus der Familiengeschichte eine große Tagödie. Und nichts ist mehr lustig.

Ein gutes Buch. Über verlogenes Familienleben und Doppelmoral (der spanischen Gesellschaft am Anfang des letzten Jahrhunderts), über das männliche Machoverhalten und über die Katastrophen, die da her kommen.

Sehr lesenswert.
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Jan Hölzgen und Lully
22.5.2008 von Heiner.Eberle.
“Bruder Lully!” rief Jan Hölzgen dem Pastor zu, als der sich vorsichtig dem vereinbarten Treffpunkt näherte.

“Gut, dass wir uns treffen. Ich habe Interesse an Ihren Gemälden.”

“Ich habe davon gehört, dass Sie malen wie ein junger Cranach, vor allem auch erotische Sachen und so. Kurz: Ich möchte Ihnen ein Bild abkaufen.”

“Meine Bilder sind sehr privat, Herr Hölzgen, das könne Sie sich vorstellen, oder? Ich male nicht für die Öffentlichkeit oder wegen des Geldes.”

“Aber hören Sie, ich habe doch gehört, welche Motive Sie am liebsten auf die Leinwand gebracht haben. Das ist es ja, was mich gerade so reizt.”

“Na schön. Dann beantworten Sie mir wenigstens eine Frage:…
…Kennen Sie Sabine Schabulsky oder ihren Mann zufällig?”
“Sabine? Klar, das ist meine Cousine! Was haben Sie denn mit Sabine zu tun? Woher kennen Sie denn meine Cousine?”

“Damit wäre das dann wohl erledigt, denke ich.” stellt Lully fest und verabschiedete sich leise.

“Ja was ist denn jetzt? Herr Pastor? Bruder Lully! Warten Sie doch! Was haben Ihre Gemälde denn mit meiner Sabine zu tun?”
Aber Lully hörte nicht mehr hin. Er fragte sich, ob er aus dieser Sache jemals wieder rauskommen würde.
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