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Archive für 4.10.2007
Wolkenstein Donnerstag
4.10.2007 von Heiner.Eberle.
Wer erst jetzt zugestiegen ist, der findet die anderen Einträge zu Wolkenstein hier:
Montag: 22.09.07, Dienstag: 26.09.07, Mittwoch: 30.09.07.

Der Weg heute: Sellajoch – Passo Pordoi – Passo di Falzarego - Cortina D’Ampezzo – Passo Tre Croce – Misurinasee – 3 Zinnen – Ärgern – Cortina – Toblach – Bruneck Gadertal – Hochabteital – Corvara – Grödner Joch – Wolkenstein.
Typisch für einen blöden Tag: Dass ich abends nicht mehr weiß, wovon ich tagsüber die Fotos gemacht habe. Einfach so drauflos geschossen.
Der erste Teil des Tages war toll. 50 km zum Wanderweg rund um die 3 Zinnen in knapp 2 Stunden absolviert.
Am Sellajoch habe ich schon mal den Lift in die Langkofelscharte von Ferne gesehen, der morgen auf mich zukommen wird. (Erste Panikanfälle schon vom Hingucken!)

Großartige Panoramen, immer zu früh angehalten um Fotos zu machen und gestaunt: Die Bergwelten wurden je höher, desto besser, hätte ich mir ja denken können. Aber es reißt einen halt immer wieder mit.
Wettermäßig sah es auch beständig aus. Ideal für die Wanderung um die 3 Zinnen. Aber kalt.

Dann an der Mautstelle für die Straße, die zur Aronzohütte führt: eine Schranke. Der Hinweisschild über die Mautgebühr von € 20,- anstatt € 10, wie der Reiseführer vorgewarnt hatte (aber der meinte ja auch, dass man auf die Saiseralm mit dem Auto hochkommt…), hätte mich nicht geschreckt, das wäre es mir wert gewesen.
Ich hatte mich ja riesig auf die Wanderung gefreut und dann heißt es da ganz lapidar: „Strasse gesperrt“: Warum? „Isse Eisse, isse Eisse!“ war die Auskunft des Mannes im Mauthäuschen. „Vielleichte inne 2-3 Stundene nochemal probiere!“, versuchte er, mir Hoffnung zu machen.
Was natürlich 14.00 – 15.00 Uhr bedeutet hätte und dann eine Wanderung 3-4 Stunden auch nicht mehr sinnvoll gewesen wäre.

Ich: enttäuscht, frustig, von den Socken, ratlos, wütend. Gab’s denn so was? Einfach die Strasse sperren (haben die kein Streusalz?). Man konnte die Hütte sogar von unten aus sehen! Zusätzlich 3 Stunden Fußmarsch bergauf hätte es bedeutet, wenn man von hier aus hätte losgehen wollen. Auch utopisch. Zeitlich und konditionell.
Also kehrtmachen und zurück. Ein Foto von den 3 Zinnen (man sieht von hier aus nur 2) und Misurinasee geschossen, durch Cortina durch auf die andere Seite Richtung Toblach.
Schöne Dolomitengegend, aber eigentlich interessierte mich gar nichts mehr daran. Dass Toblach sich „Stadt der 3 Zinnen“ nennt, empfand ich nur noch als Witz. Wegen Mahler hätte ich nach Toblach gewollt aber als Autofahrer wird man, kaum hat man darüber nachgedacht, außen herum Richtung Bruneck geleitet und dann dachte ich auch: Was soll’s. Is eh wurscht.

Stattdessen probierte ich die „Abkürzung“ über das Gadertal und Alta Badia (das heißt unkennbar auf meiner Landkarte „Hochabtei“) nach Corvara, das ebenfalls alle Autos vor dem Ort rechts ab Richtung Grödner Joch leitet. Also gut, die wollten mich also auch nicht haben.

Das Grödner Joch: Schon beim Rauffahren und dann die Strecke bergab, die ich am Montag von Ferne zu Fuß gesehen habe, ist und bleibt atemberaubend. So dicht am Sella entlang zu fahren ist klasse. So ein zerklüftetes Felsmassiv, das gibt es schon kein zweites mal.

Und überhaupt: Die Bergwelt und die Wälder hier erinnern schon sehr an die Rocky Mountains in British Columbia.

Natürlich nicht so verlassen und weitläufig, aber auf der Spektakulärheitsskala auch schon ganz oben.

Alles in allem: Viel gesehen, viel geärgert, viel gefahren (nicht viel, sondern lang), ein paar schöne Fotos gemacht (hoffentlich), Schwärme von zum Teil sehr bescheuerten Motorradfahrern überlebt (Warum bremsen die mich eigentlich aus? Darf ich denn nicht auch schnell fahren? Muss ich auf Bergstrecken langsam fahren, bloß weil es ein Opa-E-Klasse Auto ist? Darf ich denn nicht auch überholen? Und wenn Motorräder mich überholen, warum fahren sie dann nicht schneller? Und warum verbietet man nicht endlich, dass Motorräder so einen Lärm produzieren? Fragen über Fragen.)

Am Abend dann wieder wie gestern Sonnenschein von schräg westlich. Als ob’s sich über mich lustig machen wollte, das Wetter. 3 Zinnen sind für dieses Mal erledigt. Mal sehen, ob Langkofel morgen was wird.

Zum Abschluss gönnte ich mir in der Abendsonne noch einen kurzen Rundgang durch das Wolkensteiner Friedhöfchen.

Und morgen geht’s auf den Langkofel. Hoffentlich.
Geschrieben in Reisen, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »