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Archive für 2.2.2008
Gehscha 21 / Schluss des Dramas 2
2.2.2008 von Heiner.Eberle.
Sie hatten sich alle zusammengefunden, um die falschen Geschichten endlich aus der Welt zu schaffen.
Gehscha und Lully waren offensichtlich wieder ein Herz und eine Seele.
“Liebe Freunde”, begann Gehscha ihre Rede. Und dann erzählte sie alles, was sie von Lully erfahren hatte: Von seiner Leidenschaft, der Malerei, seiner “Suche nach wahrer Schönheit”, seinem Talent, im Stil alter Meister zu malen, seiner Vorliebe für Frauen mittleren Alters und molliger Fülle, die er so graziös darstellen konnte wie kaum ein anderer.

Sie hatte sich alles zeigen lassen, was von den Kunstwerken Lullys noch da war. Vieles hatte er verkauft oder verschenkt und den Erlös, wenn es denn einen gab, in die Kirchenrenovierung gesteckt. Gehscha hatte die Leinwände gesehen, die Farbtöpfe, die halbfertigen Akte, die Zeichnungen und die Sammlung wertvoller Pinsel, die Lully schön säuberlich im Keller versteckt hatte. Sie war in Tränen ausgebrochen über so viel Anmut seiner Figuren und gleichzeitig soviel Niedertracht der Menschen, die nicht das Gute sehen wollten.
Und gerade, als sie anfangen wollte, Sabse und die anderen Gerüchteverbreiter zu beschimpfen, stapfte Sabse Schabulsky auf die Szene.

“Lully, wir sind geschiedene Leute! So kannst Du mit mir nicht umgehen. Das lasse ich mir nicht gefallen!”

“Ich weiß ganz genau, was gelaufen ist. Die Story mit Deinen Gemälden kannst Du gottweißwem erzählen, aber doch mir nicht! Ich war doch dabei!”
“Sabse…!” wollte Lully sie bremsen und unterbrechen, doch er hatte keine Chance. Sabse war völlig wahnsinnig und in Rage.

Keiner konnte sie jetzt aufhalten. “Ich wünsche Euch einen schönen Tag miteinander. Ich ziehe mich aus Eurer Gesellschaft zurück, will nichts mehr mit Euch zu tun haben. Ihr wollt die Wahrheit ja einfach nicht wahrhaben, scheint mir. Ich sage nur: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es kommt alles an den Tag. Irgendwann einmal, da könnt Ihr Gift darauf nehmen. Nicht wahr, Frau Hübsch?”
Und damit rauschte sie hinweg und ließ eine Gruppe ratloser Menschen zurück. Soviel undurchsichtige Andeutungen und Drohungen hatten sie noch nicht auf einem Haufen gesehen. Sie waren fassungslos.
Aber erstmal waren sie alle froh, dass bei Lully und Gehscha wieder häuslicher Friede eingekehrt war. Und dass sich alle Verdächtigungen in Luft aufgelöst hatten.
Obwohl Edith und Adelheit die Geschichte vom Malen ziemlich unspannend und unbefriedigend fanden - sie mussten sich bald mal die “Nacktbilder” (Akte!) aus Lullys Pinsel und Feder zeigen lassen.

Sie schauten Sabse lange nach und dachten: Was für ein Mensch! Wie kann man so boshaft sein?
Und was war das schon wieder mit dem Hinweis auf Frau Hübsch? Nur eine weitere Verläumdung?
Geschrieben in Sabine Schabulsky, Adelheit Tybbke, Edith Hübsch, Undine Gehscha, Bruder Lully, Hans, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »