Schaefer – Schlusslicht

Es geht heute um den zuletzt erschienenen Krimi von Carlo Schäfer „Schlusslicht“, als TB bei Rowohlt, Reinbek 2007, 255 Seiten, € 8,95.

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Kommisar Theuer und seine seltsame Truppe, die in Heidelberg vetrackte Fälle lösen,  haben immer eine besondere Art von Brutalität, die man oft nicht so richtig nachvollziehen kann (S. 27). Ganz grundlos wird auch mal „geschrien“ (S. 24 und öfter), da darf man schon mal darüber stolpern. „Leidig hat eine Horrormutter, Theuer spinnt, Haffner säuft wie ein Loch, aber… die scheinen noch zu leben!“ (S. 38). Die Mannschaft von früher existiert zwar nicht mehr, aber sie lösen den Fall dann doch gemeinsam.

Es geht um einen Studenten, der, nachdem er aus Wut einen Kommilitonen erfolgreich umgebracht hat, das gleich noch einmal versucht, sich dann auch noch einen anderen Mord, den er gar nicht begangen hat, zuschreibt und so Schritt für Schritt zum experimentellen Serienmörder wird. Aus Frustration.

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So schafft er sich Erfolgserlebnisse.

Dieses Mal spielt sogar ein „Profiler“ mit, der natürlich von niemandem, außer dem Polizeichef, ernst genommen wird und witzigerweise selbst nach einiger Zeit unter Mordverdacht gerät.

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Schwierig sind hier nicht mehr die Beziehungen zu Yildirim, der Staatsanwältin, mit der Kommisar Theuer zusammen lebt, oder der angenommenen Tochter. Schwierig sind eher die Bezüge zu dem ersten Krimi von Carlo Schäfer, in dem ein Turner Gemälde (ein falsches, mit Heidelberg – Neckar – Schloss – Motiv) gestohlen wird und zu Mord und Totschlag führt. Die Anspielungen darauf sind schwer zu verstehen, wenn man „Im falschen Licht“ nicht oder vor langer Zeit gelesen hat und sich nicht mehr erinnert (wie ich, z.B., leider).

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Die seltsame Geiselnahme im Zug (S. 232 / 233) kommt einem irgendwie hingeschnoddert vor, ebenso die Geschichte des „Duncan“, die Herr Leonhard, der Profiler, zum Schluss erzählt. Die hätte Stoff für einen eigenen Krimi hergegeben, stattdessen wird sie auf 2 Seiten heruntergeschrieben, schade eigentlich.

Also, man sieht schon: Ein Krimi mit ein paar schiefen Ecken. Aber trotzdem lesenswert. Vor allem, wenn man die Ecke Heidelberg / Mannheim mag.

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