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Archive für Juli 2007

Mowing Girl 5 / daheim

Auf vielfachen Wunsch meiner begeisterten Leser kommt hier ein kurzes Update über Mowing Girl, genannt Das Mähchen:

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Sie hatte in letzter Zeit viel zuhause gearbeitet, musste endlich einmal alles in Ordnung bringen, was in den letzten Monaten angefallen und sich angehäuft hatte und war für Abenteuer überhaupt nicht zu haben.

Außer dass sie hin und wieder einen blauen Flash bekam, wenn sie dem Fensterputzmittel zu nahe kam, hatte sie eigentlich ein sorgloses Leben. Aber auch so einen Flash konnte sie mittlerweile richtig genießen.

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Danach war es ihr immer so angenehm schwindlig und schwummerig, als hätte sie 3 Williams hintereinander weggeputzt.

Apropos putzen: Sie räumte erst gründlich in den Regalen auf, schaffte alte Kabel und Stecker, die keiner mehr gebrauchen konnte, beiseite…

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…dann schaffte sie Ordnung zwischen den ganzen Putzmitteln. Das Zeug stand ja schon Jahre lang hier… Ob das noch was taugte?

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Sie nahm sich vor, bald wieder auf Tour zu gehen. Nur zuhause herumzuwerkeln hielt sie dann doch nicht aus. Cable-Joe war ja jetzt auch wieder gesund und munter unterwegs, also: Was hielt sie noch zuhause? Ihre häuslichen Pflichten hatte sie erfüllt. Und selbst wenn nicht…
Es konnte also losgehen in ihr nächstes Abenteuer.

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Man darf gespannt sein.

Glas Container Lorsch

Ein kurzer Eintrag:

Beim Weltkulturerbe Kloster Lorsch, auf dem Parkplatz:

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Das alte WC Häuschen (auf dem Bild oben nicht zu sehen, ist rechts daneben, sehr malerisch unter den Bäumen gelegen):

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mit saftigen Graffitis:

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Gegenüber das alte Umspann-Strom-Trafohäuschen, man nennt es jetzt auch scherzhaft “Die Currybude”:

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und links daneben sind die Glascontainer (5 oder so), die jeden Niebelungen aufgrund ihrer Schmiedekunst erfreut haben dürften:

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Das hätte die Nibelungen aber wahrscheinlich gewundert:

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Aber es war heute wirklich eine Reise wert. Die Gegend um das Weltkulturerbe herum stimmt einen schon mal darauf ein, was ein paar Meter weiter den interessierten Besucher erwartet.

Ha! Moment, das habe ich ganz vergessen: Im Panoramabild des Parkplatzes oben sieht man auf der linken Seite das neue WC-Häuschen. Das ist jetzt natürlich um Längen besser als das alte, fast ohne Graffiti und dem Anlass und der Bedeutung der Location natürlich viel angemessener.

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Auch die Beleuchtung hat jetzt endlich Weltniveau.

Bald gibts mehr vom Weltkulturerbe.

Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel

Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel stehen fest und satt in der Lebensmitte, beide sind unabhängig voneinander und finanziell unabhängig, einander meist sachlich formell, zuweilen aber auch völlig unsachlich - richtig wonniglich und leidenschaftlich zugetan.

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Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel unternehmen vieles gemeinsam. Sie gehen zum Wandern und Bergsteigen, sind aber auch kulturell versiert. Sie lassen keine wichtige Vernissage oder Ausstellung aus, um sich immer auf dem neuesten Stand der kulturellen Diskussion zu halten.

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Vor allem großformatige Skulpturen haben es ihnen angetan.

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Frau Weichbrodt hat bei Skulpturen eine Vorliebe für organische Materialien, Herrn Mindernickel ist das eher Wurst.

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Gerade letze Woche waren sie völlig hingerissen von einem indischen Künster, der in London lebt und eine Mauer aus gigantischen Tortiglioni gestaltet hatte.

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Es heißt, er wolle damit auf den kulturellen Streit zwischen Italien und China hinweisen, der seit Jahrhunderten um die Frage tobt, wer zuerst die Nudel auf der Gabel / dem Stäbchen hatte: Die italienische Mama oder der Kaiser von China?

Die beiden glaubten es nicht. Sie sahen in dem Werk eher einen Ausdruck von Unendlichkeit und Vergänglichkeit: eine Manifestation der menschlichen Beschränkung durch den ewig gleichen Wunsch nach unermesslicher, unerfüllbarer sinnlicher Befriedigungen. Für sie war es also unzweifelhaft eine extrem starke Kritik an den herrschenden gesellschaflichen Verhältnissen.

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Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel waren von der Ausstrahlung des Werkes so ergriffen, dass sie den Sturz einer der Riesennudeln, die sie um ein Haar erschlagen hätte, gar nicht bemerkten.

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Das war gerade nochmal gutgegangen.

Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel sind alte Bekannte von Cable-Joe und Mähchen.

Cable Joe hatte sich nach seinem Sturz gottseidank wieder erholt. Sein Einsatzwagen ist zwar jetzt auf ein ordinäres Quad reduziert. Dafür ist er aber den Ballast der Kabelmaschine los und kann jetzt umso heftiger um den Blog (sorry: Block) heizen.

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Er hat die beiden auch beraten und begleitet, als sie sich ein neues Fahrzeug zulegen wollten. Das ist aber eine längere Geschichte, die braucht etwas mehr Platz. Und Zeit.

Demnächst also.

Reptilien

Ich habe ein paar schöne Tierbilder vor einer Weile im Zoo gemacht, die ich heute veröffentlichen möchte.

Erstmal die Reptilien. Wir fangen an mit der Wasserschildkröte:

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Dann gehen wir weiter zu den Echsen, Molchen, Waranen und anderen Sauriern:

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Hier sind 2 Charakter-Frösche. Vor allem der zweite war Vorbild für Chubba (wie heißt der Schleimer aus “Krieg der Sterne”?)

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Und es geht weiter mit den Sauriern:

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Das Spitzmaulkrokodil (an dem Tag schlief jeder und jedes.):

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Und der fröhliche Molch (Otter? Natter?), der den Salat von der Schildkröte klaute:

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Das wars für heute aus dem Reptilienhaus.

Ramuz

Mal wieder ein Kommentar zum Buch: C. F. Ramuz, Besuch des Dichters, Limmat Verlag, Zürich 1987. 120 Seiten.

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Schwierig, schwierig.

Wer ist Charles Ferdinand Ramuz?

“Französischsprachiger Schweizer Schriftsteller *24.9.1878 Lausanne, †31.5.1947 Pully. Charles-Ferdinand Ramuz gilt als Vater der französischsprachigen Schweizer Literatur. Sein Werk ist geprägt von dem Bemühen um eine authentische, unmittelbare Sprache. Während seiner langen Jahre in Paris wurde ihm bewusst, wie sehr der heimatlichen Landschaft und ihren Menschen eine eigene literarische Sprache und Ausdrucksweise fehlten. In bewusster Distanzierung von der klassischen französischen Hochsprache schuf er ein archaisches Werk voller ursprünglicher Sprach- und Zeichenkraft.” (Zitat aus Amazon / Hardenberg)

Und da haben wirs: Die Sprache ist holzschnittartig, fast grobschlächtig, störrisch, unelegant. Schwer, sich damit anzufreunden. Wenig einladend. Eigenbrödlerisch, erweckt den Eindruck von “tiefem Ernst” und Echtheit.

So charakterisiert er durch die Sprache auch die französisch-schweizerischen Dörfler, die sich natürlich umgekehrt genauso wenig eloquent äußern. Und seine Sprache soll vermutlich die unzugängliche Landschaft und die Schroffheit der Berge und der bäuerlichen Tätigkeit wiederspiegeln. (Die kommen ja eh nur dem Außenstehenden und naiven Touristen als lieblich und romantisch-geheimnisvoll vor.) Die Analogie von Berg und Bergbewohner setzt Ramuz ausdrücklich (S. 45): “Und er steht, wie der Berg steht. (…) Denn er ist der Berg, aber er ist auch das Bewusstsein des Berges…”.

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Ich hatte bei diesem Text ein ungutes Gefühl und Missbehagen. (Man kann das heute ja auch nicht mehr unbefangen lesen.) Ein Dichter taucht in das “einfache Leben” der Weinbauern in Savoyen ein, beschreibt ihr “einfaches” und “hartes Leben”, verwendet kunstvoll geformte “einfache Worte und Sätze”, die den Anschein erwecken und für sich in Anspruch nehmen, schon deshalb “wahr” zu sein, weil sie einfach sind. Aber das ist natürlich naiver Quatsch.

Zwischendurch habe ich mich gefragt, welcher Anteil des Textes von Ramuz ist und welchen Anteil der schweizer Übersetzer daran hat. Und habe mir dann einige Textstellen in schweizerdeutsch vorgelesen. Das hat dann schon irgendwie geholfen.

Es gibt unbekannte Wörter, die man nachschlagen hätte können (Berglehne?), hat man aber nicht.

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Es geht in dem Text um das schwere Leben der Berg- und Weinbauern in den 20er Jahren, das der Dichter, der ins Dorf kommt, beschreibt. Vom Berg herunter gibt er immer mal wieder schöne Beschreibungen des (Genfer?) Sees. Ansonsten sind es kurze Liebschaften und kleine Alltäglichkeiten, über die er berichtet. Die Geschichte kulminiert in einem ausschweifenden Winzer- und Schützenfest mit Musik, Kanonen, Glockenläuten…

Ja, Ramuz hat offensichtlich der französisch-schweizerischen Landschaft eine eigene Sprache gegeben. Vor 80 Jahren. Heute klingt das sehr erdig und archaisch. Sehr weit weg.

Schwierig.

Joe und die Kamillen

Einmal hatte sich Joe ganz übel in die Kamillenblüten verheddert.

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Zuerst wollte er sich so schnell wie möglich daraus befreien. Aber dann war es ihm ein so angenehmes Gefühl, von den kleinen weichen Blütenblätter im Nacken gekitzelt und massiert zu werden, dass er am liebsten für immer bei ihnen geblieben wäre.

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Aber das war natürlich nur eine törichte, romantische Quatschidee.

Und hier sind wir am vorläufigen Ende von Joes Abenteuern angelangt. Es wird wohl auch keine weiteren mehr geben. Leider. Denn ich habe ihn heute versehentlich geschrottet. Ohne Absicht. Er fiel einfach runter auf den Küchenboden und brach auseinander.

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Was jetzt aus Mähchen werden soll?

Mit Joe ist nichts mehr zu machen. Oder hat jemand eine Idee?

Eine Rose zwischendurch

…vor ein paar Tagen, als es geregnet hat:

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Mit Wassertropfen (wie immer: Zum Vergrößern draufklicken.)

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Das wollte ich zwischendurch mal bringen, als Joe-Ersatz.

Joe’s Vorletzte

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Einmal musste Joe sich gegen die wütende Wäscheklammer verteidigen, die ihn schon fest im Griff hatte. Er hatte keine Ahnung, wie die plötzlich auf ihn aufmerksam geworden war. Bei der Abfahrt von seinem Mähchen heute morgen schien es ihm noch so, als sollte es ein ruhiger Tag werden. Ohne größere Abenteuer.

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Am wohlsten fühlte er sich sowieso zuhause auf seiner geliebten Bananenstaude.

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Das wars auf die Schnelle für heute. Morgen geht es dann zu ende.

Joe’s Abenteuer (2)

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Joe hat in seinem kurzen Leben schon viel erlebt. Da war einmal die spektakuläre und denkwürdige Karotteneroberung, bei der er seinem damaligen Chef zeigen wollte, wie hoch er mit seinem Wagen auf so gefährlichem Terrain steigen konnte.

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Jederzeit konnten die Karotten aufbrechen. Doch er schaffte es bis fast ganz oben rauf.
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Am Ende entkam er nur knapp den hungrigen Wurzelausläufern dieser überaus agressiven Rübensorte.

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Bald geht es zuende mit Cabe Joe. Versprochen.

Cable-Joe rettet Katika

Einmal pro Woche fuhr Cable-Joe raus, um seine alte Freundin Katika zu besuchen. (Mowing Girl sah das gelassen.) Katika war eine zittrige, mechanische, kubische Spinne mit 4 Beinen, die regelmäßig mit einem großen kupfernen Schlüssel aufgezogen werden musste.

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Wenn sich die Spiralfeder wieder entspannte, hüfte und zitterte sie wie gestochen in ihren vier knubbeligen Gummischuhen und freute sich ihres kurzen, vorübergehenden Lebens bis die Feder nichts mehr hergab.

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Heute aber ging es ihr nicht gut. Sie lag da wie tot und tat keinen Mucks. Joe untersuchte sie von allen Seiten. Nur ganz leise hörte er es hinter dem Zentralzahnrad knacken. Es war wohl doch noch nicht zu spät!

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Joe donnerte nach Hause, klingelte Vater Kran aus dem Bett, raste mit ihm zurück und gemeinsam richteten sie Katika wieder auf. Sie flößten ihr Essig und Öl ein und zogen sie mit vereinten Kräften mal wieder so richtig auf. (Davon gibt es leider kein Bildmaterial, sorry. Der Fotograf konnte das nicht dokumentieren.)

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Wir können richtig stolz auf Cable-Joe sein. Für seine richtige Entscheidung und seine schnelle Hilfe. Das Mähchen ist es garantiert.

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Demnächst gibt es die “Joe-vs.-Karotten-Geschichte”. Die wird ja schon sehnsüchtig erwartet, wie ich höre…