Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Heinerblog für April, 2008.
- Adelheit Tybbke (23)
- Allgemein (1092)
- Bücher (261)
- Bruder Lully (47)
- Das Orakel (8)
- Edith Hübsch (15)
- Engels (13)
- Franz (5)
- Frau von Tümmler (19)
- Frau Weichbrodt (31)
- Gottlob (4)
- Hans (55)
- Herr Mindernickel (24)
- Hilmar Stampf (20)
- Inspektor Doll (20)
- Joe (30)
- Kunst (24)
- Manfred (21)
- Marquardts (15)
- Mähchen (25)
- Mrs Johnes (1)
- Olaf Schmundt (5)
- Pflanzen (92)
- Platten (12)
- Prof. Bongartz (22)
- Reisen (354)
- Sabine Schabulsky (9)
- Tiere (28)
- Undine Gehscha (34)
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- September 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Januar 2007
Archive für April 2008
Rafaela - Brokkoli 1
30.4.2008 von Heiner.Eberle.
Rafaela war sehr unglücklich.

Sie konnte nichts dafür, aber die Brokkoli waren einfach nicht so, wie sie sich das gedacht hatte.
Sie wuchsen zwar alle ziemlich hoch und schnell, aber dann waren sie auch ziemlich schnell vergammelt, fingen an gelb zu werden und faulig. Deshalb hatte sie Hilfe angefordert: Den französischen Brokkolispezialisten Matthieu von Rohr.

Matthieu hatte nicht lange bitten lassen. Die Kulturen der Familie Hölzgen, die jetzt durch die Firma Lakotta / Hackenbroch bewirtschaftet wurden, galten als die besten in ganz Europa.

Und das konnte man auch schon auf einen Blick sehen. Der Wuchs der Stengel, die Fülle der Röschen, die Größe der Äste, alles war dem Bauer Lakotta und der Frau von Hackenbroch überwältigend gut gelungen.
Er hatte sich hier und heute mit Frau von Hackenbroch verabredet, die ihn um Hilfe gebeten hatte. Und er ahnte sogar schon, worum es ging.

Aber wo steckte sie nur? Er war Unpünktlichkeit nicht gewohnt. Man ließ ihn normalerweise nicht warten. Dafür war seine Zeit auch zu kostbar.
(Fortsetzung folgt.)
Geschrieben in Allgemein | Drucken | 1 Kommentar »
Swann - Glennkill
29.4.2008 von Heiner.Eberle.
Es hat mich nicht ruhen lassen, ich musste es lesen, als Taschenbuch: Leonie Swann “Glennkill - Ein Schafskrimi” München (Goldmann) 2005 / 2007, 380 Seiten, € 8,95.

Von allen irgendwie hoch gelobt war ich doch etwas skeptisch (Schafe!), aber es hat sich dann doch gelohnt. Hat richtig Spaß gemacht. Schafe! Etwas vermenschlicht, klar, sonst wäre der Roman nicht möglich. Aber hier stimmt seltsamerweise die Mischung.

Die Viecher haben alle ihre Schafsangewohnheiten und man kann sich das alles sehr genau vorstellen, sieht sie förmlich vor sich. Sie neigen dazu, spontan einzuschlafen oder übersprungsmäßig loszuknabbern an allem, was ihnen in die Quere kommt. Gras und Kräuter sind ihnen heilig. Die Zusammenhänge menschlicher Rede vollziehen sie nach, auch wenn die Gegenstände, um die des darin geht, ihnen nicht immer vertraut sind. Sie leben eben in ihrer Schafswelt. Missverständnisse sind an der Tagesordnung und man möchte ihnen gerne manchmal helfen.

“Miss Maple, das klügste Schaf, der Herde, vielleicht das klügste Schaf von Glennkill und möglicherweise sogar das klügste Schaf der Welt. Neugierig, hartnäckig, fühlt sich manchmal verantwortlich”, hat ihren Namen daher, dass sie ihrem ermordeten Hüter immer den Ahornsirup vom Brot geleckt hat, als er nicht hinsah.

Also man kann das empfehlen. Ein Schafskrimi. Kann man lesen. Doch wirklich.

Aber die Verarbeitungsqualität bei Goldmann Taschenbücher lässt schon sehr zu wünschen übrig.
Geschrieben in Bücher | Drucken | Keine Kommentare »
Kurts Brokkoliacker
28.4.2008 von Heiner.Eberle.
Kurt hatte von einem Stück Land gehört, auf dem ganz hervorragender Brokkoli wachsen sollte.

Leider lag es etwas ungünstig. Man musste einmal quer durch den Frotteedschungel hindurch, der schon mal ganz gefährlich werden konnte, wenn man nicht genau aufpasste wo man hintrat.
Das Gelände, für das er sich interessierte, war einen halben Quadratmeter groß, bot also genug Fläche, um die Jahresproduktion an Brokkoli für das ganze Dorf zu gewährleisten.

Und damit würde er sich ein zweites Standbein schaffen. Neben dem Job bei der Stadt-Salz-Energiebehörde hatte er ja seine Prüfung als Südfrüchte Fachverkäufer erfolgreich bestanden. (Die Geschichte mit dem Quietsche-Entchen ärgerte ihn heute noch).
Damit wollte er sich eine eigene Existenz aufbauen. Für sich und für seine geliebte Rafaela. Und das Brokkoligrundstück sollte ihm dabei helfen.

Der Besitzer war Jan Hölzgen, eigentlich Leierkastenmann von Beruf.
„Kommen Sie, mein Freund, die Sonne geht bald unter, und wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“

„Sie wissen, gar nicht, welch einen Schatz Sie hier erwerben, Herr Lakotta. Jahrhundertelang war der Acker im Besitz der Familie Hölzgen, und jetzt, da wir keine Nachkommen haben, müssen wir alles verkaufen und das ganze Wissen um die Brokkolipflege werden wir an den Käufer weitergeben.“

„Da schauen Sie, wir sind da. Sehen Sie, da unten liegt das Gemüse. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich daran denke, dass wir es jetzt hergeben müssen. Aber so ist es nun mal, das ist der Lauf der Dinge.“
Herr Hölzgen war den Tränen nahe. Kurt war mehr als beeindruckt.

„Ist das nicht großartig?“ fragte Herr Hölzgen rhetorisch. Kurt war überwältigt und überzeugt. So einen schönen Acker hatte er zuvor noch nie gesehen. Er war gepflegt wie eine englische Parkanlage. Brokkolibüsche standen Reihe an Reihe, sorgfältig durch ein Bewässerungssystem miteinander verbunden, bereit, von ihm gekauft / geerbt / bewirtschaftet zu werden.
Das war seine Zukunft. Das wusste er. Jetzt brauchte er nur noch einen besseren Zugang als durch den Frotteedschungel, dann war alles geklärt.
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Schönes aus Käfertal 2
27.4.2008 von Heiner.Eberle.
Nochmal sehr unkommentiert: Schönheit der Vorgärten in Käfertal:
1.

2.

3.

4.

5.

6.

Nix wie hin.
Geschrieben in Reisen | Drucken | Keine Kommentare »
Katja - Pilz 2
26.4.2008 von Heiner.Eberle.
Katja hatte es eilig und musste dringend runter von dem Pilz und nach Hause – Mann und Kinder wollten demnächst gefüttert werden.

Sie wagte es einfach. Ein Sprung ins Nichts. Irgendwo unten müsste sie ja ankommen…

Und da stand sie dann wirklich auch sicher auf dem Fließen-Boden der Pilzzuchtanstalt.

Von hinten näherte sich unaufgefordert ein Nahverkehrskeks, der ihr anbot, sie nach Hause zu bringen. Das war Katja Wüst mehr als recht.

Hier gab es solche Service-Schieber, die wie eine Art Taxi, allerdings kostenlos, Personen beförderten und sehr schnell und unkompliziert die schwierigsten Aufgaben ausführten und natürlich alle Adressen sofort fanden.

Ohne die hätte Katja es ja auch nicht mehr rechtzeitig geschafft. Aber jetzt konnte Charles ganz zufrieden mit ihr sein. Es gab keinen Grund, dass er böse auf sie werden könnte. Hoffte sie.
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Gernhardt - In Zungen reden
25.4.2008 von Heiner.Eberle.
Ein sehr tolles Buch:

Robert Gernhardt “In Zungen reden” Buch mit CD, jetzt als Taschenbuch ohne CD, die CD gibt’s separat, Frankfurt (Fischer) 2000, 242 Seiten € 8,90.

Nicht nur, dass Herr Mindernickel darin vorkommt …

…vor allem die Geschichte über Hemingway ist toll. Bitte lesen.

Und wie er Enzensberger Gedichte der Enzensbergerschen Verfremdung unterzieht. Sehr schön.

Also € 8,90…! Was ist das schon: Bitte kaufen und lesen. Oder anhören. Aber Lesen finde ich bei Gernhardt noch besser als anhören.
Geschrieben in Bücher | Drucken | Keine Kommentare »
Katja - Pilz 1
24.4.2008 von Heiner.Eberle.
Katja Wüst war auf der Suche nach Pilzen, und sie hatte auch schon einen gefunden.

Aber so ein Trumm konnte sie niemals verarbeiten. Das würde für sie und die Familie ja ein ganzes Jahr reichen.

Außerdem ahnte sie, dass dieser zu den unverträglichen Schwammerln gehörte. Er roch auch schon irgendwie unangenehm.

Ihr wurde schon langsam speiübel. Warum hatte sie denn eigentlich überhaupt diesen Weg hier herauf genommen?

Und wie kam sie jetzt wieder herunter?
Nach den ganzen Einkaufsstrapazen und der Suche nach der Schokolade für den Pudding, auf den sie so Lust hatte, musste sie sich beeilen um nach Hause zu kommen.

Charles und die Kinder kamen auch bald nach Hause und hatten sicherlich Hunger.
(Fortsetzung folgt.)
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Küchengeräte im Licht
23.4.2008 von Heiner.Eberle.
Mal wieder ohne Kommentar: Das Licht schien schräg in die Küche, da musste ich ein paar Bilder machen.
1.

2.

3.

4.

5.
6.

7.

8.
Das wars.
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Eric + Kurt am Salzstein 2
22.4.2008 von Heiner.Eberle.
Niemand wusste genau, wie die Energiegewinnung mittels des Salzsteines funktionierte. Die Sonne strahlte darauf und hinein. Das Licht verursachte im Innern des Steines Reaktionen, die mithilfe einer kleinen Apparatur in eine kontinuierliche Wechselspannung von 9 Volt umgewandelt wurden.

Das klappte aber auch nur, wenn der Salzstein äußerlich völlig unbeschädigt war. Kurt Lakotta, Kollege von Eric Puhl bei der Stadt-Salz-Energiebehörde, war Spezialist für die obere Hälfte des Salzsteines. Die war besonders sensibel.

Dreck und Fett und der ganze Umweltschmutz lagerten sich oben auf dem Salzstein ab und ließen im Laufe des Jahres immer weniger Sonne durch und hinein.

Deshalb musste man mindestens 1 mal im Jahr dafür sorgen, dass alles sauber und ok war.

Beide waren aber sehr zufrieden. Keine Beanstandungen waren zu vermelden. Es war alles sehr sauber, so als sei kürzlich erst geputzt worden und Risse und Spalten waren ebenfalls keine festzustellen.

„Seltsam. Wer hat denn da oben geputzt? Das mussten wir früher doch alles selber machen?“ meinte Kurt, als er wieder unten stand.

„Ja, sehr seltsam!“ Auch Eric Puhl konnte es sich nicht erklären. Das mussten sie dringen auf der Behörde nachfragen.
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Sinclair - Der Dschungel etc.
21.4.2008 von Heiner.Eberle.
Das Buch war vor mindestens 20 Jahren ein absolutes Muss, wurde bei Zweitausendeins in Riesenauflagen verkauft und alle sprachen darüber. Vor einiger Zeit hat der Reprint Verlag “area” aus Erftstadt den Klassiker aus dem alten März-Verlag nachgedruckt:

Upton Sinclair “Der Dschungel” und “Am Fleißband. Mr Ford und sein Knecht Shut” (2 Romane in 1 Band), aus dem Amerikanischen übersetzt von Otto Wilck und Walter Paul, 2004 (neu), 736 Seiten, muss man antiquarisch besorgen: www.ZVAB.de oder so.
Die Buchbeschreibung bei amazon ist gut und richtig, deshalb übernehme ich daraus ein paar Sätze.

Nur so viel vorab: Man will alles manchmal gar nicht so genau wissen, wie das so in “nicht-sozialen” Marktwirtschaften (Kapitalismus at its best) zu geht. Zumal in der Lebensmittelindustrie, also z.B. in den Schlachthöfen, um die es hier geht. Öffentliche und politische Kontrolle (von außen!) sind überlebenswichtig. Man darf den Unternehmen niemals die Kontrolle ihrer eigenen Methoden oder die Kontrolle der Einhaltung von Regeln überlassen.

Es ekelt einen immer mal wieder richtig an. Das beschriebene Elend in Chicago um 1910 unerträglich, die gesundheitlichen, hygienischen Zustände schauderhaft. Die Sprache der Romane ist einfach, drastisch und schnörkellos. Die handelnden Personen sind ebenfalls einfach (naiv?) gezeichnet, brave Einwanderergeschichten, böse Kapitalisten, ein bisschen schwarz-weiß. Aber es ist ein politisches Buch, das auf Wirkung hin geschrieben ist. Man kann das also gelten lassen.

Die Geschichte: Der litauische Einwanderer Jurgis Rudkus kommt mit seiner Braut Ona samt einer im Grunde bäuerlichen Familie um 1900 nach Chicago. Alle finden Arbeit in den Schlachthäusern, aber die hygienischen und Sicherheitsstandards sind so niedrig, die Anforderungen so hoch, die Bedingungen so inhuman, die Bezahlung so erbärmlich, dass die gutwilligen, aber vertrauensseligen Immigranten keine Chance haben.

Jurgis’ Vater stirbt, er selbst verliert durch einen Unfall seine Arbeit, später auch seine Frau, die von einem Vorarbeiter vergewaltigt wurde. Ihr Kind stirbt, aus dem Haus, dessen Abzahlung von vornherein kaum möglich war, wird die Familie exmittiert. Auf illegalen Wegen ist er gezwungen, Geld zu verdienen.
Als er sich sogar als Streikbrecher prostituiert hat, erkennt er die Notwendigkeit, systematisch für Reformen zu arbeiten und engagiert sich fortan für die Sache des Sozialismus.

In 31 Kapiteln wird, beginnend mit der Hochzeitsfeier, beschrieben, wie die Familie Rudkus Schritt für Schritt versklavt und z. T. vernichtet wird. Drastisch werden die Ekel erregenden Details der Massenschlachtung und der Düngerherstellung geschildert. Dabei liegt dem Autor daran, die melodramatisch zugespitzte Handlung mit dokumentarischer Sachlichkeit zu fundieren.

Die skandalösen Verhältnisse in den Schlachthöfen sollten das gesamte ausbeuterische System des Kapitalismus repräsentieren. Tatsächlich hatte der Sensationserfolg des Buchs konkrete Folgen; hauptsächlich für die monopolistische Produktion des Fleischtrusts. Sinclair wurde von Präsident Theodore Roosevelt (1858–1919) nach Washington eingeladen; die Branche sah sich aufgrund der Enthüllungen mit juristischen Konsequenzen der Regierung konfrontiert, die erhebliche merkantile Einbußen nach sich zogen.

Ich empfehle den Dschungel unbedingt. Man muss es mal gelesen haben. Es ist ein Klassiker.
Geschrieben in Bücher, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »