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Archive für 13.2.2008
Ellen Rimbauer - Tagebuch
13.2.2008 von Heiner.Eberle.
Ganz schnell zu diesem Buch hier, damit wir es hinter uns bringen:
“Das Tagebuch der Ellen Rimbauer - Mein Leben auf Rose Red”, herausgegeben von Dr. Joyce Reardon, mit einem Nachwort von Steven Rimbauer, aus dem Amerikanischen von Antje Görnig. Köln (vgs) 2002, 340 Seiten, gibt’s für € 9,95 mittlerweile als Taschenbuch (und Gerüchte besagen, dass Steven King himself das Buch geschrieben hätte…)

Das ist eine “gothic novel” wie man sie sich wünscht, sie verfügt über all die üblichen Klischees: Es geht im wesentlichen um ein Haus, dessen Bauplan und Zimmeranordnung sowohl abgebildet sind, als auch immer wieder in die Geschichte eingreifen.

Sogar ein paar weiterführende Links gibt es unter www.beaumontuniversity.net, wenn man sich die Mühe machen will… Aber die Informationen dort tragen nicht wesentlich zur Geschichte bei.

Also es kommt schon so, wie man sich das vorstellt: Es passieren ganz grausame Sachen, schon beim Bau des Hauses und auch danach (das Haus selber wird nie wirklich fertig!)

Es spielt eine afrikanische “Hohepriesterin” eine wichtige Hauptrolle, die schnell die Vertraute von Ellen Rimbauer und später auch ihre Geliebte wird. Es begegnet uns eine Mrs Lu, eine Wahrsagerin im Seattleschen Chinatown, und das dämonische Haus ist natürlich auch auf einem alten Indianerfriedhof errichtet. (Ist das jetzt als Zitat gemeint?)

Das Haus agiert allmählich wie eine handelnde Person, die sich hin und wieder ein Opfer holt. Ellen Rimbauer identifiziert sich selbst mehr und mehr mit dem Haus. Der Grund für sie: Rache an ihrem geschäftlich überaus erfolgreichen, aber ansonsten brutalen und unnahbaren Ehemann. Sie versucht, ihm durch das Haus Schaden zuzufügen.

Um ihm zu schaden leidet sie selbst und versagt sich ihre Wünsche.
Auch schön: Ihr Gatte, wie gesagt eine sehr undurchsichtige Figur und auch nicht unbedingt der treueste Ehemann (der seiner Frau aber alles verbietet), hat im Haus Geheimgänge einbauen lassen, wie Ellen (zu spät) herausfindet, um den weiblichen Bewohnern und Besuchern beim Baden und so weiter zuzugucken. Der schlimme Finger.

Das Haus hält das alles nicht mehr aus und spielt irgendwann verrückt, benimmt sich wie eine eifersüchtige Hexe, eifersüchtig auf Ellens Tochter (S. 289). Räume verschwinden, das Haus verändert seine Gestalt eigenmächtig und andere seltsame Dinge passieren.
Steven King drehte 2002 eine Mini TV Serie aus diesem Stoff, das Buch erschien wohl erst nachträglich. Aber das Anwesen in Seattle erlebte eine enorme Aufmerksamkeit während dieser Zeit.

Wie immer bei Büchern (oder Filmen), die von Zauberei oder paranormalen Sachen handeln: Entweder es ist alles denkbar, dann ist auch alles machbar. Zum Beispiel, dass auf Befehl Sukeenas, der Hohepriesterin, Polizisten von Ästen eines Baumes erwürgt werden, also dass Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden.
Oder eben nicht. Dann muss Sukeena also wehr- und hilflos sich vergewaltigen lassen. Warum? Wo bleibt hier die Zauberkraft? Warum lässt der (die) Autor(in) sie da leiden?
Solche Fragen kann mir nie jemand beantworten….
Geschrieben in Joe, Bücher | Drucken | Keine Kommentare »