Heinerblog

21.12.2007

Kekse

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:14

Das einundzwanzigste Türchen.

Heute mal nur ein paar vorweihnachtliche Kekskrümelbilder.

Vom Schokomuffin:

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Weil das einfach so nett aussieht.

Und hier die Bilder von einem Prinzenrollenkeks:

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Und hier bitte draufklicken, dann sieht man die Schokokekspaste genauer:

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Noch 3 Türchen sind zu.

20.12.2007

Frau W. und Herr B. / Abschied 2

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:29

Das zwanzigste Türchen.

Jetzt waren sie ganz allein. Alle hatten ihren Abschiedsgruß hinterlassen und waren wieder gegangen.

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Also gingen sie auch. Sie waren völlig entspannt.

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Das Tor öffnete sich mit einem heftigen Knarren, beide Glaswände klappten langsam auf und ließen sie durch.

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Dann hörten sie plötzlich leise Musik. Es hörte sich nach einem Chor an, der in der Ferne ein „trauriges“ Lied sang. (Es sollte eine Überraschng für sie sein: Es waren die Marquardts.)
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Aber was er sang, das konnten sie nicht verstehen. Vielleicht waren es die Seemänner auf ihren Posten, die zur Abfahrt des Schiffes ein Abschiedslied vortrugen? Lag ja eigentlich nahe. Und dann hörten sie die Schiffshupe. Laut und dröhnend. Es war keine Zeit mehr zu verlieren.

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Sie kletterten über die Rampe und waren kurz danach im Rumpf des Ozeandampfers verschwunden. Sie wollten auch eigentlich nicht mehr winken. Beide hatten jetzt genug vom Abschied.

Es war Zeit für etwas Neues.

19.12.2007

Zafon - Schatten des Windes

Abgelegt unter: Bücher, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:28

Das neunzehnte Türchen.

Was ein Schmöker: Carlos Ruiz Zafon „Der Schatten des Windes“, Roman. Frankfurt (Suhrkamp) 2003, als Suhrkamp Taschenbuch 564 Seiten, € 9,90.

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In dem Buch geht es um ein Buch, dessen Autor verschwunden ist, um die spanische Geheimpolizei, die ebenfalls den Autor sucht – Fumero, das brutale Schwein von der spanischen Polizei, lässt mit Lötkolben foltern –  um Frauen, die aus Liebe unglücklich und verbittert sind, um wahre Leidenschaft, enttäuschte Liebe, heillose Verwirrungen und Verstrickungen, Folter und dunkle Verliese, verlassene Villen und einiges Mehr: Um tragischste, tiefste Verzweiflung, verstoßene Kinder und Frauen, familiäre Demütigungen und politischen Terror.

Dass eine Bibliothek ein Labyrinth ist – damit fängt das Buch nämlich an – ist geschenkt seit Borges und Eco. Das Bild muss man nicht noch einmal bemühen.

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Aber wovon handelt denn die Geschichte: Der Sohn des Buchhändlers will dem Leben des Autors des Buches auf die Spur kommen, das er in dem Bücher-Labyrinth entdeckt hat. Zunächst vergeblich, bemerkt er nach und nach, je älter er wird, dass das Leben des Autors viel Ähnlichkeit mit seinem eigenen hat. Und das macht ihn stutzig.

Es zeigen sich verblüffende Parallelen. Die Vergangenheit von Julian wird langsam freigelegt. Manche Situationen und Bilder kommen darin als Doppelung der Gegenwart vor: Eine „entdeckte“ Liebesszene, ein grausamer Bruder der Geliebten, der wütende Vater der Geliebten, ein Füllfederhalter, die Einberufung zur Armee, die Entdeckung einer Gruft im Keller der Geistervilla, etc.

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Nett nebenbei: Lutschbonbons dienen als Sedativum, als „Bestecherli“ in allen Lebenslagen.

Es kommt ein großartiges Pflegeheim (S. 290 ff.) mit gierigen Insassen vor, das wie im Film ziemlich „spooky“ beschrieben ist, aber das kann in Barcelona (oder bei uns) ja alles tatsächlich so sein, wer weiß…?

Das Buch ist eine große, gedrängte Geschichte, voll gestopft mit Details und Ereignissen. Es lässt einem keine Zeit zum Nachdenken. Es denkt auch selber nicht weiter nach. Ständig passiert eine andere, neue Ungeheuerlichkeit und muss erzählt werden.

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Die Geschichte hat allerdings ein sehr gutes Timing, das muss man ihr lassen. Kein Wunder: Der Autor ist Drehbuchschreiber. Er kann Wirkungen einschätzen und weiß, die Aufmerksamkeit der Zuschauer wachzuhalten.

Die ermordete Geliebte des Autors hat gottseidank eine Niederschrift der ganzen und wahren Geschichte hinterlassen. Die bekommt der Buchhändlersohn auf Seite 419 in die Hände und dann wird alles erklärt.

Ist das Kitsch? Naja, zuweilen trieft es schon etwas. Es wird auch viel geweint. Aber vielleicht ist das einfach die spanisch romantische Seele, die hier zuschlägt…?

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Wer also Lust hat auf viel Gefühl und „action, baby“: Hier ist was zum Reinlegen.

18.12.2007

Frau W. und Herr B. / Abschied 1

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:16

Das achtzehnte Törchen.

Der große Tag war gekommen. Das Schiff sollte in wenigen Stunden auslaufen. Die letzten Vorbereitungen waren getroffen worden. Alle Gläser, Klamotten und Möbel waren verpackt und der Spedition übergeben worden. Frau Weichbrodt hatte noch mal lange über den Orakelspruch nachgedacht und immer noch keinerlei negative Warnzeichen darin entdecken können. Sie war vollkommen entspannt. Eigentlich sehr ungewöhnlich.

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Undine Gehscha war die erste, die vorbei kam und tschüss sagte. Sie waren sich durch Lully oft begegnet und Gehscha war eine richtige Freundin von Frau Weichbrodt geworden. Von Herrn Bongartz allerdings gar nicht. Der war ihr einfach Wurst.

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Lully und Hans kamen natürlich auch zur Verabschiedung und wünschten alles Gute. Frau Weichbrodt war etwas den Tränen nahe, als Lully und die alten Freunde von früher erzählten „Weißt du noch…?“ und ihr den Abschied schwer machten. Aber sie wollte nach vorne gucken.

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Manfred hatte ihr ein texanisch-deutsches Wörterbuch mitgebracht, mit genauen Angaben, wie welche Worte in Texas auszusprechen seien und welche Satzmelodie man dafür einsetzen müsste (damit sie ganz schnell von der einheimischen Bevölkerung akzeptiert werden würde).

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Und schließlich fand sich Mähchen ein, die in der Zwischenzeit auf die Universität ging und Ökotrophologie studierte.

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Joe war da natürlich nicht weit. Er hatte den Abschiedstag von Prof. Bongartz und Frau Weichbrodt genutzt, um Mähchen einmal wiederzusehen. Sie hatten anschließend noch etwas vor. Aber natürlich galt seine ganze Aufmerksamkeit Frau Weichbrodt und ihrem geliebten Professor Bongartz, der ja jetzt sein Schwager werden sollte.

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Es war ihm schon seltsam zumute, vor gar nicht langer Zeit in Sesimi Weichbrodt seine unbekannte, verschollene Schwester gefunden zu haben und sie jetzt auf diese Art an diesen Menschen wieder zu verlieren.

(Der Schluss folgt in 2 Tagen.)

17.12.2007

Pelle

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:54

Das siebzehnte Tor.

Als Pelle (lateinisch pellis = Pelz, Fell) wird besonders bei Wurst der Naturdarm (Wurstpelle), sowie bei ungeschält gekochten Kartoffeln (Pellkartoffeln) deren Schale bezeichnet. Das Wort ist besonders in Norddeutschland gebräuchlich und kam aus dem Niederländischen zu uns. Das dazugehörige Verb pellen wird auch für die sich nach einem Sonnenbrand ablösende Haut beim Menschen verwendet (”man pellt sich”).

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Zur Vorbereitung werden die Därme gereinigt, von der Muskelschicht und der Schleimhaut befreit und gebrüht. Je nach Wurstsorte werden unterschiedliche Darmabschnitte von unterschiedlichen Tieren bevorzugt. Rinderdärme wie Kranz-, Butt- und Mitteldarm sowie Fettende sind als Hülle für hochwertige Roh-, Koch- und Brühwürste von größerem Durchmesser geeignet, bei denen der Darm nicht mitgegessen wird.

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Die entsprechenden, etwas kleineren Stücke vom Schwein heißen enger Darm, Butte, Krausedarm (bei Rind und Schaf fehlend), Nachende und Fettende. Die zartesten Därme kommen vom Schaf, dort heißt der dem Kranzdarm bzw. engen Darm entsprechende Abschnitt Saitling (aus ihm werden traditionell Saiten hergestellt) oder auch Katzendarm, die weiteren wieder Buttdarm, Mitteldarm und Fettende.

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Saitlinge werden vor allem für dünne Brühwurstsorten wie Frankfurter und Wiener Würstchen oder Nürnberger Rostbratwurst verwendet, die mit Darm verzehrt werden. Das Fettende – der letzte Darmabschnitt – dient meist als Hülle für Leber- oder Blutwurst.

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Naturdarm besitzt andere chemische und mechanische Eigenschaften als vergleichbare Produkte aus Kunststoff. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass er essbar ist und sich besser für Konservierungsverfahren wie Räuchern und Trocknen eignet. Er wird darum zur Fertigung von über 50 % der deutschen Wurstwaren verwendet.

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Der hauptsächlich aus Collagen bestehende und daher luftdurchlässige Naturdarm trägt zur Entfaltung des Aromas bei, bei Dauerwürsten auch zur natürlichen Konservierung.

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(Texte stammen aus Wikipedia “Pelle” und “Wurstpelle”.)

16.12.2007

Lully hat Ärger

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:16

Das sechzehnte Türchen.

Sabse fühlte sich total im Recht. Es war völlig richtig gewesen, dass sie nach so langer Zeit wieder zurückgekommen war. “Man musste sich einfach immer um die Leute kümmern”, dachte sie. “Sonst verlottert alles.”

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Aber dass sich Lully die kleine Japanerin aus dem Nachbarhaus angelacht hatte, das war ja schon ein starkes Stück. Was hatte die denn bloß? Nach allem, was Lully hinter sich hatte, war das ja ein ziemlicher Schritt zurück, dachte sie.

„Sag mal, mein Pope“, stichelte sie von der Seite. „Seit wann geht das denn so mit der? Wie ist sie denn so? Hmmm? Macht sie alles richtig im Haushalt und sonst so?“

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Lully hätte sich jetzt wehren sollen, das wusste er. Stattdessen wäre er aber noch lieber im Erdboden versunken. Beides konnte er nicht richtig gut. „Hör mal, Sabse. Das von damals, das tut mir leid. Das weißt du. Dafür habe ich auch schon genug gebüßt. Aber Undine…“ „Wer?“

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„Frau Gehscha!“ „Ach so!“ kreischte Sabse etwas zu laut. „Undine! Das ist ja neckisch!“ „Ja. Also Undine hat damit nichts zu tun, hörst Du? Gar nichts. Sie weiß auch von nichts. Von Dir nicht, von Edith nicht, von den andern auch nicht. Und ich will, dass das so bleibt.“

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Sabse tat entrüstet:„Na das ist mir ja mal eine prima Geschichte. Der Herr Pastor führt das tollste Leben, bandelt mit einer Frau nach der anderen an und denkt, das merkt ja keiner, das geht immer so weiter. Was? Wieviele Mahnschreiben von Deinem Bischoff hast Du denn schon bekommen?“
“Keines. Nein. Natürlich geht das nicht so weiter,“ ergab sich Lully Sabines Vorwürfen. „Nicht? Na das ist ja genau was ich meine. Das muss doch mal an die Öffentlichkeit!“ Sabse drehte die Schraube etwas enger.

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„Nein, bitte nicht!“ flehte Lully: „Ich will ja nur, dass Du mich das machen lässt. Undine soll es von mir erfahren. Nicht von einem oder einer Dritten. Verstehst Du das?“

„Naja, ich bin  ja nicht doof! Aber die Frage stellt sich schon: Was habe denn ich davon, wenn ich den Mund halte?“

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Lully zuckte zusammen. In genau diese Situation wollte er nie kommen. Jetzt saß er in der Tinte. Ganz tief. Er war erpressbar. Sein Leben war endgültig ein Chaos.

15.12.2007

Chappaz - C.

Abgelegt unter: Bücher, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:19

Das fünfzehnte Türchen.

Man muss das nicht lesen, ich habe es eigentlich auch nicht getan:

Maurice Chappaz „Das Buch der C.“, Frauenfeld (Verlag Der Bärenhüter im Waldgut) 1994, 121 Seiten, zur Zeit vergriffen.

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Darin setzt Chappaz, ein Schweizer, der französisch schreibt, seiner 1979 verstorbenen Frau Corinna Bille „ein einmaliges Lebens-Mal“.

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Der Klappentext sagt alles, was nowendig und richtig ist.

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Chappaz kennt man von seinen Büchern über das Lötschental und über die Walliser.
Als Dichter war er mir neu. Ich hatte etwas völlig anderes erwartet. Aber so geht das nun mal. Ich sollte es einfach noch mal lesen. Jetzt wo ich weiß, worum es geht.

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Ich zitiere mal noch eine verständigere Kritikerin von Amazon: „Ein wunderschönes, großartiges Buch. Eine Liebeserklärung an seine verstorbene Frau, voller Trauer, Verlassensein, so daß der Leser sich gegen die Schwere kaum zu wehren vermag. Chappaz verfügt über eine grandiose Sprache, die es ihm möglich macht, sich den Lesern zu öffnen.“

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Nun denn.

14.12.2007

Gehscha 15 / Spannungen

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:02

Das vierzehnte Tor.

„Meine Nachbarin ist eine ganz ekelhafte Tussi“, beklagte sich Gehscha bei Lully.

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Penetrant, großspurig rücksichtslos, unverschämt,…“ „Na na, jetzt hör doch mal auf, das kann doch gar nicht so schlimm sein“, beschwichtigte Lully.

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„Doch! Wenn ich es Dir sage! Sie macht alles kaputt und mischt sich überall ein. Sie tratscht in der ganzen Nachbarschaft und erzählt Sachen, die einfach bloß gelogen sind. Was habe ich ihr denn getan? Der guten Frau Schabulsky oder wie sie heißt?“

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Lully war bei den letzten Worten innerlich zusammengezuckt. „Was war das für ein Name? Wie heißt Deine Nachbarin?“ „Schabulsky, Sabine. Alle nennen sie nur „die Sabse“. Widerlich.“

Und als hätte sie es gehört, tauchte die Sabse plötzlich auf. Wie aus dem Nichts. „Lully, mein alter Hausmann, mein Priesterchen. Du hier? Hast wohl wieder nichts zu tun und kein Zuhause, was?“

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„Und schau da hin, die Frau Gehscha ist auch da. Haben Sie ihre Schrauben inzwischen beseitigt? Ja?“

Gehscha war außer sich und holte Luft, um Frau Schabulsky jetzt mal gehörig ihre Meinung zu sagen. „Also liebe Frau Schabulsky, wenn Sie…“ weiter kam sie leider nicht, denn Sabine bügelte sie einfach lautstark nieder.

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“Wissen Sie was, Frau Gehscha, stören sie einfach mit Ihren seltsamen Bräuchen unsere harmonische Nachbarschaft nicht weiter. Lassen sie uns in Frieden leben und vor allem: Lassen Sie meinen alten Hausmann Lully in Ruhe, der hat schon genug Probleme mit sich selbst. Auf Wiedersehen. Ich hoffe, ich habe mich diesmal klar ausgedrückt!“ Sprach’s, drehte sich um und zog davon.

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„Lully!“ Gehscha war fassungslos. „Was hast Du mit dieser Person zu schaffen?“ Lully hatte ein leichtes Zittern in der Stimme: „Nichts. Ehrlich. Sie… sie war mal meine Haushälterin. Vor vielen Jahren. Sonst nichts“. „Sonst nichts?“ Gehscha wollte rot anlaufen vor Wut, das ging aber nicht.

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„Was eine Haushälterin bei katholischen Priestern zu tun hat, das hat sich doch mittlerweile herumgesprochen, denke ich. Das ist ja kein Geheimnis.“

„Es war nicht so, wie Du denkst. Ich habe sie doch nehmen müssen Ich habe sie mir nicht ausgesucht. Sie gehörte quasi zur Stelle dazu. Und sie wurde auch bezahlt…“

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„Bezahlt? Das wird ja immer schöner! Sie hat sich für ihre „Dienste“ also bezahlen lassen!“

„Nicht, wie Du denkst, Gehscha. Herrgott, bitte hör mir zu. Sei vernünftig, ich bitte Dich. Lass uns in Ruhe darüber reden!“

„Vernünftig? Ich? Bin ich etwa unvernünftig? Wer fängt denn hier das Fluchen an? Ich? Tue ich etwas Falsches? Das denke ich nicht! Ich denke eher, ich sollte mal richtig ausrasten. Das habe ich schon lange nicht mehr getan. Ich war immer zu vorsichtig und zu leichtgläubig, das wird es gewesen sein! Ich halte das jetzt hier nicht mehr aus. Ich muss jetzt gehen. Lass mich. Ich möchte alleine sein und nachdenken.“

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Lully war fertig mit den Nerven. Das brauchte er gerade noch. Die Sabse! Er hätte schwören können, dass sie damals für immer das Weite gesucht hatte. Aber dass sie hier noch einmal auftauchen würde, das hätte er nicht für möglich gehalten. Hoffentlich würde er Gehscha wieder zur Vernunft bringen können. Und die alten Geschichten? Würden die jetzt alle wieder aufgetaut werden? Er hatte so gehofft, dass das alles vorbei wäre…

13.12.2007

Herbst 2

Abgelegt unter: Pflanzen, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:30

Das dreizehnte Türchen.

Ich habe noch ein paar Herbstbilder gemacht.

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Es ist demnächst wieder der kürzeste Tag und die längste Nacht. Dann geht es wieder aufwärts. Solange darf man noch melancholisch sein.

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Was mal aus diesem Blumentopf herauswächst, ist wirklich das größte Rätsel. Potential (=Samen) ist zur Genüge vorhanden.

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Aber erstmal vermodert alles, was ich da hineingesetzt habe.

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Die Reste des Rosenstockes sind noch gut angebunden, obwohl es eigenlich nichts mehr zum Anbinden gibt. Die wilden rosa Röslein brauchen das ja nicht.

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Den Zapfen habe ich mal aus der Tosana mitgebracht. Daraus sollte mal eine tolle große Pinie entstehen. Seit Jahren sollte sie das schon.

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Ist das die Knospe für das nächste Jahr? Wenn sie den Winter überlebt?

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Dazu fällt mir jetzt nichts mehr ein.

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Seltsame Teile liegen zusammengerollt im Blumentopf.

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Ich möchte wieder Sonne.

Baldmöglichst bitte.

12.12.2007

Stampf und Schmundt 1 / Vespa 2

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:35

Das zwölfte Tor.

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Hilmar Stampf fuhr fort: „Lange Zeit war die Vespa auch ein Nutzfahrzeug auf zwei Rädern. Erst im Laufe der Jahre mischte sich immer mehr Lebensfreude in das Fahrgefühl.“

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Frei übersetzt: Die Vespa ruckelt nicht.
 
 

„Die Ur-Vespa „98“ sollte einfach, sparsam und leicht fahrbar sein – und mit den vorhandenen Produktionsanlagen zu bauen sein. Weil Corradino nie zuvor Motorräder konstruiert hatte, ging er völlig unvoreingenommen an diese Aufgabe heran. Der Antrieb und die Kraftübertragung sollten so einfach wie möglich sein, und so entschied er sich für den Direktantrieb, zumal der Kettenantrieb in der damaligen Notzeit aus Materialmangel fast unmöglich war.“

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„Den Text kenne ich auch. Der ist aus Wikipedia.“, Olaf Schmundt hatte dieselben, schnellen Quellen benutzt: „Auch sollte die Vespa keine Motorenteile haben, an denen man sich schmutzig machen konnte. Daher war der Motor komplett verdeckt untergebracht. Der Reifenwechsel sollte so einfach wie bei einem Auto sein.“

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„Die Konsumenten, die zumeist noch unter den Entbehrungen des Krieges zu leiden hatten, benötigten ein kostengünstiges, aber ansprechendes Transportmittel, dem auch das Befahren schadhafter Straßen nichts anhaben konnte. Aus diesen Beschränkungen heraus entstand - wie so oft in der Technikgeschichte - ein genial einfaches Konzept, die Vespa. Ihr Name wurde am 23. April 1946 zum Patent angemeldet.“

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„In den fünfziger Jahren wurde die Vespa auch nördlich der Alpen bekannt und zu einem Lieblingsfahrzeug insbesondere der jungen Generation. In die Schweiz wurden die ersten Vespas bereits 1947 exportiert, nach Deutschland kamen sie etwa 1950. Jakob Oswald Hoffmann schloss 1949 mit Piaggio einen Lizenzvertrag ab und baute ab dem Frühjahr 1950 Vespas für den deutschen Markt. Zwischen 1950 und 1953 baute er das Modell HA und lediglich im Jahr 1953 das Modell HB.“

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„Hier ist noch eine Quelle, die Du Dir am Wochenende reinziehen kannst“, sagte Olaf:

Branislav Dimitrijeviç: “Sozialistischer Konsumismus, Verwestlichung und kulturelle Reproduktion. Der „postkommunistische“ Übergang im Jugoslawien Titos” in: “Zurück aus der Zukunft. Osteuropäische Kulturen im Zeitalter des Postkommunismus.” Hg. von Boris Groys et al., Frankfurt/Main (Suhrkamp), 2006, S. 195 - 277, S. 217. (Im Abschnitt „Liebe, Mode, Wettbewerb“ interessante Ausführungen zu den historischen Bedingungen der Entstehung des Konzepts der Vespa und zur Rolle italienischer Motorroller in der (Film-)Kultur.)

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