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Archive für 20.3.2008
Martel - Schiffbruch
20.3.2008 von Heiner.Eberle.
Und dann habe ich auf Empfehlung eines Kollegen dieses hier gelesen:
Yann Martell „Schiffbruch mit Tiger“, Roman, Frankfurt (Fischer) 2003. 527 Seiten (in der kleinen Sonderausgabe), € 10,-
Das Buch hat 193 Rezensionen bei Amazon!

Es ist die Geschichte von dem merkwürdigen Abenteuer des hinduistischen Zoodirektorensohns Pi, der nicht nur mit dem Titel-gebenden Tiger namens Richard Parker, sondern auch mit einer Hyäne und einem veritablen Orang Utan (und einem Zebra ebenfalls, liebe Amazon Redaktion!) nach dem Schiffbruch des Tiertransporters in einem Rettungsboot überlebt.

Bald hat der Tiger alle, außer Pi natürlich, erledigt, dann kann die Odyssee, die Revierkämpfe und die permanente Nahrungsbeschaffung beginnen.

Es gibt schon ganz mitreißende Stellen in dem Buch. Gerade die ganz archaischen Revierkämpfe, die Futterzuteilung, Fragen der Unter- und Überordnung beim Tiger sind hochinteressant. Auch, wie sich das Revierverhalten aus dem Gleichgewicht bringen lässt, als Tiger und Pi am Ende auf der „Algeninsel“ landen.
Das ist dann natürlich auch ein bisschen blutrünstig und horrormäßig. Klar.

Den Zusammenhang zu dem ersten Teil des Buches, wo Pi hinduistischen, moslemischen und christlichen Glauben nacheinander lernt und gleichzeitig praktiziert, habe ich nicht mehr herstellen können. Aber vielleicht habe ich das übersehen oder nicht richtig gedeutet…?

Zum Ende gibt es dann noch eine alternative, noch blutigere Interpretation und Kurzversion der Geschichte, die Pi gegenüber den ungläubigen japanischen Versicherungs-Spezialisten erzählt. Die kann man annehmen oder ablehnen, wie man möchte.
Jedenfalls: Ein Buch zum Zeitvertreiben. Nicht übel.
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