Fass es nicht.
Es ist heute mal wieder spät geworden. Bei der Arbeit. Zuhause gibt es natürlich keinen Parkplatz, weil sich hier im Vergnügungsviertel, wo ich wohne, an einem Sommerabend eben viele vergnügen. So soll das ja auch sein.

Für mein Auto habe ich also in ca. 15 min Fußweg-Entfernung einen Stellplatz gefunden (auch ziemlich verkehrswidrig, aber noch einigermaßen im Rahmen), war noch im Minimal einkaufen - gottseidank hat der bis 10 Uhr abends offen! - und finde dann, endlich zuhause angekommen, in meinem Briefkasten ein Schreiben des Ordnungsamtes der Stadt.
Ich freue mich schon: Es betrifft meinen Anwohnerparkausweis. Den habe ich ändern lassen, weil ich seit einigen Wochen stolzer Besitzer / Fahrer eines neuen / anderen Firmenwagens bin. Muss man ja den Ausweis von dem alten auf das neue Kfz Kennzeichen umschreiben lassen.

Damals also erstmal Website der Stadt angeguckt, per Suchfunktion zu “Anwohnerparken” gekommen, bei der angegebenen Telefonnummer ein paar mal angerufen und alles besprochen: Alten Ausweis hinschicken, € 5 Gebühr überweisen und alles klar. Weil es ein Firmenwagen ist, muss noch die Bestätigung des Arbeitgebers dazu, dass ich das Auto auch privat nutzen darf, sonst geht nichts.
Sicherheitshalber habe ich mir eine Kopie des alten Ausweises gemacht, samt Notiz, sichtbar hinter der Windschutzscheibe für eventuelle Ordnungskräfte gesteckt, die zügig Strafmandate ausstellen, wenn sich jemand ohne Parkausweis auf die markierten Flächen stellt (solange die Berechtigten das alleinige Recht haben, dort zu parkieren. Dieses Vorrecht verwirken sie jedoch gegen 22.00 Uhr. Dann darf jeder.) Die Notiz sagt, dass ein neuer Ausweis vom Wagenhalter beantragt wurde und man doch bitte von der Verhängung einer Geld- oder Prügelstrafe absehen möge.
Website -Telefon - Überweisung - schriftlicher Antrag - Arbeitgeberbestätigung - Hinweis für Ordnungskräfte - ich dachte wirklich, ich hätte alles getan und heute liegt mein Ausweis im Briefkasten. Immerhin sind seit der Beantragung bis heute 15 Tage vergangen. Aber nichts da.

Das Schreiben informierte mich in sehr freundlicher Sprache, das Amt benötige “das zum bereits zurückgesandten Bewohnerparkausweis dazugehörige, weiße Erlaubnisschreiben vom 26.09.06 im Original, welches mit dem grünen, hiervon abtrennbaren Bewohnerparkausweis ausgehändigt worden war.”
Nach Eingang des “Original-Erlaubnisschreibens” gehe mir der geänderte Parkausweis postalisch zu.
Ich wusste gar nicht, was gemeint war, aber dann verstand ich: Das Papier, an dem der Ausweis hing, perforiert, zum Abtrennen.
Um die Sache kurz zu machen: Ja, ich habe das Ding dann doch noch gefunden. (Bei mir geht ja fast nichts verloren.) Und tatsächlich steht da auch drauf, dass man die Erlaubnis bei Änderung / Verlängerung etc. wieder einschicken muss. Aber wer denkt denn an so was! Ich habe es ja nur aus Blödheit und Aktensammelwut aufbewahrt!

Jedenfalls kann ich jetzt den Vorgang (€ 5!) hoffentlich einem guten Ende zuführen. Für alle, die einen Parkausweis haben oder verlängern oder beantragen wollen: Alle Unterlagen aufbewahren. Man weiss nie, wer die eine oder andere irgendwann mal wieder braucht.
Einen Parkplatz ums Haus herum hat man dennoch nicht sicher.



































