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Archive für 26.2.2008
Frank Doll - Die Verhöre 6
26.2.2008 von Heiner.Eberle.

“Als ich den Surf-Ahorn genommen habe, ja? Also da habe ich auch ein bisschen sauber gemacht und so, als kleines Dankeschön, dachte ich, da sah es ja aus, sag ich Ihnen! Und das ist ja schließlich auch mein Beruf, wissen Sie?”
“Jaja, schon klar. Weiter!”

“…Da habe ich ganz seltsam viel Papier aufgefegt. So Toilettenpapier. Ganze Bahnen, die lagen da um die Leiche herum, das sah ganz unordentlich aus.”
“Was haben Sie? Das wird ja immer schöner” Doll war fassungslos und einer Verzweiflung ganz nahe.
“Ja, ich habe es in der Zwischenzeit natürlich entsorgt, aber auf dem Surf-Ahorn könnten noch Reste davon zu sehen sein.”

Und Gottlob Friederich brachte auf seiner Schubkarre den von Frau von Tümmler am Tatort vergessenen und von ihm von dort mitgenommenen Surf-Ahorn her.
“Tatsächlich. Ich sehe es ganz deutlich”, bestätigte Kommissar Doll. “Toilettenpapier. 3-lagig. Das muss sofort ins Institut! Warum haben Sie das bloß nicht früher gesagt!” Doll war außer sich. “Das ist ja fast schon Behinderung der Polizeiarbeit!”

“Jaja, schon gut. Ich habe das jetzt verstanden. Tschuldigung. Mach ich nie wieder. Aber wissen Sie, was mir da beim Fegen noch eingefallen ist? Es gingen doch stndig Leute zu dem Toilettenhäuschen draußen vor der Kleingartensiedlung, hinterm Bahnhof. Da soll doch so ein Orakel hausen!”

“Ja, diesen Blödsinn habe ich auch schon gehört.” Doll war gespannt aber skeptisch.
“Eben. Und bei dem Papier habe ich automatisch an das Gerücht denken müssen, dass Herr Schabulsky ja seit seiner Flucht untergetaucht ist und manche meinen ja, er säße da drin und würde sich für seine Orakelsprüche bezahlen lassen.”

“Und außerdem weiß ich, dass Frau Hübsch auch schon mehrfach bei dem Orakel gewesen ist, um sich beraten zu lassen. Wegen ihrem Lotteriegewinn und so, wissen Sie? Was sie mit dem Geld anfange sollte usw…”
Stampf kam noch einmal vorbei, um Fotos von dem Beweisstück zu machen. Doll sagte nichts mehr.
“Lassen Sie uns das bitte heute Nachmittag auf dem Revier noch einmal besprechen, Herr Friederich. Das ist wichtig. Können Sie um 15.00 Uhr? Gottlob konnte.

Und Doll hatte endlich das Gefühl, einen großen Schritt weitergekommen zu sein. Trotz Gips und Krücken.
(Bald haben wir es geschafft.)
Geschrieben in Inspektor Doll, Hilmar Stampf, Gottlob, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »