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Archive für Februar 2008
Ani - Wer lebt, stirbt
29.2.2008 von Heiner.Eberle.
Ein sehr guter Krimi ist das hier: Friedrich Ani (ja, der von dem Luftgitarrenspieler, hier allerdings ohne Kommissar Süden) “Wer lebt, stirbt”, dtv 2007, 221 S., € 7,95.
Was alles in einem 200 Seiten-Krimi stecken kann…

Am Anfang denkt man jaja, so ein typischer Fall von Leiche und Auftragsmörder und Verwicklung von Lokalpolitikern und Korruption und Karrieren, die einem ermöglicht werden, wenn man die richtigen Fragen nicht stellt usw…
Das wäre schon ein guter Plot, für einen mittelmäßigen Tatort.

Aber dann passieren ganz ungewöhnliche Dinge:
Ein Unfall des Hauptkommissars, eine heftige Familientragödie (übrigens nur dort sentimental, wo der Hund ins Spiel kommt, der Bobtail), eine Tragödie, die den Fall zeitweise völlig in den Hintergrund drängt. Was aber eigentlich auch egal ist, weil sie einen genau so fesselt wie die Aufklärung des Mordes und der Entführung der Sekretärin und Geliebten des Herrn Opitz.

Am Ende, nach einigen Monaten, die hier übersprungen werden, weil nichts wesentliches passiert, findet der Hauptkommissar, den sie alle “Seher” nennen, obwohl er lieber “Lauscher” wäre, dann doch noch die Lösung, da sollte man unbesorgt sein.
Ein sehr guter Krimi. Habe ich schon gesagt.

Was Ani vor allem ganz hervorragend kann, sind Dialoge. Teilweise über Seiten hinweg. So lebendig und echt, es wird schon deutlich, warum er ein guter Drehbuchautor ist.
Und er kann unsentimental schreiben. Die Verzweiflungen von Frau Jonas über ihren Mann sind schon ganz hervorragend beschrieben und erzählt. Da will man mehr davon lesen.
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Maloja 2 - Montag
28.2.2008 von Heiner.Eberle.
Der Himmel hat sich dann aber doch wieder beruhigt.

Wollte auch nur mal zeigen, was er kann.
Schnee kann schon außergewöhnliche Formen annehmen.

Und Schattierungen:

Und wenn der Wind drüberbläst, gibt es Verwehungen:

Sowas hätte ich mir mal wieder für Weihnachten bei uns gewünscht:

Genug mit Schneebildern für heute.
Der Rückweg führt - wenn man will - am oberen Ausgang des Malojapasses vorbei, wo man einen grandiosen Blick hinunter ins Bergell und Richtung Italien hat (Chiavenna, etc.).

Zuerst dachte ich: Was sind das denn für nette Holzhäuschen, die da in Reih und Glied am Weg zurück zum Hotel Maloja Kulm stehen. (Das Hotel hat man direkt im Rücken, wenn man den Pass hinunterguckt.):

Bis ich dann begriffen habe: Es sind die Spitzen des Zaunes, der hier im Sommer verhindert, dass Touristen vom Weg abkommen.

Sehr sinnig.
Das Hotel Maloja Kulm war immer was ganz großartiges. Es erwartet einen, wenn man den Malojapass mühsam heraufkommt, es steht an der Kante, wo die Landschaft rechtwinklig nach unten abbricht, und jetzt…

…ist es geschlossen. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich haben andere Hotels mehr “Programm” geboten.

Man kann gespannt sein, wie es mit dem Hotel weitergeht.

Der Weg zurück durchs Dorf, vorbei an der Latteria, die nie offen ist, wenn ich vorbeikomme…

…und am Grab von Giovanni Segantini, gegenüber dessen Atelier mein Hotelzimmer liegt…

…und dann riskiere ich schon mal einen Blick auf den zugefrorenen Silser See, den ich in den nächsten Tagen überqueren will (was keine Heldentat ist, das machen ca. Tausend Menschen täglich. Per Langlauf oder zu Fuß. Die Wege auf dem See sind gut ausgeschildert.)

Das Belverdere, das der belgische Graf soundso Ende des 19. Jh gebaut hat und Maloja sowas weltläufiges gibt, wird dieses Mal nicht von Friedensläufern oder dem Schweizer Militär belagert, sondern von hunderten französisch sprechender Schüler, die hier in alle Arten von Schneesport eingeschult werden. Sie treten meist in Pulks von 20-30 auf und kennen keine Gnade.

Von der anderen Seite sieht das so aus:

Und fügt sich seltsam gut in die Landschaft:

Das war der Rundgang durchs Dorf.

Das Hotel von unten, links ist der Laden von Maloja, in dem für mich zum ersten mal nicht die beiden alten Frauen bedienen, die sonst in der Nebensaison immer da waren, sondern unbekannte, neue…

Das Dachfenser rechts oben im 3. Stock ist übrigens mein Zimmer. Und damit schließt sich der Kreis: Der Ausblick geht auf das Atelier von Segantini, jetzt mal bei Tag:

Das war der Montag.
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Maloja 1 - Montag
27.2.2008 von Heiner.Eberle.
Ich wohne direkt gegenüber von Segantinis Atelier.
Sehr schön. Sehr romantisch.

Das Schweizerhaus selbst ist ohne Makel, höchstens den Geruch nach Raclette oder Käsefondue, der abends durch die Gänge zieht, könnte man bemängeln.

Der erster Gang durchs Dorf: Es hat viel Schnee,…

…der aber Stück für Stück am Abtauen ist. Es hat lange nicht mehr geschneit.

Jedenfalls scheint heftig die Sonne und der erste Spaziergang führt traditionell zum Lej Cavloc.

(Das ist ein Brunnen aus Holz, in dem das Wasser gefroren ist.)
Der Weg ist ca. 50 cm unter der Schneedecke, zeitweise sehr glatt, aber die größere Gefahr stellen natürlich halsbrecherische Langläufer dar, die einem auf ihren schmalen Dingern entgegenschreddern. Im V-Stil, damit nur kein Platz auf dem Weg mehr bleibt.

Zum ersten Mal sieht mein Photoapparat Schnee:

Braucht aber noch etwas Nachhilfe, so ganz allein schafft er es noch nicht.

Es ist schon sehr idyllisch hier oben. Wenige Wanderer, kaum Neon oder Pinkfarben, die in der Landschaft nerven (außer einem quietsch-gelben Langläufer).

Dieses Photo hätte fast meinen Absturz bedeutet. Einen Tritt neben dem Weg, und da sah es genau so stabil aus wie auf dem Weg, versank ich bis zum Anschlag mit meinem linken Bein im Schnee. Da war kein Halten mehr, es ging langsam immer weiter nach unten. Dann war mühevolles Rauskriechen angesagt, Photo abtrocknen und Wandersleute beruhigen (”Geht schon, kein Problem…”). Lach!
Und dann war der Weg geschafft. Der Cavloc See in seiner ganzen Pracht, erstmal von hinten:

Dann näher dran:

Jaja, das ist normalerweise ein dunkelblauer ruhiger See mit Fischen drin ohne Ende, und in der Hütte rechts auf dem kleinen Hügel gibt es Gerstensuppe und - wenn Saison ist - Murmeltierragout (für den der’s mag).

Im Winter fehlen solche Farben: gelb, rot, blau. Man freut sich über jedes farbige unnatürliche Stück.

Achja, das richtige Schuhwerk muss es schon sein. Ich habe die alten Zuverlässigen von Lowa ausgegraben, für die ich vor zig Jahren mal die Pfingsferien durch gearbeitet habe, um sie mir kaufen zu können, und muss sagen: Immer noch sehr sicher und sehr bequem.
Das Wetter zog sich etwas zu, Wind kam auf, Schleierwolken ebenfalls, und so langsam drängelte mich mein Bauchgefühl wieder Richtung Dorf. (Ich hatte Hunger, keine Verpflegung dabei, noch nicht einmal was zu trinken, ich hatte nur an die Photogerätschaften und das Zubehör gedacht, nicht an das leibliche Wohl. Anfängerfehler. Passiert morgen nicht mehr.)

So. Morgen gibt es den Abstieg und mehr vom Dorf.
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Frank Doll - Die Verhöre 6
26.2.2008 von Heiner.Eberle.

“Als ich den Surf-Ahorn genommen habe, ja? Also da habe ich auch ein bisschen sauber gemacht und so, als kleines Dankeschön, dachte ich, da sah es ja aus, sag ich Ihnen! Und das ist ja schließlich auch mein Beruf, wissen Sie?”
“Jaja, schon klar. Weiter!”

“…Da habe ich ganz seltsam viel Papier aufgefegt. So Toilettenpapier. Ganze Bahnen, die lagen da um die Leiche herum, das sah ganz unordentlich aus.”
“Was haben Sie? Das wird ja immer schöner” Doll war fassungslos und einer Verzweiflung ganz nahe.
“Ja, ich habe es in der Zwischenzeit natürlich entsorgt, aber auf dem Surf-Ahorn könnten noch Reste davon zu sehen sein.”

Und Gottlob Friederich brachte auf seiner Schubkarre den von Frau von Tümmler am Tatort vergessenen und von ihm von dort mitgenommenen Surf-Ahorn her.
“Tatsächlich. Ich sehe es ganz deutlich”, bestätigte Kommissar Doll. “Toilettenpapier. 3-lagig. Das muss sofort ins Institut! Warum haben Sie das bloß nicht früher gesagt!” Doll war außer sich. “Das ist ja fast schon Behinderung der Polizeiarbeit!”

“Jaja, schon gut. Ich habe das jetzt verstanden. Tschuldigung. Mach ich nie wieder. Aber wissen Sie, was mir da beim Fegen noch eingefallen ist? Es gingen doch stndig Leute zu dem Toilettenhäuschen draußen vor der Kleingartensiedlung, hinterm Bahnhof. Da soll doch so ein Orakel hausen!”

“Ja, diesen Blödsinn habe ich auch schon gehört.” Doll war gespannt aber skeptisch.
“Eben. Und bei dem Papier habe ich automatisch an das Gerücht denken müssen, dass Herr Schabulsky ja seit seiner Flucht untergetaucht ist und manche meinen ja, er säße da drin und würde sich für seine Orakelsprüche bezahlen lassen.”

“Und außerdem weiß ich, dass Frau Hübsch auch schon mehrfach bei dem Orakel gewesen ist, um sich beraten zu lassen. Wegen ihrem Lotteriegewinn und so, wissen Sie? Was sie mit dem Geld anfange sollte usw…”
Stampf kam noch einmal vorbei, um Fotos von dem Beweisstück zu machen. Doll sagte nichts mehr.
“Lassen Sie uns das bitte heute Nachmittag auf dem Revier noch einmal besprechen, Herr Friederich. Das ist wichtig. Können Sie um 15.00 Uhr? Gottlob konnte.

Und Doll hatte endlich das Gefühl, einen großen Schritt weitergekommen zu sein. Trotz Gips und Krücken.
(Bald haben wir es geschafft.)
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Shaw - Zu wahr
25.2.2008 von Heiner.Eberle.
Eine flotte Besprechung:
Berhard Shaw “Zu wahr um schön zu sein - Eine politische Extravaganz in 3 Akten” und “Zu viel Geld - Eine unmanierliche Komödie in 4 Akten” Deutsche Erstausgabe, übersetzt von Ursula Michels-Wenz (ganz hervorragend, der Humor ist großartig.) Mit jeweils einer Vorrede des Autors. Beide Stücke sind gedruckt zuerst auf deutsch erschienen (1932 bzw. 1948) und danach auf englisch. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 2000, TB € 7,50

Das Thema des alten Linken Shaw ist etwas veraltet: Im Zeitalter des hybriden Verbrauchers sind die Vorstellungen über “Reiche” und “Arme” nicht mehr so gradlinig und scharf definiert wie Shaw das hier als Modell vorstellt. Die “Reichen ” leiden sicherlich nicht unter ihrem Reichtum, das ist ein schöner Gedanke, aber irgendwie nicht mehr nachvollziehbar. Es sei denn, man wendet es auf unsere Freizeit-Zwangs-Aktivitäts- und Spass-Gesellschaft an, dann könnte es wieder passen.
Aber es gibt andere schöne Themen in dem Buch: Die Verlogenheit von stumpfsinnigen Regeln geben immer wieder Anlass zu Spott und Ironie, die falschen Gwissens- und Glaubenswahrheiten, die zu Täuschungen und verlogenen Ritualen verkommen, usw. Sehr schöne Gedanken findet man da.
Und wie gesagt, die Texte sprühen vor Witz und Spitzfindigkeiten. Die Dialoge sind großartig, immer auf den Punkt.

“Eine bis zur Lebensunfähigkeit verwöhnte und umsorgte junge Frau wird durch zwei Gangster in ein phantastisch belebendes Abenteuer gestürzt, in einen Ausbruch aus der lähmenden Entmündigung, der sie erwachsen macht.” Sagt der Klappentext zum ersten Stück. Und das stimmt auch so.

Kein dramatisches wichtiges Buch also, aber sehr unterhaltsam und lesbar.
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Frank Doll - Die Verhöre 5
24.2.2008 von Heiner.Eberle.
“Was wissen Sie? Wo waren Sie zur Tatzeit?”
Grolle hatte sich den Straßenfeger Friederich, Gottlob Friederich, geschnappt.

“Ja, ich war da,” antwortete er zögerlich. Ich habe dort saubergemacht. Und dann habe ich den Surf-Ahorn stehen sehen und habe ihn mitgenommen. Hat ja niemand gehört. Für meine Tochter, wissen Sie? Die wünscht sich sowas schon lange. Ich selbst kann damit ja nichts anfangen.”
“Was haben Sie? Und was war mit der Leiche? Die müssen Sie doch gesehen haben!?”
“Ja, aber ich dachte, die würde auch jemand anderes nach mir noch finden. Die lief ja nicht weg. Dann hätte ich doch den Surf-Ahorn nicht nehmen können, wenn ich das gemeldet hätte. So schlimmm fand ich das auch wieder nicht. Ich bin ja nicht der einzige Mensch auf der Welt. ”

“Haben Sie jetzt mich im Verdacht?”
“Sagen Sie mal, wie naiv sind Sie denn eigentlich?” Grolle war etwas außer sich. “Ich müsste Sie jetzt eigentlich sofort verhaften!”

“Na, mach mal langsam, Grolle!” Hilmar Stampf erschien auf der Bühne.

“Ich denke, Du kannst ihm glauben. Das ist ein ziemlich armer Schlucker.”

“Muss für Frau und Kind aufkommen, da geht halt der Surf-Ahorn für die Tochter über die moralische Verpflichtung, eine Leiche an die Polizei zu melden!”
“Na hör mal, wenigstens anonym hätte er es doch machen können…”, bot Grolle an, aber es war ja jetzt auch egal.

“Na, was Neues?” Doll traf ein.
“Tja, der Surf-Ahorn ist aufgetaucht. Gottlob Friedrich aber unschuldig, seine Aussage ist relativ glaubwürdig.”

“Ah Herr Kommissar!”
“Ja? Was gibt es noch?”
“Lassen Sie mich noch was erzählen, was für Sie vielleicht interessant ist…”
(Das kommt dann beim nächsten mal.)
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Frank Doll - Die Verhöre 4
23.2.2008 von Heiner.Eberle.
“Ah, da komme ich ja genau richtig!”

Kommissar Doll unterbrach die Unterhaltung zwischen Lully und Undine Gehscha aprupt, bevor sie zu intim werden konnten.

“Erzählen Sie doch mal, warum glauben Sie, hat man Edith Hübsch ermordet und wer, glauben Sie, könnte es getan haben?”

“Sabse!” war alles, was Undine sagen konnte.
“Sabse! die war hinter ihrem Geld her!”
“Hinter dem Lotteriegewinn? Wusste denn da jeder davon?”
“Einige schon. Edith konnte ja nichts für sich behalten, wissen Sie?”

“Und wenn es Sabse nicht war, dann ihr armer, schlimmer Mann, der Schabulsky. Der braucht ja wohl auch Geld, wie soll der denn überleben im Untergrund!?” grummelte Adelheit dazwischen, die wie zufällig ebenfalls vorbeigekommen war (ohne dass ihr der Akt, Lullys Gemälde, auf dem sie standen, weiter aufgefallen wäre…)
“Das könnte gar nicht so abwegig sein!” meinte Doll geheimnistuerisch.
“Wann haben Sie ihn denn zum letzten mal gesehen?”

“Ogott! Das muss Monate her sein. Er wollte doch auswandern, und das klappte nicht und dann war er plötzlich verschwunden!”

“Sie sollten vorsichtiger sein mit Ihren Verdächtigungen, liebe Frau Tybbke”, meinte Lully. “Sie bringen die Menschen da ja in eine ganz schreckliche Situation!”
“Aber ich muss der Polizei doch helfen, den Mörder zu finden, oder etwa nicht?” fing sie an, sich zu empören, kam aber nicht sehr weit.

“Ich möchte noch etwas sagen…” zögerte Undine Gehscha.
“Ja bitte?”
“Ich weiß, wer den Surf-Ahorn entwendet hat.”
“So? Dann mal los!”
Der Surf-Ahorn war ja, wie wir wissen, von Frau von Tümmler am Tatort liegengelassen worden und die Wahrscheinlichkeit war groß, dass der Täter- denn wer sonst hätte es sein sollen, ohne dass er den Mord bei der Polizei gemeldet hätte - ihn von dort mitgenommen hat.
“Gottlob Friedrich, der Straßenkehrer!”
“So?”
Doll war nicht sonderlich begeistert.

“Na gut, den haben wir sowieso auf unserer Liste. Was ist mit Marquardt (5)?”

“Den kenne ich gar nicht,” sagte Lully.
“Ich auch nicht,” sagte Gehscha.
“Na dann!” verabschiedete sich Doll. “Bis demnächst. Halten Sie sich bitte in den nächsten Tagen zur Verfügung, vielleicht brauche ich Ihre Aussage noch einmal.”

Und so blieben sie betroffen und etwas ratlos zurück und fanden auch nur sehr schwer wieder in ihre vorherige Unterhaltung hinein.
(Demnächst hat Doll den Mörder.)
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Frische Knospen vom Balkon
22.2.2008 von Heiner.Eberle.
Wegen Stress und keine Zeit muss heute die Fortsetzung der Verhöre des Kommissars Doll ausfallen, sie werden aber schnellstmöglich nachgeholt, damit wir diese Geschichte zu Ende bringen können. Er hat ja schon einen konkreten Verdacht…
In der Zwischenzeit gibt es ein paar tolle Aufnahmen der frisch aufgetauchten Knospen der Rosen vom Balkon.
Ohne großen Kommentar. Die Bilder sprechen für sich. Es wird Frühling.

Das ist nur die Tür zum Balkon.



Bald gibt’s wieder richtige Geschichten.
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Schaefer - Schlusslicht
21.2.2008 von Heiner.Eberle.
Es geht heute um den zuletzt erschienenen Krimi von Carlo Schäfer “Schlusslicht”, als TB bei Rowohlt, Reinbek 2007, 255 Seiten, € 8,95.

Kommisar Theuer und seine seltsame Truppe, die in Heidelberg vetrackte Fälle lösen, haben immer eine besondere Art von Brutalität, die man oft nicht so richtig nachvollziehen kann (S. 27). Ganz grundlos wird auch mal “geschrien” (S. 24 und öfter), da darf man schon mal darüber stolpern. “Leidig hat eine Horrormutter, Theuer spinnt, Haffner säuft wie ein Loch, aber… die scheinen noch zu leben!” (S. 38). Die Mannschaft von früher existiert zwar nicht mehr, aber sie lösen den Fall dann doch gemeinsam.
Es geht um einen Studenten, der, nachdem er aus Wut einen Kommilitonen erfolgreich umgebracht hat, das gleich noch einmal versucht, sich dann auch noch einen anderen Mord, den er gar nicht begangen hat, zuschreibt und so Schritt für Schritt zum experimentellen Serienmörder wird. Aus Frustration.

So schafft er sich Erfolgserlebnisse.
Dieses Mal spielt sogar ein “Profiler” mit, der natürlich von niemandem, außer dem Polizeichef, ernst genommen wird und witzigerweise selbst nach einiger Zeit unter Mordverdacht gerät.
Schwierig sind hier nicht mehr die Beziehungen zu Yildirim, der Staatsanwältin, mit der Kommisar Theuer zusammen lebt, oder der angenommenen Tochter. Schwierig sind eher die Bezüge zu dem ersten Krimi von Carlo Schäfer, in dem ein Turner Gemälde (ein falsches, mit Heidelberg - Neckar - Schloss - Motiv) gestohlen wird und zu Mord und Totschlag führt. Die Anspielungen darauf sind schwer zu verstehen, wenn man “Im falschen Licht” nicht oder vor langer Zeit gelesen hat und sich nicht mehr erinnert (wie ich, z.B., leider).

Die seltsame Geiselnahme im Zug (S. 232 / 233) kommt einem irgendwie hingeschnoddert vor, ebenso die Geschichte des “Duncan”, die Herr Leonhard, der Profiler, zum Schluss erzählt. Die hätte Stoff für einen eigenen Krimi hergegeben, stattdessen wird sie auf 2 Seiten heruntergeschrieben, schade eigentlich.
Also, man sieht schon: Ein Krimi mit ein paar schiefen Ecken. Aber trotzdem lesenswert. Vor allem, wenn man die Ecke Heidelberg / Mannheim mag.
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Gehscha 22 / Akte
20.2.2008 von Heiner.Eberle.
“Und, was sagst du dazu?”

Lully hatte es endlich geschafft, Gehscha dazu zu bringen, seine Bilder anzusehen. Und Gehscha war völlig sprachlos. So etwas hatte sie nicht in ihren wildesten Träumen erwartet.

“Lully, mein zutiefst Geliebter, das ist ja ganz phantastisch. Du bist ein richtig großer Künstler. Warum habe ich das nicht früher gewusst? Wie fein das alles gemalt ist…!”
“Ja, und weißt du, wer mir dafür Modell gestanden hat? Edith Hübsch!” lachte er gelöst.

“Nein, das darf nicht sein!” Undine war bleich geworden. “Du hast es noch nicht gehört: Edith ist tot. Ermordet offensichtlich.”
Jetzt war Lully sprachlos. “Edith! Gott, nein! Gerade jetzt! Sie hat einen großen Betrag in einer Lotterie gewonnen, das hat sie zumindest überall herumerzählt, und alle haben sich für sie gefreut…, na vielleicht doch nicht alle…!?”

“Ja, und jetzt hat man einen von den Marquardts im Verdacht, weil der sich wohl an sie rangemacht hat in den letzten Wochen und nur auf ihr Geld scharf war. So heißt es zumindest.”

“Ich kann das nicht glauben. So ein Marquardt bringt nicht so einfach eine alte wehrlose Frau um. Die Marquardts haben doch noch sowas wie Ehrgefühl!”
“Sag mal”, meinte Undine zaghaft.
“Was?”
“War sie ganz nackt, die Edith, als sie Dir da gegenüber stand?
“Ja, schon !?”

“Und… wie war das für Dich?”
“Schön. Sehr schön…”, meinte er und schien gedanklich plötzlich ganz weit weg zu sein.

Und er sann darüber nach, was das für ihn zu bedeuten haben konnte, dass Frau Hübsch jetzt plötzlich tot war…?
Geschrieben in Edith Hübsch, Undine Gehscha, Bruder Lully, Kunst, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »