Hans etc. / Wunschperle 2

Der Schmerz von Olaf musste unerträglich sein.

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Und dann sahen sie es:

„Meine Arme sind fort, weg, abgefallen! Helft mir! Ruft einen Arzt! Schnell! Um Gottes Willen!“

Olaf Schmundt hatte beide Arme verloren. Zusammen mit dem Photoapparat, den seine Arme immer noch festhielten. Er konnte sich kaum noch aufrecht halten. Es war unfassbar.

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Einfach abgefallen. Ohne Fremdeinwirkung. Was war es denn gewesen, was er gesagt oder getan hatte? War es sein einfach schnodderig und empört fallengelassener Satz von vorhin gewesen, der sich so schnell in die Realität umgesetzt hatte?

War das die unvorhersehbare Kraft der Wunschperle?

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Hans und Adelheit hatten noch nicht richtig begriffen, was da vor ihren Augen vorgefallen war. Die Wunschperle hatte nach eigenem Gutdünken einen Wunsch erfüllt und sich dann – nach getaner Arbeit – in den Erdboden zurückgezogen. Stolz, müde und eigensinnig.

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Hilmar Stampf hatte einen Notarzt alarmiert. „Der wird gleich hier sein.“ Adelheit und Hans standen entsetzt um Olaf herum, unfähig, irgendwie zu helfen. Sie versuchten ihn zu beruhigen, damit er nicht womöglich auch noch den Verstand verlöre.

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Aber vor allem in Hilmar Stampf war plötzlich ein professionelles Interesse wieder erwacht. Er machte seinen Photoapparat scharf und schoss aufsehenerregende Bilder von Olafs abgefallenem Armpaar und dokumentierte den sensatioellen Vorfall für die Nachwelt.

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„Das wird eine Hammergeschichte“, sagte er. „Das glaubt uns keiner! Die Pflanze muss hinter Gittern oder gar Mauern, die ist ja richtig gefährlich!“ Hans und Adelheit staunten vor so viel Kaltblütigket und Jagdinstinkt des Reporters, aber er hatte ja recht. Darüber musste man schreiben. Und dann fühlten sie sich auch wieder geschmeichelt und wichtig, weil er ihre Beobachtungen des Vorfalles als Zeugenaussagen notierte und sie freuten sich, dass sie bald in der Zeitung zitiert werden würden.

Ein wenig Ruhm hat ja noch niemandem geschadet.

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