Gehscha 8 / Religion

Hans und das „Ehepaar“ Weichbrodt / Mindernickel kamen eines Sonntag Morgens aus der Kirche und hatten sich furchtbar aufgeregt. „Unglaublich!“, „Sowas gab es ja noch nie bei uns“ und so weiter…

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Worum ging es?

Während der Predigt des Pfarrers hatten alle ein nicht ganz so leises Stöhnen aus den hinteren Sitzreihen der Kirche gehört. Ein Schluchzen oder Schmachten – es war nicht richtig einzuordnen. Und als sich Frau Weichbrodt dann umdrehte, sah sie, dass Bruder Lully ein paar Reihen hinter ihr saß und Gehscha neben ihm oder viel mehr an ihm, auf ihm, mit ihm eng umschlungen. Sie hatten wohl vermutet, in der Dunkelheit der hinteren Ränge würde sie keiner bemerken bei ihren zärtlichen Übungen. Es hatten sie ja auch nur die mühsam unterdrückten Geräusche verraten…

Das war schon sehr ungewöhnlich, meinte Frau Weichbrodt ungehalten. Das müsste mal dringend angesprochen werden. So etwas gehörte sich einfach nicht. Man war ja schließlich nicht im Kino! Und ausgerechnet von einem Pater und Ordens-Bruder sollte man doch mehr Respekt verlangen dürfen! Was war das eigentlich für ein Orden, dem Lully angehörte? Sehr merkwürdig!

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Lully hatte in den Tagen davor versucht, Gehscha mit den Rätseln seiner Religion vertraut zu machen. Merkte aber schnell, dass Gehscha dafür wenig empfänglich war.

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Sie hatte Schwierigkeiten mit der Schrift (nicht der „heiligen“, sondern mit der Typo). Sie verstand die Sprache nicht, sie verstand die nervtötend langen Genealogien nicht, und brauchte dringend Hilfe.

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Lully versuchte so gut es ging, ihr zu erklären, was es mit dem Alten und Neuen Testament auf sich hatte und wer welche Gebote einzuhalten hatte (und das auch noch bezogen auf seinen eigene Orden), aber für Gehscha war das alles etwas zu angestrengt und zu überzogen.

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Letztlich einigten sie sich darauf, dass es völlig genügte, wenn sie eine entfernte Ahnung hatte. Es war Lullys Business und nicht das ihre. Sie hatte ganz andere (eher menschliche) Interessen an Lully und die waren ihr viel wichtiger.

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Lully war das dann auch recht.

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Und so ließen sie das Thema vorerst weiter auf sich beruhen. Und begnügten sich damit, sonntags in den stillen Gottesdiensten in den hinteren Reihen, scheinbar unbeobachtet von den anderen Gottesdienstbesuchern, ein wenig zu knuddeln.

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