Heinerblog

19.2.2008

Tübingen 6

Abgelegt unter: Reisen, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:07

Die letzten Eindrücke des Tages. Es wird Abend.

l1040578-tubingen-40-20.jpg

Und dann wird Tübingen ganz malerisch.

l1040580-tubingen-41-15.jpg

Hier ist die Clinicumsgasse von unten aus gesehen, wo Autenried seinerzeit Hölderlin traktierte.

l1040583-tubingen-42-20.jpg

Das ist der abendliche Blick von der Kirchgasse (Verlängerung vom Holzmarkt) die Kronenstraße hinauf.

l1040586-tubingen-43-15.jpg

Der Blick zurück in die Kirchgasse (hinter mir liegt der Marktplatz) und links ist die alte Apotheke an der Ecke zur Hirschgasse.

l1040584-tubingen-44-15.jpg

Wenn man die Hirschgasse runtergeht, kommt man unten ans Cafè Hirsch, auch heute noch sitzen dort die gleichen Leute wie damals als ich dort studiert habe. Nichts hat sich geändert.

l1040587-tubingen-45-50.jpg

Und die Apotheke ist auch museums-ähnlich, nicht high-tech wie sonst. Halt für die Touristen wie mich so herausgeputzt. Man könnte fast den Glauben an die heilende Kraft der Medizin zurückgewinnen…

l1040592-tubingen-46-15.jpg

Der “Boulanger”, eine Kneipe, (sprich “Bulanger” auf schwäbisch, wie man’s schreibt, nicht auf französisch!) lebt heute noch wie damals. Auch der “Hades” und der “Ammerschlag”.

l1040593-tubingen-47-20.jpg

Wenn man ums Eck in die Collegiumsgasse einbiegt, kommt man hier vorbei:

l1040596-tubingen-48-15.jpg

Das alte Cafè Hanseatica (früher durfte man da drin auch noch rauchen…) hatte immer ganz flache Kaffeetassen, wo das Gebräu gerne herausschwappte. Aber es war einer der Pflicht-Treffpunkte.

l1040600-tubingen-49-20.jpg

Zum Schluss: Das alte Hutgeschäft in der Pfleghofstraße.

l1040601-tubingen-50-20.jpg

Die restliche weihnachtliche Deko am Lustnauer Tor.

l1040606-tubingen-51-15.jpg

Das “Museum”, in dem man gerne ins Kino geht, zu den Nachmittagsvorstellungen, wenn man mal wieder dringend die Vorlesungen ausfallen lassen muss.

l1040608-tubingen-52-15.jpg

Und auf der anderen Straßenseite, an der Wilhelmstraße: Der beste Buchladen der Welt: H.P. Willi.

Das war’s aus Tübingen.

18.2.2008

Frank Doll - Die Verhöre 3

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:32

Manfred war auf Montage gewesen, die Zeit vor und während der Tat, er kam also als Täter nicht in Frage. Trotzdem war er einer der besten Informaten.

l1040724-doll-18-15.jpg

“Ich habe gehört, dass Adelheit Hübsch häufig Besuch von Herrn Marquardt (5) bekam. Er soll ihr häufig Kuchen mitgebracht haben.”

l1040725-doll-19-50.jpg

“Kann es eine verwandschaftliche Beziehung gegeben haben?” fragte Grolle.

“Kann schon sein. Über die Marquardts weiß aber sowieso keiner so genau Bescheid. Eventuell Gottlob Friedrich, der Straßenkehrer. Der ist ja auch Beamter.”

l1040726-doll-20-20.jpg

“Und außerdem…” Manfred wurde plötzlich ganz hektisch, “…hat man gemunkelt, Adelheit hätte in der Lotterie gespielt. Klassenlotterie, wissen Sie, das unsägliche Zeug, wofür sie immer im Briefkasten Werbung machen.”

l1040728-doll-21-15.jpg

“Und sie hätte im letzten Monat oder so einen großen Gewinn eingestrichen, mit ihrem “Halben Los”, hört man. Gibt es sowas? Können Sie sich das vorstellen?”

Marco Grolle konnte. Er war zufrieden, etwas so spektakuläres Neues herausgefunden zu haben, bedankte sich bei Manfred und ließ ihn einfach so stehen.

l1040727-doll-22-15.jpg

Demnächst wird sich der Fall lösen.

17.2.2008

Eichendorff - Ahnung und Gegenwart

Abgelegt unter: Bücher, Allgemein — Heiner.Eberle @ 21:33

Heute wird ein Klassiker gelobt:

Joseph von Eichendorff  “Ahnung und Gegenwart. Sämtliche Erzählungen 1″ Herausgegeben von Wolfgang Frühwald und Brigitte Schillbach. Frankfurt, Deutscher Klassikerverlag im Taschenbuch (Suhrkamp) Band 18. 2007, 840 Seiten, davon 560 Seiten Text und 180 Seiten Anmerkungen und Kommentar, € 15.- (viel gutes Buch fürs Geld).

l1040691-eichendorff-1-15.jpg

Da ist drin: “Die Zauberei im Herbste”, “Märchen”, Das Marmorbild”, “Das Wiedersehen”, “Aus dem Leben eines Taugenichts” und “Ahnung und Gegenwart.”

In der Erzählung  “Ahnung und Gegenwart” sind alle ständig am Aufbrechen, Reisen und beim Betrachten der Natur aus Fenstern von Burgen auf Bergen heraus. Und es passiert allerhand:

Graf Friedrich, ein entlassener Student, wird überfallen, entkommt einigen Räubern, wird im Wald niedergeschlagen, von einem Kind gerettet, auf das Schloss des Herrn Leontin gebracht, in dessen Schwester er sich zunächst schnell verliebt. Auf einem Jagdausflug verlieren sie die Schwester, die in die “Residenz” entführt wird, bei der halbherzigen Verfolgung bleiben sie jedoch in einem Dorf hängen, wo sie sich in eine schöne Frau verlieben, ihr in ihr Schloss folgen und dort monatelang bleiben, ihre Schwester und Geliebte Rosa haben sie in der Zwischenzeit völlig vergessen.

Mit der Familie des Schlossherren ziehen sie fort zur nahen Verwandschaft des Grafen A und gehen gemeinsam auf die Jagd. Das Anwesen des Grafen A brennt plötzlich. Eine Frau in weiß erscheint, der sie ohne Erfolg nachgehen.

l1040687-eichendorff-2-15.jpg

Zurück beim Grafen A  halten sie es nicht lange aus. Sie ziehen weiter in die “Residenz”, wo sie von Leontins Schwester Rosa erwartet werden.  Ihr ist es nicht gar so schlecht ergangen, sie wurde von “Bekannten” entführt und gut versorgt. Friedrich fühlt sich aber jetzt zu Frau Romana hingezogen, was Rosa schwer erzürnt. Er folgt Romana auf deren Landgut. Auf dem Weg dahin verirrt er sich im Gebirge, trifft aber glücklicherweise dort wieder auf Leontin und eine Schauspielertruppe, die ihm weiterhelfen. Das Schloss der Gräfin Romana hat eine beeindruckende Dachterasse, keine Türen an den Zimmern und nachts kommt es schließlich zum Äußersten. Friedrich flieht am nächsten Morgen. Romana lädt alle zur Jagd in die Alpen ein. Dort gesteht sie Friedrich verzweifelt ihre Liebe.

Rosa wird in der Zwischenzeit vom “Erbprinz” auf dessen Jagdschloss entführt und er gesteht ihr ebenfalls seine Liebe.

Weil Friederich die Liebesbezeugung Romanas allerdings nicht erwidern kann, erschießt sie sich vor seinen Augen und brennt dabei noch das Schloss nieder.

Friedrich trifft am Ende der Kriegswirren Leontin, Juliane und den Knaben Erwin wieder, der sich als das “Mädchen” entpuppt, das ihn am Anfang der Geschichte vor den Räubern gerettet hatte.

l1040692-eichendorff-3-15.jpg

Leontin und Friedrich gehen auf die Suche nach dem Einsiedler, den Erwin erwähnt hatte, lassen Juliane und Erwin auf das Schloss des Grafen A zurückreiten. Die beiden machen dabei einen Abstecher in die “Residenz”, wo sie miterleben, wie der Erbprinz endliche Leontins Schwester Rosa heiratet und unter anderem Friedrich als “tot” bezeichnet wird.

Leontin und Friedrich finden den alten Einsiedler zunächst nicht, stattdessen einen griechisch-chinesischen Tempel auf einem Berg und dahinter das väterliche Schloss von Friedrich, als Ruine mit einem Grabmal darinnen.

Nach einiger Zeit treffen sie den “alten Mann” dann doch. Er stellt sich als der verlorene Bruder von Friedrich heraus und als eine Person, die Leontin schon mehrfach zuvor begegnet war. Dieser Rudolph hat als klassischer Aussteiger hier in der Bergnatur, seine eigene Kommune gegründet, in heiliger Anarchie und mit vielen Spinnern und Verrückten.

l1040689-eichendorff-4-15.jpg

Rudolphs Vergangenheit ist ein Roman für sich: Eine Wahrsagerin hatte ihm schon eine mörderische Geschichte als Zukunft vorausgesagt, und er war stets bemüht, diese Zukunft zu verhindern. Mit Angelina, seiner Freundin und Geliebten, war er geflohen (Erwin hatte Angelinas Portrait als Medaillon um den Hals getragen…). Rudolph wurde Soldat und Maler. Angelina ging ins Kloster. Sie treffen sich und fliehen zusammen. Angelina bekommt ein Kind, geht verloren, verschwindet mit dem geheimnisvollen “Fremden”, der schon vor langer Zeit eine Bedrohung für die Liebe Rudolphens gewesen war.

l1040690-eichendorff-5-15.jpg

Rudolph schließt sich irgendwann Zigeunern an, die ein Kind aufgezogen haben, das sich selbstverständlich als Rudolphs Tochter herausstellt. Mit den Zigeunern spürt er Angelina auf, es beginnt eine Verwechlungsgeschichte auf einem Ball: Angelina meint, ihr Gatte sei unter der Maske verborgen, der “Fremde” bemerkt den Schwindel, fordert Rudoph zum Duell und stirbt natürlich, wie das die Weissagung vorhergesagt hat, aus Rudolphs Hand.

Rudoph flieht sofort in voller Verzweiflung in die Berge, zu dem Einsiedler, dessen Schloss und Geld er nach dessen Tod erbt. Dann gründet er die Kommune, die eigentlich ein Sanatorium ist, wo die “Narren” aus der Stadt therapiert werden und danach wieder als gesund in die Zivilisation entlassen werden.

l1040688-eichendorff-6-20.jpg

Friedrich trägt sich schließlich mit dem Gedanken, ins Kloster zu gehen.

Zum Schluss ist Hochzeit. Leontin vertritt noch einmal seinen Standpunkt der “Freiheit” der Menschen. Friedrich den der “Religion” als die Basis von überhaupt allem. Faber hält die “Poesie” hoch, die zwecklos sein müsse und Rudolph, der sein Geld wegwirft, ohne “Glauben”, sucht die “Magie” und zieht nach Ägypten.

Es wird noch viel gesungen und dann ist Schluss. Langweilig war es jedenfalls nie.

16.2.2008

Frank Doll - Die Verhöre 2

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:06

Der nächste auf Dolls Liste war Hilmar Stampf, der leider auch nicht viel weiterhelfen konnte.

l1040714-doll-8-50.jpg

Er gab aber 2 wertvolle Hinweise: Er hatte herausgefunden, dass eine gewisse Frau von Tümmler (Grolle blätterte aufgeregt in seinem Notizbuch) schon vor dem Fund der Leiche offensichtlich etwas von Ediths Ableben gewusst hatte. Und zweitens, dass sie ihren “Surf-Ahorn” (”Ihren was?”) seit einigen Tagen vermisste.

l1040715-doll-9-15.jpg

“Das ist ja interesssant!” registrierte Frank Doll diese Auskunft und spann schon mal weiter. “Und warum wollte Herr Marquardt (5), ihr Begleiter, nicht, dass wir das erfahren sollen? Was hat der zu verbergen?”

l1040716-doll-10-15.jpg

“Tja, das müssen Sie ihn dann wohl selber fragen”, meinte Herr Stampf und damit ließen sie diese Unterhaltung auch bewenden.

l1040717-doll-11-15.jpg

Und wendeten sich endlich einer ungeduldig wartenden Adelheit Tybbke zu, die ihnen alles haarklein erzählen konnte: Über das Verhältnis zwischen Undine und Pater Lully, Sabse Schabulskys Missfallen der Liebesgeschichte und dem Aufdecken der falsch verstandenenen Frauengeschichten des Paters.

l1040718-doll-12-50.jpg

Adelheit unterließ es aber auch nie, auf die Boshaftigkeit und Niedertracht Sabses hinzuweisen, auch wenn das konkret mit dem Mord nichts zu tun hatte, wie Frank Doll sie immer wieder genervt zurecht wies.

l1040719-doll-13-15.jpg

Lustigerweise hatte sie, genau wie Hans, für die Tatzeit kein neutrales Alibi. Sie hatten sich nur gegenseitig bestätigen können, an dem Tag zuhause gewesen zu sein.

“Sabse sucht ja auch noch ihren Mann, der vor einiger Zeit verschollen ist, wohl auf dem Weg nach Kanada…”, erinnerte Hans die Herren vom Dezernat 2.

l1040720-doll-14-15.jpg

Und Marco Grolle, der das sehr interessant fand, ließ sich die ganze Geschichte von Herrn Schabulskys Verschwinden noch einmal in aller Ausführlichkeit erzählen. Er hatte so ein Gefühl als ob darin der Schlüssel der Geschichte verborgen liegen würde. Da musste er unbedingt weiterbohren.

l1040721-doll-15-15.jpg

Währenddessen forschte Doll noch einmal die komplizierten Verwandschaftsbeziehungen aus. Der Schwager von Hans, der mit der Darmgrippe (”nein, der ist nicht immer bettlägerig, nur zur Zeit”), war ein Neffe von Herrn Schabulsky, aber nie wirklich arg eng mit ihm zusammengewesen. Trotzdem: Irgendwie waren die Tybbkes also mit Sabse verwandt.

l1040722-doll-16-15.jpg

“Und die anderen Marquardts müssen Sie natürlich auch befragen!” empfahl Hans. “Die tun ja eigentlich immer alles gemeinsam. Und Frau von Tümmler war ja eigentlich immer mit Herrn Marquardt (3) und nicht mit (5) zusammen. Ob es mit dem anderen Ärger gegeben hatte?

l1040723-doll-17-15.jpg

“Ich begreife gar nichts mehr!” stöhnte Doll nach diesen Unterhaltungen. “Wie bekommen wir jemals Klarheit in dieses Durcheinander?! Ich befürchte fast, wir haben mittlerweile schon zuviel Zeit verloren.”

(Fortsetzung folgt ebenfalls bald.)

15.2.2008

Tübingen 5

Abgelegt unter: Reisen, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:46

Vom Tübinger Stift aus guckt man seitlich zum Neckar hinunter und sieht: Den Hölderlinturm von hinten oben.

l1040559-tubingen-33-20.jpg

Hölderlins Freund “Sinclair” wurde festgenommen unter dem Verdacht, einen Anschlag auf den Württembergischen Kurfürst verübt zu haben. Ein medizinisches Gutachten 1805 verhinderte, dass Hölderlin auch ausgeliefert wird. Das Gutachten attestierte Hölderlin allerdings Raserei und Wahnsinn. Er sei nicht Herr seiner Sinne gewesen.

l1040569-tubingen-34-20.jpg

Gegen Hölderlins tobenden Widerstand wird er ins Clinicum Tübingen eingeliefert, zu Professor Autenried, der ihn 231 Tage lang “behandelt”, man will nicht wissen, wie. Es geht um Experimente mit einem wehrlosen Menschen in jeder Form, Schweigemasken und anderen Foltergeräten.

l1040566-tubingen-35-15.jpg

Ab 1807 wohnt Hölderlin als “unheilbar” entlassen in dem Haus mit dem Turm bei der Pflegefamilie des Tischlermeisters Zimmer (daher übrigens auch der Name des “Zimmertheaters”!). Und er bleibt dort bis zu seinem Tod 1843.

l1040568-tubingen-36-15.jpg

Heute ist der Hölderlinturm Museum, Pilger- und Gedenkstätte.

l1040567-tubingen-37-50.jpg

(Was sagt die Geheimschrift in Sütterlin?: “Der Hölderlin isch et verruckt gwä.” Da ist sogar ein Schreibfehler drin. Wer ihn findet, bitte melden!)

Der Weg am Neckar entlang ist um diese Jahreszeit ruhig. Im Sommer versammeln sich hier alle, die sich einen romantischen Abend machen wollen.

l1040572-tubingen-38-15.jpg

Und dann gibt es hier am Wasser und am Mäuerchen kein freies Fleckchen mehr.

l1040570-tubingen-39-20.jpg

Der Stadtrundgang nähert sich dem Ende, es wird auch schon Abend.

14.2.2008

Frank Doll - Die Verhöre 1

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:45

Der erste, mit dem Doll über Ediths Ermordung sprach, war Cable Joe.

l1040707-doll-1-15.jpg

Joe war zwar sehr auskunftsfreudig und kooperativ, konnte aber nichts zum Tathergang beitragen.

l1040709-doll-2-15.jpg

Er gab an, an dieser Stelle sowieso noch nie gewesen und nur zum Wegtransport von Ediths Leiche zum Tatort gerufen worden zu sein.

l1040708-doll-3-15.jpg

Inspektor Doll glaubte ihm. Auch die Tatsache, dass Joe Frau Hübsch offensichtlich nicht gekannt hatte, sprach zu seinen Gunsten.

l1040711-doll-4-50.jpg

Ganz anders sah es mit Frau Schabulsky aus. “Was soll ich denn Frau Hübsch, also der Edith, getan haben? Ich bin doch wohl nicht verdächtig!?” empörte sie sich auf die ersten Fragen von Inspektor Doll.

l1040710-doll-5-15.jpg

“Verdächtigt wird bei mir zunächst mal jeder, damit müssen Sie leben!” konterte der ziemlich kühl. “Wissen Sie Dinge über die Tote, die Sie besser nicht wissen sollten?”

“Ich weiß nicht, was Sie meinen, Herr Inspektor”, versuchte Edith, sich herauszureden. “Aber fragen Sie doch mal die brave Frau Tybbke, die hat doch in letzter Zeit mit ihr unter einer Decke gesteckt!”

l1040712-doll-6-15.jpg

“Jetzt mal konkret gefragt: Haben Sie für andere Personen hier im Ort sagen wir mal “erotische Freizeitvergnügen” organisiert? Und gab es dazu nicht auch einen heftigen Streit in den letzten Wochen zwischen Ihnen und Frau Hübsch?”

l1040713-doll-7-15.jpg

“Jetzt ist aber Schluss! Was soll denn das heißen? Wessen werde ich denn hier plötzlich beschuldigt? Habe ich irgend jemand umgebracht? Warum soll ich denn das getan haben? Das ist ja ungeheuert, was man mir hier vorwirft! Ich bin eine unschuldige Frau mit gutem polizeilichen Führungszeugnis, das können Sie gerne nachprüfen, Herr Inspektor.”

Und sie fing wieder das Jammern an: “Ich versuche, ein anständiges Leben zu führen, aber offensichtlich finden die Verleumder und Unruhestifter hier mehr Gehör als unbescholtene Leute wie wir!”

Sabse rauschte empört von der Stelle. Marco Grolle und Frank Doll blieben konsterniert und sprachlos zurück.

(Fortsetzung folgt bald.)

13.2.2008

Ellen Rimbauer - Tagebuch

Abgelegt unter: Bücher — Heiner.Eberle @ 20:46

Ganz schnell zu diesem Buch hier, damit wir es hinter uns bringen:

“Das Tagebuch der Ellen Rimbauer - Mein Leben auf Rose Red”, herausgegeben von Dr. Joyce Reardon, mit einem Nachwort von Steven Rimbauer, aus dem Amerikanischen von Antje Görnig. Köln (vgs) 2002, 340 Seiten, gibt’s für € 9,95 mittlerweile als Taschenbuch (und Gerüchte besagen, dass Steven King himself das Buch geschrieben hätte…)

l1040693-rosered-1-15.jpg

Das ist eine “gothic novel” wie man sie sich wünscht, sie verfügt über all die üblichen Klischees: Es geht im wesentlichen um ein Haus, dessen Bauplan und Zimmeranordnung sowohl abgebildet sind, als auch immer wieder in die Geschichte eingreifen.

l1040693-rosered-9-7.jpeg

Sogar ein paar weiterführende Links gibt es unter www.beaumontuniversity.net, wenn man sich die Mühe machen will… Aber die Informationen dort tragen nicht wesentlich zur Geschichte bei.

l1040693-rosered-7-7.jpeg

Also es kommt schon so, wie man sich das vorstellt: Es passieren ganz grausame Sachen, schon beim Bau des Hauses und auch danach (das Haus selber wird nie wirklich fertig!)

l1040695-rosered-3-15.jpg

Es spielt eine afrikanische “Hohepriesterin” eine wichtige Hauptrolle, die schnell die Vertraute von Ellen Rimbauer und später auch ihre Geliebte wird. Es begegnet uns eine Mrs Lu, eine Wahrsagerin im Seattleschen Chinatown, und das dämonische Haus ist natürlich auch auf einem alten Indianerfriedhof errichtet. (Ist das jetzt als Zitat gemeint?)

l1040696-rosered-2-15.jpg

Das Haus agiert allmählich wie eine handelnde Person, die sich hin und wieder ein Opfer holt. Ellen Rimbauer identifiziert sich selbst mehr und mehr mit dem Haus. Der Grund für sie: Rache an ihrem geschäftlich überaus erfolgreichen, aber ansonsten brutalen und unnahbaren Ehemann. Sie versucht, ihm durch das Haus Schaden zuzufügen.

l1040693-rosered-5-7.jpeg

Um ihm zu schaden leidet sie selbst und versagt sich ihre Wünsche.

Auch schön: Ihr Gatte, wie gesagt eine sehr undurchsichtige Figur und auch nicht unbedingt der treueste Ehemann (der seiner Frau aber alles verbietet), hat im Haus Geheimgänge einbauen lassen, wie Ellen (zu spät) herausfindet, um den weiblichen Bewohnern und Besuchern beim Baden und so weiter zuzugucken. Der schlimme Finger.

l1040693-rosered-6-7.jpeg

Das Haus hält das alles nicht mehr aus und spielt irgendwann verrückt, benimmt sich wie eine eifersüchtige Hexe, eifersüchtig auf Ellens Tochter (S. 289). Räume verschwinden, das Haus verändert seine Gestalt eigenmächtig und andere seltsame Dinge passieren.

Steven King drehte 2002 eine Mini TV Serie aus diesem Stoff, das Buch erschien wohl erst nachträglich. Aber das Anwesen in Seattle erlebte eine enorme Aufmerksamkeit während dieser Zeit.

l1040694-rosered-4-20.jpg

Wie immer bei Büchern (oder Filmen), die von Zauberei oder paranormalen Sachen handeln: Entweder es ist alles denkbar, dann ist auch alles machbar. Zum Beispiel, dass auf Befehl Sukeenas, der Hohepriesterin, Polizisten von Ästen eines Baumes erwürgt werden, also dass Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden.

Oder eben nicht. Dann muss Sukeena also wehr- und hilflos sich vergewaltigen lassen. Warum? Wo bleibt hier die Zauberkraft? Warum lässt der (die) Autor(in) sie da leiden?

Solche Fragen kann mir nie jemand beantworten….

12.2.2008

Mrs Johnes 1 - Ankunft

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:24

Das ist Mrs Elli Johnes.

Sie kommt aus New York und will ihre Schwägerin besuchen, Frau von Tümmler.

l1040670-elli-1-20.jpg

Der lange Weg hat sie etwas ermüdet.

l1040677-elli-2-15.jpg

Aber sie freut sich auf ein Wiedersehen.

l1040679-elli-3-15.jpg

Nach so langer Zeit!

Vor 4 Jahren, als Frau von Tümmler ihren Bruder Mick geheiratet hatte, haben sie sich zum letzten mal gesehen.

l1040676-elli-4-15.jpg

Und Elli Johnes ist sehr gespannt wie es den beiden so in den letzten Jahren ergangen ist.

l1040681-elli-5-50.jpg

Sie hatte in einem Preisausschreiben einen Flug nach Europa gewonnen und spontan entschieden, Irene von Tümmler zu besuchen.

l1040680-elli-6-50.jpg

Es sollte eine richtige Überraschung werden.

l1040668-elli-7-15.jpg

Irenes Adresse hatte sie noch von damals. Hoffentlich war Irene nicht sauer, weil sie sich nicht angemeldet hatte…

l1040675-elli-8-15.jpg

Aber das war nicht weiter schlimm. Sie hatten immer ein gutes Verhältnis gehabt, und sie glaubte nicht, dass Irene etwas gegen Spontanbesuche einzuwenden hatte. Sie war ja selbst ein sehr spontaner Mensch. Zumindest damals gewesen.

Außerdem wollte sie sowieso nur 1-2 Tage bleiben.

l1040673-elli-9-15.jpg

Ihr Flug zurück in die Staaten ging ja schon übermorgen wieder.

l1040674-elli-10-15.jpg

11.2.2008

Tübingen 4

Abgelegt unter: Reisen, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:23

l1040539-tubingen-23-20.jpg

Das ist der Blick in die Neckarhalde. Links das Mäuerchen gehört schon zum Tübinger Stift.

l1040532-tubingen-24-15.jpg

Und das ist der Eingang über den Graben von oben. Im Stift wohnen heute etwa 120 evangelische Theologiestudierende (aus wesentlich der Württembergischen Landeskirche). Seit 1969 sogar weibliche.

l1040533-tubingen-25-15.jpg

Nach der Reformation in Württemberg 1530 war das Stift protestantisches Bollwerk und schon staatlich unterstützte Ausbildungsstätte für die geistige und geistliche Elite des Landes.

l1040535-tubingen-26-20.jpg

Und nicht nur Theologen hat das Stift hervorgebracht, sondern auch Menschen wie Johannes Kepler, Eduard Mörike, Wilhelm Hauff.

l1040537-tubingen-27-15.jpg

Und ab 1788 haben dort Hegel, Hölderlin und Schelling gleichzeitig, zeitweise sogar in einem gemeinsamen Zimmer studiert.  So eine Ballung von Gescheitheit gab es selten.

l1040538-tubingen-28-15.jpg

Im Stift gibt es einen hervorragenden Weinkeller, in dem man als Student mit anderen die Nächte durchdiskutieren kann. (Ich war da auch mal dabei. Weiß nicht mehr, wie ich nach Hause kam.)

l1040542-tubingen-29-15.jpg

Und man hört manchmal das Gerücht, dass es zu den Stiftsregeln gehört, dass jeder Stipendiat eine Flasche Wein pro Tag auf sein Zimmer bekommt. Zum leiblichen Wohle. Aber ob der Luxus heute noch so gilt?

l1040546-tubingen-30-50.jpg

Man geht seitlich and der Stiftskappelle (der hohe “runde” Bau) vorbei die Treppe herunter, wo einen dann die alten ehrwürdigen Gemäuer beeindrucken…

l1040549-tubingen-31-15.jpg

… und im Stiftsinnenhof ahnt man schnell den Druck der Jahrhunderte, der die Studenten hier inspirieren oder belasten muss.

l1040554-tubingen-32-20.jpg

Der Rundgang führt bald weg vom Stift, hin zum Hölderlinturm.

10.2.2008

Edith / Ende 4

Abgelegt unter: Marquardts, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:59

l1040482-hubschtot-28-15.jpg

„Waren Sie in den letzten Tagen schon mal hier? Haben Sie da etwas Verdächtiges oder Ungewöhnliches entdeckt?“ fragte ganz direkt Inspektor Doll.

„Ja, ich…!“ „Nein! Nein!“ Herr Marquardt (5) schnitt Frau von Tümmler, die gerade alles beichten wollte, was sie gesehen hatte, lautstark das Wort ab. „Nichts haben wir gesehen. Null. Niente. Wir kamen nur zufällig gerade hier vorbei und wollten…“

l1040483-hubschtot-29-50.jpg

„Wollten was?“ „Nur so mal ins Nachbardorf rüber laufen. Bisschen frische Luft schnappen, Sie wissen schon!“ „Ja, ist klar. Das brauchen wir doch alle mal. So ein bisschen Entspannung. Und dass hier ein Mord geschehen ist, davon wissen Sie nichts, hä?“ Marco, kannst Du bitte die Personalien aufnehmen? Und dann lass uns gehen, ich habe die Schnauze voll.“

l1040489-hubschtot-30-15.jpg

„Was hältst du von den beiden?“ fragte er seinen jungen Kollegen. „Nichts!“ antwortete der. „Die haben auch was zu verbergen. Auch Dreck am Stecken.“ „Das denke ich auch, Marco. Das glaube ich auch. Lass uns ins Büro fahrten. Wir müssen dem Chef und dem Staatsanwalt Bericht erstatten.“

l1040487-hubschtot-31-15.jpg

Und so machten sie sich auch auf in die Stadt ins zweite Dezernat, um der Bürokratie Genüge zu tun.

l1040490-hubschtot-32-15.jpg

Herr Marquardt (5) und Frau von Tümmler waren alleine zurück geblieben. „Wie kannst Du nur!“ war Herr Marquardt (5) wütend. „Was denn?“ „Du willst doch nicht etwas in so einen Fall verwickelt werden? Was, wenn es Mord ist?“ „Also glaubst du mir jetzt endlich?“ Frau von Tümmler triumphierte ein bisschen.

l1040491-hubschtot-33-15.jpg

„Ja, ich glaube dir. Der Doll und der Grolle, die ahnen sicherlich schon was. Wir müssen jetzt ganz genau aufpassen, was wir sagen. Kannst du Dir ein Alibi beschaffen für den Tag, an dem Du die Leiche gefunden hast und für die Tage davor auch?“

l1040493-hubschtot-34-15.jpg

„Ja, Schatz, das kann ich. Sei unbesorgt!“ und damit gab sie ihm einen unbeschwerten Schmatz auf die Backe. „Was ist denn jetzt in sie gefahren,“ dachte Herr Marquardt verdutzt…

l1040492-hubschtot-35-50.jpg

„Und das mit dem Ahorn, das vergessen wir auch ganz schnell, gell?“ „Ahorn?“ „Ja, das Ding, das ich am Strand dabei hatte. Das hab ich hier liegenlassen als ich die Leiche fand. (Ich wollte das Ahorn doch zum Ahornschleifer ins Nachbardorf bringen.) Und jetzt ist es ja weg. So blöd. Aber ich habe ja auch nichts dafür bezahlt. Ist also nicht weiter schlimm. Soll jemand anderer damit glücklich werden. Komm, lass uns gehen.“

l1040494-hubschtot-36-15.jpg

Herr Marquardt (5) war völlig verwirrt. Das Ahornsurfbrett war jetzt nicht mehr da, obwohl Frau von Tümler es hier deponiert / vergessen hatte, als sie die Leiche fand. Das heißt, dass entweder die Polizei das Ding konfisziert hatte oder – Horror – der Mörder noch einmal an den Tatort zurückgekommen war und sich das Ding einfach unter denn Nagel gerissen hatte. Beides waren sehr unangenehme Vorstellungen.

(Fortsetzung folgt baldigst. Versprochen.)

« Vorherige SeiteNächste Seite »

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )