Sloterdijk – Im selben Boot

Einen schmalen Band habe ich gelesen und einige Zitate daraus Hans bzw. Herrn Bongartz in den Mund gelegt: Ich glaube das war am 9. Oktober.

Peter Sloterdijk: „Im selben Boot – Versuch über die Hyperpolitik“. Frankfurt (Suhrkamp) 1993, als Taschenbuch 81 Seiten, € 6,50.

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Darin enthalten ist eine Beschreibung, überzeugend und nachvollziehbar (ich schätze auch anthropologisch richtig), der gesellschaftlichen Beziehungen in ganz frühen Zeitaltern, wo Menschen in Horden auf „Sozialinseln“ „hervorgebracht“ werden und Beziehungen zueinander entwickeln. Dem kann man folgen, das ist ein erhellendes erstes Kapitel: Die „Flöße“.

Das zweite „Weltalter“ bezeichnet er als eines, das sich durch „Küstenschifffahrt“ mit „Staatsgaleeren“ und „Herrschaftsfregatten“ auszeichnet.

Und wir befinden uns in der dritten, gegenwärtigen, Ära, wo „Super-Fähren“ durch ein Meer von Ertrinkenden hindurchziehen.

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Sloterdijk zeigt hier unter anderem, wie Gewalt und Widerstand entstehen kann, wo allgemeine Aussichtslosigkeit herrscht, wenn die kleinen sozialen Einheiten vernachlässigt werden, wenn sich die Menschen von der Geschichte und der Politik verlassen und bedroht fühlen.

Und er fordert eine neue Art des Denkens. Eine Politik, die darauf abzielt, nicht das Zusammenleben der letzen Menschen (z.B. vor der Klimakatastrophe) zu organisieren, sondern als eine Wettgemeinschaft, die auch in Zukunft auf Weltverbesserung spielen wird. Was sie zu lernen hat, ist ein Verfahren, ihre Gewinne so zu machen, dass es auch nach ihr noch Gewinner geben kann.

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In den üblich schwierigen Sätzen mit den Sloterdijkschen Wort-Neuschöpfungen sind das sinnreiche Gedanken und Betrachtungen, die vielleicht etwas herausfordern. (Ich  stelle gerade fest, der Text ist auch schon wieder 14 Jahre alt! zzz…)

Aber 80 Seiten kann man ja mal probieren.

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