Lully nealy lost

Bruder Lully liebte es, im Wald umher zu wandern und im Dickicht nach Überresten von Menschen oder Tieren zu suchen, die er dann als Pseudoreliquien in seinem kleinen Schrein ausstellen und für diese Heiltumsschau Eintritt verlangen konnte. Er war schon ein ziemlich geschäftstüchtiger Mönch.

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Einmal geschah es, dass Bruder Lully sich völlig vergessen hatte und immer weiter in das Dickicht hineingeriet. Er war in Gedanken. In frommen und unfrommen.

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Und er verhaspelte sich in den scharfen und harten Dornen der alten Rosen mit seiner weiten und weichen Soutane.

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Wie es der Zufall wollte, sollte Mowing Girl heute mal wieder seine Retterin werden. Das Mähchen war (natürlich nicht ganz zufällig) zur Stelle und wurde auf des Bruders Wimmern aufmerksam.

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Jedoch war Lully im Gestrüpp so fest verknotet, dass sie ihn nicht alleine befreien konnte.

Francesco, auf dem Weg zur Arbeit (oder von der Arbeit), kam gerade am Rosenwaldrand vorbei…

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…und wurde umgehend von Mähchen für die Hilfsakton abkommandiert.

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Francesco rief erst kurz zuhause an, dass es mal wieder später werden würde. Dann holte er Hans zum Helfen. Denn der war ebenfalls in der Gegend unterwegs, auf dem Weg nach Hause. Er hatte sich gerade auf einem alten Lenden-Stütz-Blatt ein Weilchen ausgeruht. Er war ja auch nicht mehr der Jüngste…

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Um Buder Lully zu befreien, mussten sie sich mühsam von hinten durch das Rosenunterholz annähern. Das war ganz schön stupfig.

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Das war schwierig und kostete sie viel Zeit. Wie Bruder Lully mit seiner arthritischen Hüfte das geschafft hatte, konnten sie überhaupt nicht begreifen. Hans und Franz hatten sich übrigens rechtzeitig Schutzcreme auf die Nasen geschmiert, um vor den gefährlichen Sonnenstrahlen zu dieser Jahreszeit (August) in dieser Höhe einigermaßen sicher zu sein. Daran hatte Lully mit Sicherheit auch nicht gedacht. Hatte sich sicherlich schon einen dicken Sonnenbrand geholt.

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Schließlich kamen sie bei ihm an. Mein Gott, war Bruder Lully das wieder peinlich. Immer kam er in solche Situationen und musste sich retten lassen.

Hans war es schließlich, der Lully zuerst entdeckte. Mähchen war die andere Strecke, von vorne, gekommen, um ihnen die Unfall-Stelle zu zeigen.

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Zum Schluss, wie vermutet, waren alle wieder glücklich beieinander. Die obligatorischen Ermahnungen des strengen Mähchens (der „Wärterin“) ertrug Lully mit Engelsgeduld.

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Es war ihm peinlich, vor allen anderen so zurecht gewiesen zu werden. Er hatte sich ja nicht absichtlich verheddert. Sondern für einen guten Zweck.

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Jetzt brauchten sie aber alle erst einmal ein schönes Bier, schlug Hans vor. Und etwas Ruhe für Lullys Hüfte.

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