Wolkenstein Mittwoch

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Das war ein seltsam unlustiger Tag. Schon früh hatte es geschneit. Einkaufen bei 0°C, Langkofel in Wolken. Ungeduldig in der „Zeit“ geblättert, Postkarten geschrieben, da klopft es plötzlich an der Tür. Eine Frau in Weiß steht da und sagt „Saubermachen!“. (Nicht, dass ich sollte, sondern sie wollte natürlich.) Das hatte ich in einer Ferienwohnung noch nie. Ich war ratlos, ungehalten. Wir verabredeten (auf englisch) irgendwas, in einer Stunde oder so wollte sie wieder kommen. Ich habe kurz die Wohnung aufgeräumt und mich geärgert, weil ja genau deshalb ich nicht in ein Hotel gegangen bin… na ja.

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Also raus ins Schneetreiben. Nach St. Ulrich. Stadt angucken (Touristen / Shoppen), vielleicht nach St. Jakob und tatsächlich: Da unten im Grödnertal wurde das Wetter besser. Sogar die Sonne kam raus und gab einen halb ungestörten Blick auf den Langkofel („I’ve been photographed to death“) frei.

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Die Kirche in St. Ulrich glänzte mit einer Seitenkapelle, die durch grüne und blaue Fenstermosaike erhellt wurde. Sehr schön. Und wirklich mal richtig hell.

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Der Weg nach St. Jakob, der Wallfahrtskirche, die man „unbedingt gesehen haben muss“, war mal wieder steiler als gedacht

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Im Ort St. Ulrich biegt der Weg links steil zunächst über eine Straße, dann in die Felder durch die Wälder ab. Lunge und Herz geben ihr Äußerstes. Hin und wieder erlaubt man sich einen Blick auf den Langkofel, der sich langsam wieder mit Wolken zuzieht, und schließlich hat man das Kirchlein erreicht.

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Blöd war, dass man den ganzen Weg den Berg hoch keinen Blick auf die Kirche werfen konnte. Man wusste also nie, was einen erwartete, geschweige denn, wann man ankommen würde.

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Plötzlich war es da. Völlig überraschend.

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In einer Waldlichtung. Fresken außen aus dem 12 . Jahrhundert. Mit Friedhof, der noch benutzt wird. Außen herum. Innen ein extravaganter Barockaltar. Man steht fassungslos vor soviel Gegensatz zu den Fresken außen und dem Aufwand und Können in einer so entlegenen und schwer zugänglichen Kirche hier oben.

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Abwärts ging es über den „Weg des Dialoges“: Wenn man den zu zweit geht, soll man wohl über Sinnsprüche und kluge (religiöse) Sätze nachdenken, die hier in die Landschaft und den Weg eingebaut sind. Nuja.

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Dann habe ich noch einen kleinen Abstecher ins Sellajoch gemacht, weil ich da morgen oder übermorgen hinwollte (zu Fuß). Weil es aber wieder geschneit hat, bin ich zurück nach Wolkenstein. Etwas weniger unlustig als am Morgen.

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Ein Kommentar zu Wolkenstein Mittwoch

  1. Baumarc sagt:

    Das mit dem „Saubermachen“, da krieg ich auch Paras. Oft hilft nur der „Bitte nicht stoeren“-Haenger an der Tuere. Aber wer macht das schon in einem Ferienhaus? Auch in manchen Hotels wird schonungslos die Tuere aufgeschlossen, das vorherige pro-forma klopfen (was übrigens auch an der Tuer gegenueber sein koennte) geht zeitlich einher mit dem alles oeffnenden Generalschluessel! Das Klopfen koennte auch durch des Gastes`Schlaf gar nicht wahrgenommen werden: der Zeitplan drueckt, Abreise bis 11.00 Uhr bedeutet dann „saubermachen, ohne ruecksicht auf Verluste“. Zack, da ist wieder das Missverstaendnis zwischen der zentralen Planung „Die Etagen muessen um 11.00 Uhr komplett sauber sein“ und der Exekutiven „Aber wie soll ich dass denn schaffen, wenn die Gaeste bis 11.00 bleiben duerfen…“ Hoteltueren aller Welt, verwehrt Euch den Generaelen“ ; – )

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