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Archive für September 2007
Wolkenstein Mittwoch
30.9.2007 von Heiner.Eberle.

Das war ein seltsam unlustiger Tag. Schon früh hatte es geschneit. Einkaufen bei 0°C, Langkofel in Wolken. Ungeduldig in der „Zeit“ geblättert, Postkarten geschrieben, da klopft es plötzlich an der Tür. Eine Frau in Weiß steht da und sagt „Saubermachen!“. (Nicht, dass ich sollte, sondern sie wollte natürlich.) Das hatte ich in einer Ferienwohnung noch nie. Ich war ratlos, ungehalten. Wir verabredeten (auf englisch) irgendwas, in einer Stunde oder so wollte sie wieder kommen. Ich habe kurz die Wohnung aufgeräumt und mich geärgert, weil ja genau deshalb ich nicht in ein Hotel gegangen bin… na ja.

Also raus ins Schneetreiben. Nach St. Ulrich. Stadt angucken (Touristen / Shoppen), vielleicht nach St. Jakob und tatsächlich: Da unten im Grödnertal wurde das Wetter besser. Sogar die Sonne kam raus und gab einen halb ungestörten Blick auf den Langkofel („I’ve been photographed to death“) frei.

Die Kirche in St. Ulrich glänzte mit einer Seitenkapelle, die durch grüne und blaue Fenstermosaike erhellt wurde. Sehr schön. Und wirklich mal richtig hell.


Der Weg nach St. Jakob, der Wallfahrtskirche, die man „unbedingt gesehen haben muss“, war mal wieder steiler als gedacht

Im Ort St. Ulrich biegt der Weg links steil zunächst über eine Straße, dann in die Felder durch die Wälder ab. Lunge und Herz geben ihr Äußerstes. Hin und wieder erlaubt man sich einen Blick auf den Langkofel, der sich langsam wieder mit Wolken zuzieht, und schließlich hat man das Kirchlein erreicht.

Blöd war, dass man den ganzen Weg den Berg hoch keinen Blick auf die Kirche werfen konnte. Man wusste also nie, was einen erwartete, geschweige denn, wann man ankommen würde.

Plötzlich war es da. Völlig überraschend.
In einer Waldlichtung. Fresken außen aus dem 12 . Jahrhundert. Mit Friedhof, der noch benutzt wird. Außen herum. Innen ein extravaganter Barockaltar. Man steht fassungslos vor soviel Gegensatz zu den Fresken außen und dem Aufwand und Können in einer so entlegenen und schwer zugänglichen Kirche hier oben.




Abwärts ging es über den „Weg des Dialoges“: Wenn man den zu zweit geht, soll man wohl über Sinnsprüche und kluge (religiöse) Sätze nachdenken, die hier in die Landschaft und den Weg eingebaut sind. Nuja.

Dann habe ich noch einen kleinen Abstecher ins Sellajoch gemacht, weil ich da morgen oder übermorgen hinwollte (zu Fuß). Weil es aber wieder geschneit hat, bin ich zurück nach Wolkenstein. Etwas weniger unlustig als am Morgen.
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Gehscha 9 / Gabel
29.9.2007 von Heiner.Eberle.
An einem Samstag bei schlechtem Wetter machten sie einen Ausflug in den städtischen “Skulpturenpark”. Ein Künstler hatte unter dem Motto “Große Küche” einzelne Kochutensilien auf den Marktplatz gestellt und gelegt. Zum Begehen.
Gehscha fand das sehr beeindruckend.

Lully eher nichtssagend.
Sie versuchten, eine Aussage oder einen Sinn darin zu finden, ließen es dann aber bleiben und hatten einfach so ihren Spass damit.

Mittlerweile wohnte Lully ja bei Gehscha in deren Wohnung, die sie für einige Monate am Stadtrand gemietet hatte. Eigentlich war er seinen Ordensregeln nach verpflichtet, die Nächte in seiner Mönchskammer zu verbringen, aber es war noch niemand aufgefallen (es hatte noch niemand offiziell darüber gesprochen), dass er abends nicht mehr nach Hause kam.

Tagsüber ging er seinen regulären Lehr- und seelsorgerischen Verpflichtungen nach, ein bisschen verschlafener vielleicht als früher…

…aber abends und bis in die frühen Morgenstunden gehörte er ganz Gehscha.

Es interessierte ihn auch nicht, was die Leute dachten, die ihn bei ihr ein- und ausgehen sahen.
Er setzte alles auf diese Karte und riskierte damit viel. Gehscha war ihm das allerwichtigste. Und Gehscha ließ ihn in seiner Unvernunft tun und lassen, was und wie er wollte. Es tat ihm gut. Er blühte auf.

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iaa / mercedes
28.9.2007 von Heiner.Eberle.
Relativ unkommentiert zeige ich ein paar Bilder von dem Mercedes IAA Stand wie immer in der Festhalle bzw.: die Festhalle war der Messestand.

Schwierig diesmal, dass die Besucherführung an den Modellen im Erdgeschoss vorbei zur Rolltreppe führte.

Trotzdem wieder: eine enormes Raumerlebnis. Farben und Stimmung wechseln simultan in der gesamten Halle. Auch der Klang ist eindeutig. Die Halle hat 1 dominierenden Sound.

Vom 2. Stock war keine Einsicht in den ersten Stock möglich. Aber dafür eine totale Sicht auf die Modelle im Erdgeschoss und die Lichtshow.
Der Fussboden unter den Autos bestand aus Bahnen von Leuchtdioden, die Rückwand unter dem Screen war aus Leuchtdiodennetzen gebildet und der große Bildschirm in Höhe des ersten Stocks bildete das dritte Element für die thematisch wechselnde Innenraumgestaltung.

Wechselnde Fussböden (Parkett, Teppichböden) gaben Wärme und Wohnraumgefühl. Dagegen waren alle Modelle mit extrem scharfem, kaltem und blauem Licht glasklar herausgehoben. Fast unwirklich.


Zum Schluss noch ein Scherzbild. Es war dann doch eben eine Automobilmesse. Es ging nicht wirklich ums Spritsparen. Eigentlich hat das niemand interessiert. Es ging um PS und Leistung.

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Frau W. und Herr M. / 9
27.9.2007 von Heiner.Eberle.
Frau Weichbrodt hatte ein Problem: Sie wollte wieder auf eigenen Füssen stehen. Nicht mehr abhängig von ihrem Ersparten oder von Herrn Mindernickels zugegeben großem Vermögen sein. Sie wollte wieder ihrem Beruf als Lehrerin nachgehen, den sie in den letzten Jahren nicht mehr ausgeübt hatte.

Sie träumte davon, wieder zu unterrichten und sie hatte von Irene (Frau von Tümmler) auch schon eine Stelle angeboten bekommen (Irene hatte gehört, dass man dort jemand suchte): In einer gepflegten Privatschule, einem Gymnasium, für 20 Stunden die Woche, also auch nicht zu anstrengend, mit Aussicht auf mehr.

Allerdings war die Stelle ganz tief in Bayern und das hatte sie mit Herrn Mindernickel noch nicht besprochen. Als er an diesem Abend auf den Stecker kam, erwähnte sie es ganz beiläufig.

„Wo ist das?“ fragte er entsetzt, „bei Passau? Willst du denn da leben? So auf dem Land? Glaubst Du, Du erträgst das?“
Er fand ein Argument nach dem anderen, warum Frau Weichbrodt lieber nicht so weit weg gehen sollte (keine Opern, keine Designerklamottenläden). Was er nicht wusste: Hans hörte die ganze Zeit zu.

Er war in letzter Zeit immer in der Nähe. Sehr ungewöhnlich. Blieb immer hängen, auf dem Weg nach Hause. Spionierte er ihnen nach? Im Auftrag von wem?
Jedenfalls eskalierte die Diskussion zusehends. Frau Weichbrodt pochte auf ihre Freiheit und ihren Wunsch, was Eigenes, Neues auf die Beine zu stellen. Schließlich müsste sie ihrem Leben ja auch wieder einen Sinn geben und könne nicht nur passiv und gelangweilt („gelangweilt?“ erwiderte entsetzt, weil persönlich angegriffen, Herr Mindernickel) zuhause sitzen und in zweifelhaften kulturellen Vereinen tätig sein.

Erbost ob des völligen Unverständnisses und der unnachgiebigen Ablehnung von Herrn Mindernickel zog sie sich zurück. Seine ganzen Argumente hatten sie davon überzeug, dass sie dringend weg musste. Distanz würde gut tun.
Auf der anderen Seite tat es ihr natürlich leid. Hans, der erstaunlicherweise Frau Weichbrodt sehr gut verstehen konnte, versuchte, Herrn Mindernickel zu beruhigen und zu trösten.

Der aber, weil er ja gerade den Eifersuchtsschock überstanden hatte (Joe = Bruder von Frau W.), sah ein weiteres mal eine nicht-rosige Zukunft als alleinstehender vermögender alter Herr vor sich und empfand eine tiefe sauertöpfische Enttäuschung.
Aber in der Sache sollte noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Lully kam vor bei und versuchte zu verstehen und zu raten: „…darüber schlafen, morgen ist auch noch ein Tag, da sieht die Welt wieder ganz anders aus…“ usw., seine übliche Leier.

Und Hans versuchte desgleichen, die beiden wieder zusammenzubringen. Er schlug sogar vor, Herr Mindernickel könne doch mit ins Bayrische ziehen. Es solle da sehr schöne Flecken geben. Sein Schwager käme ja auch aus der Gegend um Passau, er hätte Bilder gesehen, und ein tolles Bier würde es da geben…
Und so endete dieser Tag. Herr Mindernickel und Frau Weichbrodt wagten erste Gedanken an eine gemeinsam neue Zukunft auf dem Land. Irgendwo an der österreichischen Grenze.

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Wolkenstein Dienstag
26.9.2007 von Heiner.Eberle.
Es hatte geregnet letzte Nacht. Trotzdem machte der Langkofel einen guten Eindruck.

Heute Morgen schien die Sonne, dann regnete es gleich wieder. Saukalt. Gegen 13.00 Uhr war ich dann überzeugt, dass es trocken bleiben würde. Und machte mich auf den Weg, den ich mir für gestern vorgenommen hatte.

Eine wunderschöne, postkartige Hochwaldlandschaft mit der St.-Sylvester-Kapelle, von Spaziergängern überlaufen, erwartet einen am Taleingang.


Die schroffen, steilen Hänge sind ziemlich beeindruckend. Man muss ständig nach oben gucken, riskiert Genickstarre, gleichzeitig Stolpern und Hinfallen.
Bizarre Felsabbrüche und Bergspitzen, vor allem auf der rechten Talseite (Piz Cyr ?), und am Ende des Canons befindet man sich in einem Talkessel, der an 3 Seiten von sensationellen und senkrechten Felswänden eingeschlossen ist.


Zwischendurch entdeckt man verwitterte und mysteriöse Bilderstöcke und Kruzifixe, die übrigens - wie auch die Viehtränke hier - alle in den tollen Tobacco Wanderkarten eingezeichnet sind!

Es war ein extrem kalter Wind, der da hinten von den Bergen herabwehte. Oben hatte es heute Nacht geschneit!

Auf dem Weg zurück, sobald die Sonne von vorne schien, war es wieder prima warm. Der Langkofel lag wie so oft protzig malerisch im Gegenlicht.

Ich bin dieses Mal nicht den Talweg gegangen, sondern den Berghang entlang zum Dorf zurück, was ein Glückstreffer war.

Nicht nur weniger Fußvolk – außer der joggenden Bergsteigergruppe (was idiotische Sachen einem hier begegnen!) – auch der Weg war viel angenehmer. Gras statt holperigem Schotter.

Und ich kam knapp unterhalb der Ruine Wolkenstein vorbei:
Erstens ein sehr kleines Ding („Burg“ stelle ich mir anders vor).
Zweitens ein Anstieg quasi wie auf Riesentreppenstufen. Viel Luftverbrauch und 1 Pause (my heart!)

Drittens ein grandioser Halbrundblick ins Langental und ins Dorf.

Dann ging es weiter am Berg entlang mit eins A Blick auf Wolkenstein. (Überlegung: gehe ich da morgen rauf auf die Hütten? Kommt aufs Wetter an. Wenn Schnee liegt, macht es keinen Sinn.)
Der Weg im Sonnenlicht zählte den Kreuzweg herunter von IX (da bin ich eingestiegen) bis I und dann ging es ab durch grüne Wiesen nach Hause. Ins Residence La Baita.

War ein sehr schöner Tag.

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Lully im Stecker
25.9.2007 von Heiner.Eberle.
Bruder Lully hatte den Stecker als Meditationsraum entdeckt. Dort konnte er sich in der Abendsonne zurückziehen und seinen geheimsten und verwegensten Gedanken nachhängen.

Einmal bekam er Besuch von Hans, der auf dem Heimweg war und sich schnell einen Rat bei Bruder Lully holen wollte. (Er hatte Ärger zuhause.)

Hans und Lully hatten nie ein gutes Verhältnis gehabt. Der Bruder war Hans immer irgendwie wie ein „Faulenzer“ vorgekommen, der nie etwas „Richtiges“ arbeitete. Deshalb fanden sie nie eine gemeinsame Gesprächsebene.

Heute hatten sie aber Spaß. Der Stecker kam mehr und mehr in Schwung und Hans schaukelte fröhlich rauf und runter. Lully schaute interessiert zu.

Hans wurde nach und nach lockerer und vertraute Lully seine ganz persönlichen Probleme an.
Natürlich nicht alle. Was damals zwischen ihm und Mähchen passiert war, davon durfte natürlich niemand etwas wissen. Das hatte er Mähchen versprochen.
So langsam kamen sie sich beim Schaukeln so vor wie die Astronauten im Raumschiff von “2001 – Odyssee im Weltraum”.
Hans wurde es schlecht. Er wollte sich gerade verabschieden (bevor er noch mehr Ärger zuhause bekam), als er den wieder frisch verliebten Herrn Mindernickel kommen sah.

Der stieg in den Schwingstecker sofort ein und war von den Socken.

Er holte umgehend seine geliebte Frau Weichbrodt dazu. In ein ganz besonderes Versteck in einer Ecke des Steckers, das bei ihnen ein ganz besonderes Kribbeln hervorrief.

Und am Ende ging es mit ihnen wirklich durch. Es war ein grenzenloses Vergnügen, das ihnen der Stecker bescherte. Jenseits aller Erdachsen. Lully und Hans hatten sich zwischenzeitlich an einen ruhigeren Ort zurückgezogen.

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Highsmith - Ein Spiel für die Liebenden
24.9.2007 von Heiner.Eberle.
Ich habe gelesen:
Patricia Highsmith „Ein Spiel für die Lebenden“, Roman, übersetzt von Bernhard Robben (neu 2005) und mit einem Nachwort von Paul Ingendaay, Zürich (Diogenes) 2005 in der P. Highsmith Werkausgabe, 400 Seiten. Gab es in Leinen, gebunden, mittlerweile sicherlich als Diogenes Taschenbuch.
Ich hätte die Zitate von P. Highsmith im Nachwort vielleicht zuerst lesen sollen, dann hätte ich mich nicht gewundert. Sie hält „Ein Spiel für die Lebenden“, ihren sechsten Roman, geschrieben zwischen 1955 und 1958, sie war damals knapp 35 Jahre alt, für ihr „schlechtestes Buch” (laut ihrem Werkstattbericht): Ihr „einzig wirklich langweiliges“, das im Ergebnis nur „Mittelmaß“ ist.

P. Highsmith hat meist eine ganz besondere Art, „Figuren in den Untergang zu geleiten“ oder, wie bei Ripley, knapp daran vorbei. Hier ist diese Art ganz schwer erträglich.
Dieses Buch ist aber trotzdem und deshalb ein gutes, weil mit dem Nachwort von Paul Ingendaay und seiner ziemlich schonungslosen Kritik der Krimi erst rund wird. Das Umfeld wird beschrieben, in dem das Buch entstanden ist, die richtigen Probleme des Romans angesprochen und eigentlich wird das Thema gedreht in: „Warum ist das ein verkorkster Roman?“ und „Wie konnte PH so etwa passieren?“

Worum geht es?
Eine Frau, die (mindestens) 3 Geliebte hatte, wird ermordet, übel zugerichtet, aufgefunden. Theo, der eine Liebhaber, ist überzeugt, dass Ramon, der andere Liebhaber, der Mörder ist.
Irgendwann gesteht Ramon den Mord, die Polizei lässt ihn aber laufen. Ramon besteht darauf, dass er es war, während Theodor jetzt von seiner Unschuld überzeugt ist.
Warum Theo an Ramon hängen bleibt, als der den Mord gesteht, ist nicht zu verstehen. Es führt zu endlos bedrückenden Gesprächen über Schuld und Gott und so weiter und treibt die beiden zusammen in ziemlich depressive Situationen.
PH erzählt aus großer Distanz. Alles läuft schematisch wie ein Uhrwerk ab. Zwangsläufig. Sehr konstruiert. Mit den Figuren kommt keine Nähe oder Sympathie auf (wie bei Ripley z.B., den hatten wir ja schon einmal). Man beobachtet ihre seltsamen Aktionen mit Verwunderung.
Theodor verkrampft sich an fixen Ideen und inneren Zusammenhängen auf der Suche nach dem Mörder. Den will und muss er finden, um Ramon zu überzeugen, dass er (Ramon) nicht der Mörder sein kann. Ramon sind all diese Anstrengungen egal. Und auch der Kommissar schaut Theos Bemühungen nur uninteressiert zu.
Ramon andererseits sucht einen Mordverdächtigen, um ihn vor der Polizei zu schützen, weil er sich selber ja als Mörder sieht. Theo sucht den vermeintlichen Mörder, um ihn der Polizei auszuliefern, und damit Ramons Unschuld zu belegen (die aber von der Polizei gar nicht mehr angezweifelt wird.)

Man vermutet, dass die Geschichte irgendwann und unaufhaltsam in einer Katastrophe endet. Und das tut sie dann auch.
Als die Deprimiertheit und Hoffnungslosigkeit und Verbohrtheit sie nach Acapulco führt, um dort den Mörder zu finden, kommt es zum Eklat, zu einem Showdown, bei dem in einem blutigen brutalen Gewaltausbruch auch ein Opfer ermordet wird, das allerdings nicht notwendigerweise der Mörder der geliebten Frau gewesen ist.
So. Das Ende verrate ich natürlich nicht. Es ist schließlich auch ein „Whodunnit“ Krimi. Im Nachhinein also, wenn man noch einmal darüber nachdenkt, ist es dann doch noch ein ganz gutes Buch. Ich empfehle es hiermit.

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Bahnbrücke / Nieten
23.9.2007 von Heiner.Eberle.
Daraus hätte man auch eine Sammlung machen können (aber sie waren ja fest an der Brücke, als Nieten, damit die nicht zusammenbricht). Es geht dieses Mal endlich um Nieten.
Die berühmten eingesprühten Metallteile am Mainufer (von meinem Ausflug an die Weseler Werft)…

…setzten sich fort auf der Brücke…

…und die Spraymuster auf den Nieten waren ganz witzig anzugucken. Es gab welche mit viel Farbe…



…und welche, wo die Dose überhaupt nicht hingekommen war. quasi a nature:
Dann gab es die Doppelnieten. Einmal ohne Farbe…

… und einmal mit:

Als schönste aber empfand ich diese hier. Den einen mit dem pinken Streifen,…

…den mit dem braunen Strich und vor allem die Mischung silber mit braun: erstklassig. Gut gelungen.
Ganz weit abgeschlagen war allerdings die Multiple-Nieten-Schmiererei. Sah nicht gut aus.

Und ganz traurig war die hier:

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Wolkenstein Montag
22.9.2007 von Heiner.Eberle.
Genau so hätte der 1-wöchige Urlaub in den Dolomiten ja nicht anfangen sollen. Am ersten Tag hatte ich das Langental geplant. Einen Spaziergang zum Eingewöhnen. Ans Laufen, an die Schuhe, an die Höhenluft.

Der Abend vorher hatte schönes Wetter prophezeit und dem Namen „Wolkenstein“ alle Ehre gemacht.

Aber dann habe ich am Morgen die Abzweigung verpasst. War quasi schon am Ortsende, wo die Straße zum Grödner Joch hochführt, biege links ab und stehe auf dem Fußweg zum Grödner Joch. Nicht ins Langental! 2 Stunden sagt der Schild, schätzungsweise 700 Höhenmeter. Von 1.500 auf 2200. Na prima.

Zurückgehen und die richtige Abzweigung suchen, wollte ich nicht, also habe ich es mal probiert. Mit der Option, jederzeit umzukehren. (Ich war ja schließlich im Urlaub!)
Und es ging dann auch schön stetig und langsam bergauf. Durch den Wald, über extrasteile „Umleitungen“, weil im Wald Baustellen waren (!). Sonnig heiß (24 Grad), leichter Schatten. Man musste immer mal wieder stehen bleiben, um Atmung und Pulsschlag runterkommen zu lassen. Und natürlich um die Sellagruppe durch die Baumwipfel zu bewundern.

Dann, auf einmal, kommt man aus dem Wald und steht auf einer almartigen Hochfläche, direkt gegenüber dem Sellastock und ist von den Socken.


Man sieht die Fahrstrasse Richtung Joch waagrecht im Fels, davor grüne Wiesen, blauen Himmel, man kann es nicht fassen.

Das Steinmassiv ist ziemlich überwältigend. Wie ein riesiger Felsklotz, der allerdings in der Zwischenzeit etwas bröselig geworden ist (Schutthalden, Geröll).

Links geht der Weg zum Joch weiter, rechts sieht man den Langkofelbrocken, den man da auch liegen lässt. Heute ist er nur grau und dunstig.
Der weitere Anstieg zum Grödner Joch (natürlich von Bergsteigertouristen überlaufen), ist dann nochmal anstrengend und mühsam (zumindest wegen der Höhenluft).

Und der Weg, der hintenrum eigentlich wieder zurück nach Wolkenstein führen sollte, ist erst mal ein Anstieg zu einem „Panoramablick“: Also nochmal 100 Höhenmeter.



Der Blick von dort ins Grödnertal hinunter ist dann aber auch einmalig. Da muss ich jetzt also wieder runter:

Und beim Abstieg, der Knie und Knochen aufs Äußerste fordert (es ist die Skiabfahrtsstrecke), fährt mir ein Heutransporter nach.

Gut eine Viertelstunde lang. Ich bin zu Fuß schneller als er. So vorsichtig fährt er. So steil ist der Weg. Erst weiter unten lässt er es dann krachen und mich links liegen.

Zurück im Dorf hat sich der Himmel zugezogen. Grau, diesig, 14 Grad.

Heute war es anstrengend. Hätte nicht gedacht, dass das am ersten Tag klappt. Jetzt geht es morgen also zur Erholung ins Langental.

Die richtige Abzweigung habe ich heute auf dem Weg ins Dorf zurück gefunden. Das sollte also kein Problem werden.
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Gehscha 8 / Religion
21.9.2007 von Heiner.Eberle.
Hans und das „Ehepaar“ Weichbrodt / Mindernickel kamen eines Sonntag Morgens aus der Kirche und hatten sich furchtbar aufgeregt. „Unglaublich!“, „Sowas gab es ja noch nie bei uns“ und so weiter…

Worum ging es?
Während der Predigt des Pfarrers hatten alle ein nicht ganz so leises Stöhnen aus den hinteren Sitzreihen der Kirche gehört. Ein Schluchzen oder Schmachten – es war nicht richtig einzuordnen. Und als sich Frau Weichbrodt dann umdrehte, sah sie, dass Bruder Lully ein paar Reihen hinter ihr saß und Gehscha neben ihm oder viel mehr an ihm, auf ihm, mit ihm eng umschlungen. Sie hatten wohl vermutet, in der Dunkelheit der hinteren Ränge würde sie keiner bemerken bei ihren zärtlichen Übungen. Es hatten sie ja auch nur die mühsam unterdrückten Geräusche verraten…
Das war schon sehr ungewöhnlich, meinte Frau Weichbrodt ungehalten. Das müsste mal dringend angesprochen werden. So etwas gehörte sich einfach nicht. Man war ja schließlich nicht im Kino! Und ausgerechnet von einem Pater und Ordens-Bruder sollte man doch mehr Respekt verlangen dürfen! Was war das eigentlich für ein Orden, dem Lully angehörte? Sehr merkwürdig!

Lully hatte in den Tagen davor versucht, Gehscha mit den Rätseln seiner Religion vertraut zu machen. Merkte aber schnell, dass Gehscha dafür wenig empfänglich war.

Sie hatte Schwierigkeiten mit der Schrift (nicht der „heiligen“, sondern mit der Typo). Sie verstand die Sprache nicht, sie verstand die nervtötend langen Genealogien nicht, und brauchte dringend Hilfe.

Lully versuchte so gut es ging, ihr zu erklären, was es mit dem Alten und Neuen Testament auf sich hatte und wer welche Gebote einzuhalten hatte (und das auch noch bezogen auf seinen eigene Orden), aber für Gehscha war das alles etwas zu angestrengt und zu überzogen.

Letztlich einigten sie sich darauf, dass es völlig genügte, wenn sie eine entfernte Ahnung hatte. Es war Lullys Business und nicht das ihre. Sie hatte ganz andere (eher menschliche) Interessen an Lully und die waren ihr viel wichtiger.

Lully war das dann auch recht.

Und so ließen sie das Thema vorerst weiter auf sich beruhen. Und begnügten sich damit, sonntags in den stillen Gottesdiensten in den hinteren Reihen, scheinbar unbeobachtet von den anderen Gottesdienstbesuchern, ein wenig zu knuddeln.

Geschrieben in Hans, Undine Gehscha, Bruder Lully, Frau Weichbrodt, Bücher, Herr Mindernickel, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »