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Archive für 15.2.2008
Tübingen 5
15.2.2008 von Heiner.Eberle.
Vom Tübinger Stift aus guckt man seitlich zum Neckar hinunter und sieht: Den Hölderlinturm von hinten oben.

Hölderlins Freund “Sinclair” wurde festgenommen unter dem Verdacht, einen Anschlag auf den Württembergischen Kurfürst verübt zu haben. Ein medizinisches Gutachten 1805 verhinderte, dass Hölderlin auch ausgeliefert wird. Das Gutachten attestierte Hölderlin allerdings Raserei und Wahnsinn. Er sei nicht Herr seiner Sinne gewesen.

Gegen Hölderlins tobenden Widerstand wird er ins Clinicum Tübingen eingeliefert, zu Professor Autenried, der ihn 231 Tage lang “behandelt”, man will nicht wissen, wie. Es geht um Experimente mit einem wehrlosen Menschen in jeder Form, Schweigemasken und anderen Foltergeräten.

Ab 1807 wohnt Hölderlin als “unheilbar” entlassen in dem Haus mit dem Turm bei der Pflegefamilie des Tischlermeisters Zimmer (daher übrigens auch der Name des “Zimmertheaters”!). Und er bleibt dort bis zu seinem Tod 1843.

Heute ist der Hölderlinturm Museum, Pilger- und Gedenkstätte.
(Was sagt die Geheimschrift in Sütterlin?: “Der Hölderlin isch et verruckt gwä.” Da ist sogar ein Schreibfehler drin. Wer ihn findet, bitte melden!)
Der Weg am Neckar entlang ist um diese Jahreszeit ruhig. Im Sommer versammeln sich hier alle, die sich einen romantischen Abend machen wollen.

Und dann gibt es hier am Wasser und am Mäuerchen kein freies Fleckchen mehr.

Der Stadtrundgang nähert sich dem Ende, es wird auch schon Abend.
Geschrieben in Reisen, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »