Raabe / verkauft

Nicht ich habe was verkauft, sondern ich habe mich verkauft, also einen Fehlkauf getätigt, das ist alles, was ich hier berichten wollte. Und ein bisschen jammern wollte ich. Darüber, dass man so langsam älter wird und nicht mehr im Kopf hat, was zuhause so im Regal abhängt.

Folgendes ist der Anlass:

Letzten Samstag war ich ganz stolz an der Kasse bei Hugendubel gestanden und habe für irgendwasundzwanzig Euro „Meistererzählungen“ von Wilhelm Raabe erstanden.

Ich habe zwar noch nie was von Raabe gelesen, aber über Rolf Vollmann („Die wunderbaren Falschmünzer“) nur Gutes von ihm gehört. Also dachte ich: Klassiker, Manesse Verlag, schönes Buch, handlich, für die Ewigkeit gemacht, kauf ich. Wird sich schon mal eine Gelegenheit ergeben, es zu lesen. Stück für Stück.

Zuhause überkam mich beim Auspacken dann doch schon bedrohlich der Gedanke: „Das Buch hast Du womöglich schon“. Und tatsächlich: eine ältere Ausgabe (anderes Bild auf dem Titel, ansonsten dasselbe Buch, Auflage 1998, 2005 gekauft), stand zwischen anderen dt. Klassikern im Fach.

l1010865-raabe-1-15.jpg

Die Enttäuschung (kein neues Buch!) und der Ärger waren groß, die Umtauschaktion montags nervtötend.

Als Ersatz und zum Trotz habe ich mir zum gleichen Preis, auch von Manesse, was sehr obskures beschafft: Stratis Myrivilis: „Die Madonna mit dem Fischleib“, eines der „bedeutendsten neugriechischen Prosawerke“, etwas, das schwankt zwischen  Exotischem, Mystischem, Erotischem, auf rund 730 Seiten. Was ein Schmölker. Lag einfach dort so rum, auf dem Krabbeltisch. Hugendubel wird auch immer obskurer…

l1010866-raabe-2-15.jpg

Man darf gespannt sein. Sobald ich es gelesen habe, gibt es hier eine Besprechung. Selbstverständlich.

l1010867-raabe-3-15.jpg

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, B veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar