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Archive für 5.4.2008

Schneider - Sechsachteltakt

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Ich habe spontan und etwas ratlos gelesen: Helge Schneider “Eine Liebe im Sechsachteltakt - Der große abgeschlossene Schicksalsroman von Robert Fork”  Köln (Kiepenheuer und Witsch) 2008, Paperback, 151 Seiten in besonders großer Schrift € 7,95.

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So arg ich Helge Schneider bewundere, als Musiker und Künstler und Komiker: In diesem Buch (es ist das erste, das ich von ihm gelesen habe, kommt das Genie nicht so einfach rüber.

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Dazu ist es irgendwie zu ernst. Kann sich zwischen Ernst und Witz nicht richtig entscheiden. (Oder erscheint es nur mir zu ernst?) War Kollendorf jetzt in das Grab versehentlich gefallen oder absichtlich hineingestoßen worden? Oder der brutale Kommissar; der verstoßene Sohn Mark, der Sohn von Angelique Tessier, June, die betrügerische Alleinerbin, das Pferd, mit dem Angelique Selbstmord begangen haben soll: War es womöglich von jemand anderem gesteuert worden, sodass der Mord aussah wie Selbstmord? usw.

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Ich übernehme mal ein paar Sätze aus der “amazon” Rezension. (Vielleicht braucht man Helge, der einem das Buch vorliest, um es richtig zu deuten…)

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“Helge Schneider bringt den lauwarmen Hauch des Familiendramas in unsere Lesestuben zurück. Robert Forks »Eine Liebe im Sechsachteltakt« versucht uns mit den neuzeitlichen Mitteln des multiperspektivischen Erzählens ein Bild der klassischen englischen Gartenlandschaften und ihrer Menschen zu vermitteln.

Unter Verzicht auf spektakuläre Handlung konzentriert sich Robert Fork ganz auf die seelischen Innenwelten seiner Protagonisten, auch wenn diese düster und stumpf sind. Helge Schneider setzt sich in seinem neuen Roman mit der NOUVELLE ROMANTIC auseinander. Der Hauptdarsteller wirkt auf den Leser wie ein angefaulter Apfel im Einkaufsnetz, vergessen auszupacken nach dem Einkauf. Dieser Mensch lebt zu ca. 30 Prozent im Hier und Jetzt, der Rest ist mystifizierte Vergangenheit, noch nicht einmal übertrieben.

Ob Kollendorf mit Gummistiefeln durch das Wattenmeer stapft oder aus dem Flugzeug fällt, ist dem Leser egal, denn dieser Mann ist pures Selbstmitleid, man kann sich für sein Schicksal genauso wenig erwärmen wie für die Leute aus den TV-Zweiteilern. Helge Schneider schafft es jedoch trotz der Passivität des Hauptdarstellers, Spannung in sein Epos zu zaubern.

Die vielen Namen und die vielen Toten, die unerschöpflich vom Rand her die Story auffüllen, sind Synonym für das Perpetuum mobile der Unpersönlichkeit in der neuzeitlichen Gesellschaft. So bringt Helge Schneider den lauwarmen Hauch des Familiendramas in unsere Lesestuben zurück.

Nichts ist ihm zu belanglos, um nicht noch einmal daraufhin zu weisen. Am Ende aber bleibt die Frage aller Fragen offen, wie im Leben - das wahre Leben nimmt kein Ende. Wir warten auf eine Fortsetzung dieser Geschichte, die durch ihre knallharte Weichheit zu einem äußerst spannenden Thriller reift, je mehr man sich in die vielen Seiten vertieft. Ein Muß für Literaturkenner!”

Auch ein Quatschtext.

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Wenn man sich die letzten Seiten genau anguckt, könnte man meinen, dass es doch ein schon richtig gutes Buch ist. Aber nur, wenn man die dritte oder vierte “ironische Brechung” mitliest ;-).

Vielleicht liegt der Witz darin, dass es sich nicht festlegen lässt, keine Kategorisierung zulässt. Alles wird irgendwie angefangen, alles ist voller Klischees, alles ist eigentlich auch völlig egal.

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Oder mir fehlt was. Zum Beispiel die zusätzlichen 56 Seiten, die bei “amazon” angegeben sind. Dort hat das Buch 208 Seiten. Bei mir sind es nur 151. Also Achtung beim Bücherkauf! Umtauschen, wenn es einen Mangel hat! Immer die Seitenzahl nachprüfen!

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